Fachkräftesicherung vor Abschiebung - Saalfrank: „IHK Schwaben fordert Bleiberecht für ausgebildete Flüchtlinge, die im Unternehmen weiterbeschäftigt werden sollen.“

Die IHK Schwaben, bundesweite Pilotkammer bei der Integration junger Flüchtlinge in Ausbildung, befürwortet, dass die Regierungsparteien in ihrem Eckpunktepapier das „3+2-Modell“ in das geplante Integrationsgesetz aufnehmen wollen. „Es ist ein erster wichtiger Schritt, um Unternehmen und Flüchtlingen in Ausbildung die dringend erforderliche Planungssicherheit zu geben. Auch die Aufhebung der Altersbeschränkung von 21 Jahren ist ein richtiges Signal zur Stärkung der dualen Ausbildung“, so Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. Dies bestätigt auch Karin Rafeld, Geschäftsführende Gesellschafterin der CERA GmbH in Ruderatshofen: „Wir haben lange nach passenden Bewerbern für den Beruf des Verfahrensmechanikers gesucht. Mit unseren zwei Jungs aus Eritrea haben wir einen Glücksgriff getan! Als Unternehmerin und als Mensch freue ich mich über diese positive Entwicklung, insbesondere über den Wegfall der Altersbeschränkung.“ „Es würde mich beruhigen, wenn mein Status während meiner Ausbildung und mindestens zwei Jahre danach geregelt wäre. Das gäbe mir die Ruhe, die ich für eine erfolgreiche Ausbildung brauche und die Chance, mich hier zu integrieren“, so Mueen Nasrullahi, aus Afghanistan, Auszubildender der IHK Schwaben.

Kritisch sieht die IHK Schwaben, dass das im künftigen Integrationsgesetz geplante 3+2-Modell nur den Status einer Duldung für in Ausbildung befindliche Flüchtlinge für diese Zeitraum vorsieht. Saalfrank: „Das ist nur eine Sicherheit auf Zeit – danach kann immer noch die Abschiebung drohen. Es kann nicht im Sinn der Politik sein, dass Unternehmer ihren Beitrag zur Integration von Flüchtlingen über die Ausbildung leisten und der Mitarbeiter dann nach maximal fünf Jahren doch noch abgeschoben werden kann. Fünf Jahre Ausbildung plus erste Arbeitsschritte müssen für eine echte Integration genügen. Hier muss die Politik im Interesse der Unternehmer Lösungen finden - Unternehmer sind keine Entwicklungshelfer. Sie wollen mit der Ausbildung von Flüchtlingen ihren Fachkräftebedarf decken.“ Dies betonte die IHK Schwaben auch zuletzt bei der von Aydan Özoguz (SPD), Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, initiierten Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen in Dresden an.

Auch der Geschäftsführer der Tür an Tür – Integrationsprojekte gGmbH, Stephan Schiele, beurteilt im Eckpunkte-Papier der Bundesregierung vorgeschlagene Regelung zur Schaffung einer Rechtssicherheit für Asylbewerber und deren Ausbildungsbetrieben während der Ausbildung, als suboptimal. Um eine praktikable Lösung für Flüchtlinge und Betriebe zu finden, wäre eine nähere Definition des Aufenthaltes zur Beschäftigung im Anschluss nötig.“
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2 Kommentare
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Klaus Anton aus Burgwedel | 26.04.2016 | 20:04  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 27.04.2016 | 00:19  
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