Bio – Der Kern einer nachhaltigen Entwicklung

v.r.n.l.: Dirk Wurm (Referent für Ordnung, Gesundheit und Sport, Augsburg), Gerda Stuchlik (Oberbürgermeisterin, Freiburg), Dr. Peter Pluschke (Sprecher Biostädte Netzwerk, Nürnberg)
 
v.r.n.l.: Dirk Wurm, Dr. Peter Pluschke, Gerda Stuchlik, Josef Schmid

Bio-Städte aus ganz Deutschland treffen sich in Augsburg zur Gründung eines Bio-Netzwerkes

„Man könnte es so sehen, dass Bio der Kern einer nachhaltigen Entwicklung ist“, so Professor Dr. Franz-Theo Gottwald von der Schweisfurth Stiftung München. Am Donnerstag, den 4. Februar 2016 durfte Augsburg Gastgeber des Gründertreffens der Bio-Städte im Rathaus sein. Hier wurden die Kooperationsvereinbarungen des Netzwerkes von allen anwesenden Stadtvertretern unterzeichnet. Teil nahmen unter anderem München, Nürnberg und Freiburg.

Warum überhaupt Bio?

Die Bio-Branche ist eine der nachhaltigsten zukunftsträchtigen Branchen und ein lohnendes Feld für die Wirtschaftsförderung. Durch den ökologischen Anbau werden Böden und Klima geschont sowie die Artenvielfalt gefördert. Biolebensmittel enthalten außerdem weniger schädliche Inhaltsstoffe, was beweist, dass Bio nicht nur im Sinne der Umwelt Gutes tut. Dies alles sind Gründe für die Förderung und kontinuierliche Steigerung des Bio-Sektors.

Als Ziele des „Netzwerkes Bio -Städte, -Gemeinden und -Landkreise“ sind die Verpflegung aus Bio-Produkten in öffentlichen Einrichtungen und Kantinen, die Vernetzung und der damit verbundene Erfahrungsaustausch sowie die Aufklärung und Bewusstseinsbildung zur gesunden Ernährung mit Bio- Lebensmitteln angesetzt Bio-Städte sollen die gesundheitlichen Aspekte bezüglich des Essens verbessern und den Menschen wieder das Gefühl geben, sie essen etwas Gutes. Die Nachhaltigkeit des Plans wird hier auf jeden Fall als wichtiger Punkt angesehen. Die Zusammenarbeit sei hier nicht um zu konkurrieren, so Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister von Augsburg, sondern um Erfahrungen zu sammeln und auszutauschen und gemeinsame Ideen und Projekte besser durchzusetzen.

Wie „Bio“ ist Augsburg derzeit?

Die ganze Bio-Bewegung begann 2004, als der Stadtrat das Handlungsprogramm Nachhaltigkeit aufstellte. 2007 beschloss die Stadt, mehr Biokost in städtischen Einrichtungen wie Schulen, Kitas und Kantinen und bei städtischen Veranstaltungen einzusetzen. 2009 wurde dies mit der Gründung des Netzwerkes „UNSER LAND“, welches sich für das Angebot regionaler, oft biologisch erzeugter Lebensmittel einsetzt noch erweitert. Im gleichen Jahr führte unsere Stadt die große Fachmesse für Naturkosthandel BioSüd ein, was ein weiterer Schritt in Richtung Bio-Stadt war. Seit 6 Jahren darf Augsburg sich nun stolz als „Fairtrade Town“ bezeichnen, was sicher ein großartiges Beispiel dafür ist, wie der Handel nicht nur auf konventionellem Wege gut funktionieren kann. Zudem belegen zahlreiche Projekte wie der Neuaufbau der CityFarm in Oberhausen-Nord, der Bio-Köche-Stammtisch oder die Bio-Pausenbrot-Aktion, welche Grundschüler über Bio-Lebensmittel und ökologischen Landbau aufklärt, den bedeutenden Fortschritt Augsburgs.

Partnerdörfer versorgen die Bevölkerung Freiburgs

Auch Freiburg ist Mitglied im Netzwerk der Bio-Städte. Hier herrschen regionale Stadt-Land-Beziehungen. Jeder Stadtteil hat ein Partnerdorf, welches mit den Lebensmitteln der heimischen Bauern beliefert wird. So soll die regionale Versorgung der gesamten Bevölkerung sichergestellt werden. Auch wöchentliche Stadtmärkte geben den Bauern der Region die Möglichkeit ihre Erzeugnisse an den Mann zu bringen. Ein beeindruckender Anfang, welcher nun auch mit Bio Erzeugnissen ausgebaut werden soll. Die Lebensmittel sollen nicht nur regional sein, sondern auch ökologisch und nachhaltig. Die Schwerpunkte der Durchsetzung liegen in der Schulverpflegung, der Bildung für nachhaltige Entwicklung und in der bereits erfolgreich erreichten Stadt-Land-Beziehung.

Der Herausforderung, mit welcher die vermehrte Durchsetzung von Bio Produkten verbunden ist, ist den Verantwortlichen jedenfalls bewusst. Beispielsweise müssen die Liefer- und Bearbeitungsketten in diesem Sinne neu aufgebaut werden. Es gibt auch schon einige Lösungsansätze, wie die Preisminderung der Bio-Lebensmittel durch die Marktwirtschaft.

Bio-Metropole Nürnberg

Nürnberg, auch als Bio-Metropole bekannt, ist in Sachen Bio bereits sehr fortgeschritten. So bestehen auf dem berühmten Nürnberger Christkindlesmarkt schon bis zu 50 Prozent der Produkte aus Bio. Die Bio-Metropole ist wohl die einzige Großstadt mit städtischen Gemüseanbau. Auch im Stadtrat sitzen hier waschechte Landwirte. Ziel der Stadt ist es die ökologischen Produkte zu popularisieren und demokratisieren, so Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister von Nürnberg. Das Ganze soll nicht mit erhobenen Finger geschehen, sondern durch das Bewusstsein der Bürger, dass der Konsum von Bio-Kost weit besser sei, als die bisher nicht ökologisch angebotene Ware.
Hier spielt jedoch, laut Maly nicht die Moralisierung des Konsums eine Rolle, sondern die Marktwirtschaft. Durch stetig höhere Nachfrage kann beispielsweise auch die Problematik der teureren Preise der Biokost behoben werden.

Weitere Infos unter www.biostaedte.de
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