Der Bezirk Schwaben steht für schwäbisches Selbstbewusstsein

Innenminister Joachim Herrmann, Bezirkstagsvizepräsident Alfons Weber und Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert vor dem Kurhaustheater Augsburg-Göggingen (Foto: Bezirk Schwaben)
 
Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert und Innenminister Joachim Herrmann beim Eintrag in das Goldene Buch des Bezirks (Foto: Bezirk Schwaben)
Augsburg: Kurhaustheater | Innenminister Joachim Herrmann spricht beim zentralen Festakt „60 Jahre Bezirk Schwaben“

Augsburg (pm). "60 Jahre bayerische Bezirke, 60 Jahre Bezirk Schwaben - das ist wahrlich ein Grund zum Feiern!" Mit diesen Worten würdigte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in Vertretung des bayerischen Ministerpräsidenten die Arbeit der Bezirke. Die bayerischen Bezirke seien einmalig in Deutschland und hätten eine lange Tradition. "Als dritte kommunale Ebene haben sich unsere Bezirke fest etabliert", betonte Herrmann. "Sie erfüllen wichtige Aufgaben im Bereich 'Soziales' und 'Kultur'. Außerdem sind unsere Bezirke Ausdruck von Regionalität und stehen daher auch für Halt und Orientierung. Gerade der schwäbische Bezirk lebt das Selbstbewusstsein und die besondere Geschichte und Tradition Schwabens." Über 350 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur, der Wohlfahrtspflege und der Verwaltung waren zum zentralen Festakt des Bezirks Schwaben in das Kurhaustheater Augsburg-Göggingen anlässlich dessen Feierlichkeiten zu seinem 60jährigen Bestehen gekommen. Festredner war Innenminister Joachim Herrmann, der auch auf aktuelle Themenstellungen für die Bezirke einging.

Als überörtliche Sozialhilfeträger seien die Bezirke für die stationäre und seit 2008 auch für die ambulante Eingliederungshilfe von Menschen mit Behinderung zuständig. "Allein in Schwaben waren dies im letzten Jahr gut 18.000 Menschen", so Herrmann. "Dafür hat der Bezirk Schwaben vergangenes Jahr rund 309 Millionen Euro aufgewendet." Ein wichtiges Thema sei daher die aktuelle Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe über ein Bundesteilhabegesetz. Derzeit laufe dazu beim Bund ein umfangreicher Beteiligungsprozess, an dem auch die Bezirke als fachkundige Experten unmittelbar mit eingebunden sind. "Mit dem Bundesteilhabegesetz werden wir auch die erforderliche Entlastung für die Kommunen umsetzen", erklärte der Innenminister. Wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben, soll der Bund die Kommunen mit Inkrafttreten eines Bundesteilhabegesetzes um fünf Milliarden und bereits vor Inkrafttreten um eine Milliarde Euro pro Jahr entlasten. Dies soll je zur Hälfte über eine Erhöhung des kommunalen Umsatzsteueranteils und über eine Erhöhung der Bundesbeteiligung an den Kosten der Unterkunft im Bereich der Grundsicherung für Arbeitssuchende erfolgen. Einen ersten Gesetzentwurf hat die Bundesregierung bereits vorgelegt. "Die bayerische Staatsregierung wird sich weiterhin mit Nachdruck für die kommunalen Belange einsetzen", versprach Herrmann in diesem Zusammenhang.
Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert betonte dazu, er erhoffe sich vom Bundesteilhabegesetz, dass die Verbesserung letztendlich tatsächlich bei den Kommunen und damit bei den betroffenen Menschen ankomme. „Das werden wir aufmerksam mitverfolgen“, so Reichert. In seiner Rede ging der Bezirkstagspräsident intensiv auf die Bedeutung der Bezirke in einer demokratischen Gesellschaft ein: „Schlagworte waren vor einiger Zeit: „mehr Demokratie“ und „mehr Demokratie wagen“. Ich kann nur sagen: Schaut her! Hier in Bayern gibt es eine Institution auf dieser Ebene, wo mehr Demokratie gewagt wird als anderswo. Mit einem Blick in Richtung Staat sage ich: Diese Ebene übernimmt Aufgaben, die eben nicht von staatlichen Verwaltungen, sondern in demokratischer Selbstverwaltung erledigt werden können. Und wir haben neben diesen Aufgaben auch die dazugehörige Verantwortung übernommen.

Der Bezirk Schwaben, das darf hier durchaus selbstbewusst bilanziert werden, erledigt seine Aufgaben positiv und verantwortungsbewusst - in erster Linie für die Bürgerinnen und Bürger Schwabens, aber eben auch im engen Kontakt mit allen Partnern, die zu unserem Netzwerk gehören“, so der Bezirkstagspräsident. Schwäbisches Selbstbewusstsein kam auch bei einem besonderen Geschenk zum Ausdruck, das Innenminister Herrmann von Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert überreicht bekam: Ein Trikot des Bundesligisten FC Augsburg, das seit dieser Saison mit dem Wappen des Bezirk Schwaben glänzt.

Der von Johannes Hitzelberger, Bayerischer Rundfunk, moderierte Festakt ging in einem kulturellen Denkmal vonstatten, das glanzvoll vom großen kulturellen Engagement des Bezirks zeugt, im Kurhaustheater Augsburg-Göggingen. Gemeinsam mit der Stadt Augsburg hatte der Bezirk Schwaben dieses Baujuwel durch die Sanierung vor dem Zerfall gerettet, heute wird es in einem gemeinsamen Zweckverband für das Parktheater wieder als Theater- und Spielstätte mit Leben erfüllt.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt ebenfalls mit kulturellen „Eigengewächsen“ des Bezirks aus dem Schwäbischen Jugendsinfonieorchester, der Berufsfachschule für Musik in Krumbach und der Schwäbischen Franzosamusik von der Volksmusikberatungsstelle des Bezirks. Mit einem Auszug aus dem Stück „Weiße Rosel“ über Sophie Scholl hinterließ das vom Bezirk mitgeförderte Theater „Eukitea“ einen bleibenden Eindruck. Und die Trachtenpaare der Trachtenkulturberatung des Bezirks, die die Gäste in Empfang nahmen, sorgten für einen optischen Blickfang.
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