Kurzweilige Jahreshauptversammlung am 23.März 2015 in Augsburg

Jahreshauptversammlung BUND Naturschutz e.V. Kreisgruppe Augsburg
 
Frau Jantschke
Nachdem das Publikum im voll besetzten Reichle Saal des Zeughauses mit Butterbrezeln und Getränken versorgt war, begrüßte Johannes Enzler, Vorsitzender der BUND Naturschutz Kreisgruppe Augsburg, die anwesenden Mitglieder und Gäste, darunter die Landtagsabgeordnete der Grünen Christine Kamm.
Als erste Gastredner des Abends traten auf: drei Mitglieder der Tierschutz-AG der Mittelschule Großaitingen. Die Schüler und Schülerinnen der 5. bis 8. Klasse präsentierten gekonnt Einblicke in ihre Arbeit auf dem Gut Morhard in Königsbrunn im Rahmen von wöchentlichen Workshops, die von der BUND-Kreisgruppe unterstützt werden. Die Kinder hatten sogar einen Film gedreht, der ihr Engagement und ihre Freude an den Arbeitsergebnissen gut vermittelte und das Publikum begeisterte.
Im Anschluss referierte Johannes Enzler einen Überblick der Themen, mit denen sich die Kreisgruppe aktuell auseinandersetzt. Das ungelöste Problem der Entsorgung von radioaktivem Müll stand an erster Stelle. Auch die Nachteile von Kohlekraftwerken müssen im Blick behalten werden. Ziel sollte sein, die Energieversorgung durch Energieeinsparung, Effizienzverbesserung und einen wohldurchdachten Ausbau der erneuerbaren Energien sicher zu stellen. Das neue EEG-Gesetz und die bayerische Abstandsregelung für Windräder zur Wohnbebauung zeigen, dass der BUND weiterhin Überzeugungsarbeit leisten muss. Ein wichtiges Thema im Landkreis Augsburg ist der enorme Flächenverbrauch durch Bebauung für Gewerbe, Wohnen und Verkehr. Gleichzeitig wird auf den Anschluss von Gewerbegebieten an den Schienenverkehr oft verzichtet, etwa beim Güterverkehrszentrum im Städtedreieck Augsburg-Neusäß-Gersthofen. Hier könnten durch einen Gleisanschluss rund 100000 Lkw-Fahrten ersetzt werden. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist seit Jahrzehnten ein Artenrückgang zu beobachten, einen Lichtblick bietet die Forstwirtschaft, wo allerorten Naturschutzkonzepte entwickelt werden. Anlass für Optimismus gibt auch das Projekt „Licca liber“, das für viele Fisch- und Vogelarten eine Verbesserung bringen soll. Die Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA waren 2014 Diskussionsthemen und werden es 2015 bleiben.
Ohne die Arbeit vieler ehrenamtlich Engagierter kann der BUND nichts bewirken. Familie Pausch aus Dinkelscherben sorgte jahrelang für die Herausgabe des Mitteilungsblattes „Die Arche“ und wurde zum Dank von Enzler mit einem Präsent bedacht. Er dankte dem neuen Redaktionsteam, bestehend aus Olga Ustinin, Paul Reisbacher und Ute Blauert, für die nahtlose Übernahme der Verantwortung. Er sprach seine Anerkennung den Mitgliedern des Vorstandes der Kreisgruppe aus, ebenso Lothar Büch für die Betreuung des Internetauftritts, den Helfern, die freitags die Geschäftsstelle betreuen, sowie den Vorständen und Aktiven in den Ortsgruppen, die das Rückgrat der Kreisgruppe bilden. Zudem bedankte er sich bei der Geschäftsstellenleiterin Erika Bißle, deren Leistung weit über das Erwartbare hinaus reicht.
Darauf folgte der Bericht von Erika Bißle über ihre Arbeit im Jahreslauf. Veranstaltungen vorbereiten, Info-Flyer gestalten, Abrechnungen erstellen, Fördermittel beantragen und vieles mehr steht auf ihrer Aufgabenliste. Unter den zahlreichen Veranstaltungen, von denen Frau Bißle viele Fotos mitgebracht hatte, seien beispielhaft der Info-Stand auf der Afa, der Regionalvermarktertag im Botanischen Garten und die Herbsttagung der Kreisgruppe in Zusmarshausen genannt.
Schatzmeister Holger Thies war in der glücklichen Lage, für das Jahr 2014 einen Überschuss mitteilen zu können. Zustande gekommen war der warme Regen unter anderem durch eine Erbschaft, eine Ortsgruppenauflösung, geringere Ausgaben und die Nachzahlung des Zuschusses vom Landesverband für 2013. Der Schatzmeister wurde einstimmig entlastet.
Schließlich erhielt Dr. Erik Mauch aus Dinkelscherben in Anerkennung seiner langjährigen Arbeit im Vorstand das Vereinsabzeichen in Silber aus den Händen von Johannes Enzler.
Den zweiten Gastvortrag des Abends hielt die Biologin Sabine Jantschke, Betreuerin der ehrenamtlich Tätigen im Projekt „Wildkatzensprung“ in Bayern. Sie zeigte die Geschichte der Wiederansiedlung der Wildkatze in Deutschland und erläuterte, wie es gelingt, Spuren der Tiere zu finden. Bisher gibt es drei Nachweise von Wildkatzen in den Westlichen Wäldern. Um wie viele Tiere es sich handelt, ist noch ungewiss. Da die Katzen sehr scheu sind, ist nicht damit zu rechnen, dass sie in Wohngebiete einwandern. Der Lebensraum der Wildkatze ist der lichte, vielgestaltige Wald, reich an Pflanzen- und Tierarten. Damit sich die Katze weiter verbreiten kann, ist für „grüne Korridore“ von einem Lebensraum zum nächsten zu sorgen. Sollte es gelingen, die Lebensbedingungen für die Wildkatze zu verbessern, werden davon auch viele andere Arten profitieren.
Und damit endete eine rundum gelungene Veranstaltung.
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