In der Region sauber erzeugen und verdienen

Pfänderhof (Foto: P. Reisbacher)
 
WKA - Lamerdingen (Foto: P. Reisbacher)
Bund Naturschutz besuchte mit Politikern zwei Zukunftsbetriebe

Wie werden wir zukünftig unseren Strom umweltfreundlich produzieren und unsere Lebensmittel erzeugen? Und wie unseren Lebensunterhalt in unserer Region verdienen? Diesen Fragen gingen die Umweltschützer des Bund Naturschutz und Politiker bei einer Busfahrt zu zwei Betrieben nach.

Photovoltaik und Windkraft sind die Arbeitspferde unserer Energiewende
Von überall im Landkreis und in der Stadt Augsburg kann man die Dampfwolke des AKW Gundremmingen sehen. Darunter läuft Deutschlands größtes und gefährlichstes Kernkraftwerk. Dies motiviert die Umweltschützer unermüdlich für eine bessere Stromversorgung zu kämpfen. Bei ihrer Bustour besuchten sie gemeinsam mit Bürgermeistern, der stellvertretenden Landrätin, Augsburgs Umweltreferent und Gemeinderäten als erstes die zwei neuen Windräder zwischen Langerringen und Lamerdingen.
Der Geschäftsführer Robert Sing berichtete, dass jede Anlage so viel Strom erzeugt, dass damit jährlich die Verbrennung von 2000 Tonnen Steinkohle ersetzt wird. Für so viel Kohle müßten zwei lange Güterzüge fahren. Jedes dieser modernen Windräder vermeidet damit rund 6000 Tonnen klimaschädliches CO2. Oder auch die Erzeugung von Atommüll. Den Strom liefern diese Windkraftwerke für 9 Cent je Kilowattstunde. Fast 100 Bürgerinnen und Bürger aus der Region haben die drei Millionen Euro Kapitaleinlage für die zwei Windräder aufgebracht. Noch mal sieben Millionen haben Banken ausgeliehen.
Lamerdingens Bürgermeister Konrad Schulze konnte stolz sagen: Unsere Gemeinde versorgt sich rechnerisch komplett mit im Ort erzeugten Strom aus Erneuerbaren Energien. Darüber hinaus liefern wir viel Strom in Nachbargemeinden und verdienen damit.
Vom Bund Naturschutz wurde eingeworfen, dass man 3.700 solcher Windräder braucht, um die Stromproduktion des AKW Gundremmingen zu ersetzen. Dass man aber auch noch die Photovoltaik als Arbeitspferd der Energiewende hat. Und dass Biogas und Wasserkraft immer stärker als flexible Stromquelle genutzt werden können, wenn Licht und Wind schwach sind. Schließlich gilt es auch den Stromverbrauch durch Einsparung und Effizienzverbesserung zu verringern. Eindringlich machte der Bund Naturschutz die Gefahren der Atomkraft deutlich: Im Fall des Falles in Gundremmingen müssen auch Gemeinden im Landkreis Augsburg evakuiert werden. Bei ungünstigen Windverhältnissen sogar die Stadt Augsburg.
Erschüttert hörten die Umweltschützer und Politiker vom Betreiber des Windrads, wie einige Fanatiker mit falschen Argumenten und persönlichen Angriffen gegen die Windräder Krieg führen.

Biobauer ernährt viele
Weiter ging die Busfahrt zum Biohof Pfänder in Schwabmünchen. Dieser gilt in Deutschland als Vorzeigebetrieb. Auf über 50 Hektar werden dort Feldgemüse, Getreide und Kartoffeln erzeugt. Rechnerisch können damit gut 1.100 Menschen ernährt werden. Und das biologisch erzeugte Gemüse ist begehrt. Im Hofladen und bei den Weiterverkäufern kann die Nachfrage häufig nicht befriedigt werden.
Die Bauern sparen Energie und Euro indem sie die zur Jahreszeit passenden Gemüse pflegen. Und über den Winter Lagergemüse anbieten.
Auf dem Hof wird der Lebensunterhalt für sieben Familien verdient. Im Ökolandbau werden zwar moderne Maschinen eingesetzt und doch ist viel Handarbeit. Die Arbeit hier erfordert Qualität und wird gut bezahlt.

Die Zukunft unserer Wirtschaft ist ökologisch oder es gibt keine. Umweltschützer und Politiker freuten sich, dass in unserer Region zwei zukunftsfähige Betriebe zeigen, wohin die Reise geht.

Raimund Kamm
Bund Naturschutz Augsburg
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