Interview mit dem Oberbürgermeister der Stadt Landsberg Ingo Lehmann

myheimat: Wenn Sie auf das Jahr 2009 zurückblicken, woran erinnern Sie sich am liebsten?

Lehmann: An den Amtsantritt von Barack Obama.

myheimat: Entscheidend für den Standort Landsberg war der Umbau der B17. Wie macht sich das für Landsberg inzwischen bemerkbar?

Lehmann: Es sind im Bereich Augsburger Straße, Hindenburgring, Breslauer Straße und Schongauer Straße so gut wie keine Lkws mehr unterwegs. Ich denke, dass dies für die Anwohner deutlich und positiv spürbar ist.

myheimat: Mit einer deutlichen Mehrheit haben die Landsberger Bürger den Auftrag erteilt, den Hauptplatz umzubauen. 63,71 Prozent der Wähler – die Wahlbeteiligung lag bei 66,99 Prozent – stimmten für einen Umbau dieses zentralen Platzes. Dagegen votierten 36,29 Prozent. In einer Umfrage der Initiative „Hauptplatz II“ wurden als größte Schwächen des Platzes „zu wenig Raum für Fußgänger“, „zu groß“ und „fehlende Aufenthaltsqualität“ genannt. Welche Lösungsansätze gibt es? Wann beginnen die Umbaumaßnahmen?

Lehmann: Im Frühjahr werden drei Planungsbüros ausgewählt, die Vorschläge machen werden. Wenn alles nach Plan läuft, werden wir den Auftrag zum Umbau im Sommer vergeben. Baubeginn wäre dann 2011.

myheimat: Landsberg gehört zu den schönsten Städten in Oberbayern. Sind Sie mit der Anzahl der Touristen zufrieden oder wünschen Sie sich noch mehr? Welche Sehenswürdigkeit würden Sie einem Ortsfremden unbedingt zur Besichtigung empfehlen?

Lehmann: Die Zahl der Tages- und Kurzzeit-Touristen steigt – weil unsere Stadt wirklich sehr schön ist du immer noch schöner wird. Beispiele hierfür sind der Wildpark mit Teufelsküche, Peter-Dörfler-Weg mit Flößerplatz und Langer Fahrt, aber auch Attraktionen wir Christkindlmarkt, Töpfermarkt, Herkomer-Konkurrenz und Kunstnacht, um nur einige Beispiele zu nennen. Einem Ortsfremden empfehle ich einen Stadtbummel vom Hauptplatz über Alte Berstraße auf dem Leitenberg Richtung Sandau und durch Hinter-/Vorderanger zurück.

myheimat: Wie steht es um das Projekt Stadtsaal für Landsberg? Sind die Planungen zur Sanierung und Vergrößerung inzwischen fortgeschritten?

Lehmann: Leider haben wir keinen Saal, der für die Größenordnung 400 – 600 Personen geeignet ist. Dies ist ein Manko sowohl für Kulturveranstaltungen, aber auch für Abschlussfeiern oder größeren Betriebs- und Personalversammlungen. Im Jahr 2010 werden wir hierzu Vorschläge machen.

myheimat: Der Stadtrat hat im April mit einer deutlichen Mehrheit für den Bau eines Lechstegs unterhalb der Staustufe 15 südlich von Landsberg entschieden.Wie wichtig ist die Brücke bei Staustufe 15? Würde diese Brücke den Weg in den Wildpark erleichtern?

Lehmann: Ich habe oben von der Entwicklung des Tagestourismus gesprochen. Durch den geplanten Steg wird unsere Stadt für Besucher noch interessanter. Ich denke aber auch an die Landsbergerinnen und Landsberger selbst, die besseren Zugang zur Natur und zum Wildpark her bekommen. Eine Aufwertung und wieder ein Beitrag zur Verschönerung unserer Stadt. Traurig ist, dass ein Steg für Fussgänger und Radler – also ein völlig harmloses und schönes Projekt – bekämpft würde, als würde es um ein Kernkraftwerk oder so etwas gehen

myheimat: Für Ärger sorgte, dass BAL-Stadtrat Reinhard Skobrinsky bauliche Mängel am Neubau des Heilig-Geist-Spitals öffentlich gemacht hatte. Welche Mängel sind aufgetreten? Sind diese inzwischen behoben?

Die Mängel und die Lösungsmöglichkeiten werden derzeit begutachtet, danach behoben.

myheimat: Der CSU-Fraktionssprecher im Stadtrat Helmut Weber äußerte kürzlich, die Verantwortlichen in Landsberg müssen sich darauf einstellen, sich von einigen Wünschen zu verabschieden. Prognostizierte Rückgänge im Bereich der Gewerbesteuer sowie im Finanzplan, dazu Dauerbelastungen wie die „Jahrhundertbaustelle“ Sportzentrum erlaubten Landsberg keine großen Investitionen mehr. Wie stehen Sie dazu? Von welchen „Wünschen“ müssen Sie sich verabschieden?

Lehmann: Von Wünschen muss sich niemand verabschieden, vielleicht von Illusionen. Wir stehen nach wie vor gut da und werden auch in den nächsten Jahren Schulden abbauen. Wenn wir nicht übermütig werden, können wir die notwendigen Projekte weiterhin durchführen. Dazu gehört zunächst die schrittweise Sanierung unserer Gebäude sowie die weitere Verschönerung unserer Stadt.
myheimat: Im myheimat-Interview für das Jahrbuch 2008 sprachen Sie davon, sich weiterhin um soziale Bedürfnisse von Senioren und Kinder zu kümmern. Welche weiterführenden Angebote für die Kinderbetreuung gibt es inzwischen? Deckt das Angebot an Plätzen im Seniorenheim die Nachfrage?

Lehmann: Im Bereich Kinder wurden die tatsächlich sehr hohen Krippengebühren gesenkt. Eine weitere Kinderkrippe ist bei den „Heiligen Engeln“ dazu gekommen. Der Neubau mit Pflegeplätzen am Heilig-Geist-Spital ist fertig und nach Behebung der Mängel beziehbar.

myheimat: Was gehen Sie im Jahr 2010 an? Worauf darf sich der Landsberger Bürger freuen?

Lehmann: Ich bin optimistisch, dass wir beim Hauptplatz die Weichen stellen. Die bedeutendste Aufgabe für die Stadt ist die Umwandlung der städt. Werke in das Kommunalunternehmen „Stadtwerke“ mit dem Übernahme des Stromnetzes und dem Verkauf von Strom und Gas. Hier legen wir den Grundstein für eine positive ökologische und ökonomische Zukunft unserer Stadt.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin Landsberg | Erschienen am 28.12.2009
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