IHK Schwaben begrüßt die Kabinettsentscheidung zum Integrationsgesetz

Saalfrank: „Das 3 plus 2-Modell ist unerlässlich für eine gelungene Integration – es besteht aber noch weiterer Handlungsbedarf“

Die IHK Schwaben, bundesweite Pilotkammer bei der Integration junger Flüchtlinge in Ausbildung, begrüßt die heutige Entscheidung des Bundeskabinetts zum Integrationsgesetz. „Endlich ist die seit langem von den IHKn geforderte 3 plus 2-Regelung nun gesetzlich verankert. Das gibt den Unternehmen und all jenen Flüchtlingen in Ausbildung die dringend erforderliche Planungssicherheit. Auch die Aufhebung der Altersbeschränkung von 21 Jahren ist ein richtiges Signal zur Stärkung der dualen Ausbildung“, so Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. Seit Ende 2014 begleitet die IHK Schwaben im Rahmen ihres Projekts „Junge Flüchtlinge in Ausbildung“ über 500 junge Flüchtlinge in Schwaben auf dem Weg in die Ausbildung und durch die Ausbildung. Knapp 300 Ausbildungsbetriebe in Schwaben unterstützen das Projekt und stellen Praktika und Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Positiv wertet die IHK Schwaben den geplanten erleichterten Zugang zur Förderleistungen in der Berufsausbildung. Saalfrank: „Dazu zählen ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) und das Förderinstrument der assistierten Ausbildung. Umso wichtiger wäre in diesem Zusammenhang, dass die Förderleistungen bereits bei Abschluss des Ausbildungsvertrags genutzt werden können, unabhängig vom Aufenthaltsstatus.“

Kritisch sieht die IHK Schwaben, dass das nun beschlossene 3 plus 2-Modell nur eine Duldung für diesen Zeitraum vorsieht. Saalfrank: „Das ist für den Unternehmer und den Auszubildenden nur eine Sicherheit auf Zeit – danach kann immer noch die Abschiebung drohen. Für den Auszubildenden bedeutet dies, eine unnötige Belastung auf dem Weg zu seiner Integration. Zudem wird er auch von Berufsausbildungsbeihilfen ausgeschlossen und es erschwert ihm eine private Wohnungsaufnahme. Für den Unternehmer bedeutet diese Regelung, dass er nicht über diesen Zeitraum hinaus planen kann. Denn Unternehmen bilden aus, um den Fachkräftebedarf in ihrem Unternehmen zu decken und leisten damit einen hohen Invest. Und sind nicht in erster Linie Entwicklungshelfer.“ Die IHK Schwaben fordert in diesem Zusammenhang, dass Asylbewerber in Ausbildung in das beschleunigte Asylverfahren kommen und nicht zwei Jahre und mehr auf ihre erste Anhörung warten müssen.
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