CSU Augsburg-Land Mentoring- Programm "Politik sucht Frau": Geburtstag mit der Bundeskanzlerin, Erfahrungsbericht

Die Mentees Regina Kendler (li) und Frauke Schmid (re) mit Edmund Stoiber
 
Mentees Anke Hackl und Regina Kendler (v li)

Regina Kendler aus Mering war Gast auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg. Dort ist sie 19 geworden und hat Politik hautnah erlebt

Es war ein Geburtstag der besonderen Art, denn wer bekommt schon die Gelegenheit seinen letzten Tag als 18-Jährige mit einer Live-Rede der Kanzlerin zu beschließen und tags darauf Politikern wie Edmund Stoiber und Peter Ramsauer die Hand zu schütteln? Ich, Regina Kendler aus Mering, hatte die Chance und habe sie ergriffen. Eigentlich habe ich eine nette kleine Party mit meinen Freunden geplant, als ich kurzfristig eine Gasteinladung für den Parteitag der CSU in Nürnberg bekam. Ich hatte mich etwa einen Monat zuvor um die Teilnahme an einem Mentoring-Programm beworben, das diese Partei für politisch interessierte Frauen anbietet. Erst später habe ich erfahren, dass diese Aktion nur für Anwohnerinnen der Region Augsburg-Land gedacht war und habe mit einer Zusage gar nicht mehr gerechnet. Doch Ute Anthuber, die Organisatorin des Projekts hatte sich darum bemüht neben zehn Frauen aus dem Raum Augsburg-Land auch Anke Hackl aus Aichach und mich zuzulassen. Jeder Teilnehmerin wird nun ein Mentor an die Seite gestellt, der sie zehn Monate lang in die politischen Kommunalstrukturen einweiht. Außerdem gibt es Seminare und wir dürfen an unterschiedlichen Veranstaltungen teilnehmen. Da ich neben Literatur auch Politik studiere, klang das alles sehr verlockend und die Einladung auf den Parteitag erschien mir wie ein Sechser im Lotto. Zwar bin ich kein Mitglied der CSU, aber die Aussicht, die Wahl des Parteivorsitzenden und seines Stellvertreters mitzuerleben, reizte mich ungemein. Meinen Geburtstag, der auf dieses Wochenende fiel, verlegte ich rasch nach Nürnberg und eine Übernachtungsmöglichkeit bei einer guten Freundin ergab sich auch. Es waren nur zwei weitere Teilnehmerinnen gekommen, mit denen mich Anthuber bekannt machte. Gemeinsam betraten wir die gigantische Messehalle, in der sich über 800 Delegierte aus ganz Bayern versammelt hatten. Ein wenig aufgeregt versuchte ich herauszufinden, worüber die Einzelnen diskutierten und musste schmunzeln, als ich merkte, dass sich viele über die Stände im angrenzenden Messebereich austauschten. Tatsächlich war die Atmosphäre sehr viel lockerer als gedacht: Während der Ansprachen auf der Bühne unterhielten sich einige weiterhin und die hinteren Türen blieben durchgehend geöffnet, sodass man jederzeit gehen und sich auf dem Messegelände mit Kaffee und Gebäck versorgen konnte. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. Aber als Angela Merkel angekündigt und von rockiger Musik auf das Podium begleitet wurde, nahmen doch die meisten ihre Plätze ein. Obwohl sowohl die Kanzlerin als auch Horst Seehofer nur von weitem zu sehen waren, unterschied sich diese Perspektive sehr von der am Fernseher. Am Beifall ließ sich deutlich erkennen, an welcher Stelle die Redner auf Zustimmung oder Skeptik stießen. Für kleinere Meinungsverschiedenheiten unter den Politikern sorgte neben der anstehenden Wahl zwischen Ramsauer und Gauweiler auch das Thema der Frauenquote. Obwohl ich nicht über den prozentualen Frauenanteil in der CSU informiert bin, ließ sich an einer nicht vorhandenen Schlange vor den Damentoiletten erkennen, dass er nicht allzu hoch sein kann. Anthuber will deshalb unter anderem mit Hilfe des Mentoring-Programms mehr Frauen für Politik begeistern. Und was mich betrifft, ist ihr das gelungen. Jedenfalls war es ein ereignisreicher Geburtstag.
VON REGINA KENDLER

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