Klinikums-Vorstand Alexander Schmidtke spricht bei der CSU Stadtbergen
„Ist das Klinikum Augsburg mit 100 Mio. Euro Schulden noch zu retten“, so lautete der durchaus provokante Titel der gemeinsamen Veranstaltung der Stadtberger CSU mit dem CSU-Kreisverband Augsburg-Land, zu der der CSU-Kreisvorsitzende, Landrat Martin Sailer und die CSU-Ortsvorsitzende Carolina Trautner in den Bürgersaal Stadtbergen geladen haben.
Vor mehr als 60 interessierten Zuhörern referierte Alexander Schmidtke, seit 2009 Vorstand des Klinikums über die Rahmenbedingungen, Visionen und die Neupositionierung des Klinikums.
Schmidtke, gebürtiger Oberfranke, gelernter Krankenpfleger, Diplomkaufmann und Gesundheitsökonom arbeitete vor seinem Engagement am Augsburger Klinikum be-reits in mehreren Krankenhäusern in Führungsfunktionen. Das Klinikum Augsburg ist mit 1.740 Betten und 5.300 Mitarbeitern ein Haus der Maximalversorgung. Den durchschnittlich 230.000 Patienten pro Jahr steht ein umfängliches Versorgungsan-gebot zur Verfügung, wobei hochdifferenzierte medizin-technische Einrichtungen vorgehalten werden. Träger des Klinikums als selbstständiges Kommunalunterneh-men sind Stadt und Landkreis Augsburg, die die bislang jährlich entstehenden Defizite in Millionenhöhe seit Bestehen des Hauses stets ausgleichen. Schmidtke betonte, dass „die Rahmenbedingungen für alle Krankenhäuser in Deutschland gleich sind, wobei viele Häuser zwischenzeitlich wirtschaftlich arbeiten“. Für das Klinikum Augs-burg gilt, dass es durch zahlreiche Umstrukturierungsmaßnahmen gelungen ist, das Defizit von 14 Mio. Euro im Jahr 2009 auf 3,9 Mio. Euro in 2010 um 10 Mio. Euro zu senken. Bereits im Jahr 2012 soll, so Schmidtke „die schwarze Null erreicht werden“. Sechs Leitgedanken sollen die weitere Entwicklung des Klinikums begleiten. Das Klinikum Augsburg bietet Spitzenmedizin, hat höchsten Qualitätsanspruch und ist dabei serviceorientiert. Vorstand Schmidtke legt außerdem großen Wert auf die Aus-richtung der Arbeit hin zum Patienten, Menschlichkeit und Geborgenheit sind ihm sehr wichtige Faktoren. Dabei soll das Klinikum wirtschaftlich erfolgreich sein und – als einer der größten Arbeitgeber – auch als Partner in der Region fungieren.
Die notwendige Neupositionierung des Klinikums erfolgt u.a. durch die Einführung betriebswirtschaftlicher Steuerungsinstrumente und zentrale Reorganisationsprojekte. Hierbei wird die medizinische Infrastruktur angepasst. Die vorgenannten Maß-nahmen werden flankiert durch zahlreiche Umbau- und Neubaumaßnahmen, so u.a. der Kinderklinik Augsburg und dem Mutter-Kind-Zentrum Schwaben, der OP-Erweiterung und dem Neubau des Endoskopie-Zentrums. Hierzu gehört auch die Planung eines Rettungshubschrauber-Landeplatzes. „Ziel ist es“, so Schmidtke am Ende seines Referates „neben der Generalsanierung des Hauses die kommunale Trägerschaft zu erhalten, die Wirtschaftlichkeit zu steigern und Arbeitsplätze zu sichern. Das Klinikum Augsburg wird als Maximalversorger ein qualitatives, vollumfängliches Leistungsangebot bereitstellen“. Mit der Errichtung von drei Lehrstühlen für die Bereiche Umweltmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie ist auch der erste wichtige Schritt zu einem Universitätsklinikum Augsburg getan.
Die CSU-Ortsvorsitzende Trautner dankte in ihren Schlussworten Alexander Schmidtke für den engagierten Vortrag und bat die anwesenden Gäste um Unterstützung für „mukis“, den Förderverein der Klinik für Kinder und Jugendliche, schwäbisches Mutter-Kind Zentrum Augsburg e. V., der durch den stellvertretenden Beiratsvorsitzender Hans Jenuwein vertreten wurde.



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