Obama for president

Barack Obama - CC @barackobama.com (Foto: CC @barackobama.com)
 
Obama mit großem Publikum - CC @barackobama.com (Foto: CC @barackobama.com)

Jetzt ist es offiziell, was schon alle wussten - Barack Hussein Obama, Jr. ist offizieller Präsidentschaftskanditat bei den Wahlen im November.

Kann uns als "Deutsche" bzw. "Europäer" eigentlich egal sein - wirklich?
Fast jedes Kind hierzulande weiß, dass der Präsident der USA seinen Sitz im Weißen Haus hat, aber weiß auch fast jedes Kind, wie der Sitz unseres eigenen Bundespräsidenten heißt?
Oft ist die Antwort: "das Bundeskanzleramt".

Allein dieses Beispiel reicht eigentlich aus, um zu wissen, dass die Wahlen in den USA nicht nur allein die Amerikaner interessieren müssten, sondern jeden etwas angehen.

Acht Jahre republikanische Zeit eines "texanischen Cowboys mit früheren Alkohol- und Drogenproblem und mit viel Geld aus der Familie" sind nicht ungeschehen zu machen und mit einem Erbe wie dem Irakkrieg und den eigenen Wirtschaftsproblemen wird jeder Nachfolger gut zu tun haben. Über die Gründe des Irak-Krieges ist viel spekuliert worden. Massenvernichtungswaffen wurden nie gefunden - vielleicht rechtzeitig raus geschafft? Kann sein, muss aber nicht.

Der Kurs der USA beeinflusst alle Länder der Welt und somit sollte sich auch ein jeder mit der Wahl des Präsidenten beschäftigen, der die nächsten vier bis acht Jahre diesen Kurs lenken und bestimmen wird. Denn dort, wo die USA hingeht, werden so einige mitgehen und wahrscheinlich allen voran Europa.

Das Erstaunlichste bei der Wahl in den USA ist wohl nach wie vor der Einfluss der Religion. Viel Wert wird darauf gelegt, dass man mehr Toleranz gegenüber jedem und allem aufbringen soll.
Wie zum Beispiel in Köln, wo von den Stadthöchsten jetzt kürzlich der Bau einer Moschee mit 55 Meter hohen Minaretten genehmigt wurde. Ist dies aber wiederum zuviel der Toleranz? Kann sein, muss aber nicht.

Ein Präsidentschaftskandidat, mit einem Vater aus Kenia und einer amerikanischen Mutter, mit "Hussein" als Zweitnamen und der in Indonesien gelebt hat. Definitiv Muslim!
Diesen Schluss haben zumindestens sehr viele Amerikaner gezogen und wollen deshalb Obama nicht wählen. Er soll in Indonesien von muslimischen Predigern beeinflusst worden sein, um Juden und Christen zu hassen, aber genau solche Hassprediger gibt es auch im erzkonservativen und christlichen Teil der USA - nur eben auf der anderen Seite.
Als der Sender CNN ein Interview mit der Schulleiterin in Indonesien führte, um diese Informationen "einer anonymen Quelle" zu prüfen, wurde dies übrigens widerlegt, dennoch war der Schaden entstanden und neue Vorurteile in den Köpfen.

Aber trefflich wurde aus dem Internet schon zitiert: "Pssst... Barack ist kein Moslem. Sein Vater ist aus Kenia, seine Mutter stammt aus Kansas. Aber verrate es niemandem: Er ist praktizierender Christ."
Schockierend, ich weiß. Da muss man sich bei jeder Gelegenheit als Christ outen, damit man gewählt wird?!

Die Zeit wird zeigen, was Barack Obama und Joe Biden als Wahlkampf-Team leisten wird, aber Obama hat bereits Millionen begeistert und zum ersten Mal seit langer Zeit hegen viele Angehörige unterschiedlicher Bevölkerungsschichten in den USA wieder Hoffnung auf bessere Zeiten und egal welche Gerüchte wegen Hautfarbe, Namen, Herkunft oder Religion noch kommen werden:

Stellen wir uns vor es ist November 2008 und ein junger, pakistanischer Moslem sieht im Fernsehen, dass dieser Mann – Barack Hussein Obama – das neue Gesicht Amerikas ist. Ein braunhäutiger Mann, dessen Vater Afrikaner war, der in Indonesien und Hawaii aufwuchs und als Junge eine Schule mit einer muslimischen Mehrheit besuchte, ist jetzt der erklärte Feind. (Andrew Sullivan)

Weitere Links:
- Wikipedia
- DiePresse.com
- Handelsblatt.com
- Koeln.de
- Andrew Sullivan (The Daily Dish)
- Wahlseite von Barack Obama

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11 Kommentare zum Beitrag
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Martin Schulze aus Augsburg am 29.08.2008 um 12:56 Uhr  
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Benjamin Pflueg aus Augsburg am 29.08.2008 um 13:12 Uhr  
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Ingeborg Vollmar aus Bissingen am 08.02.2009 um 10:15 Uhr  
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