Hochzeitreisende sind in Sicherheit

Bergmolch (Foto: Wolfgang Willner)
 
Erdkröte (Foto: Wolfgang Willner)
Geschafft! Rund 650 000 Amphibien, die Aktive des BUND Naturschutz (BN) in den vergangenen Wochen über Bayerns Straßen getragen haben, haben ihre „Hochzeitsreise“ gut überstanden. Die alljährliche Wanderung der Tiere zu ihren Laichplätzen ist in fast allen Regionen Bayerns abgeschlossen. Rund 6000 freiwillige Helfer des BN waren dabei im Einsatz, bauten Krötenzäune auf, trugen die Tiere über sie Straße und haben sie so vor dem Tod unter dem Autoreifen gerettet. Es ist die größte Mitmachaktion des Naturschutzes in Bayern.

„Die Wetterverhältnisse sorgten für regional sehr unterschiedliche Verläufe der Wanderungen“, erklärt der BN-Artenschutzexperte Dr. Kai Frobel. „Nach dem extrem milden Winter machten sich die Tiere in einigen Regionen sehr früh auf den Weg. Erste Feuersalamander wurden bereits im Dezember gesichtet, das ist so früh wie nie zuvor!“ In Südbayern gab es immer wieder Föhntage und warme Nächte, so dass die Amphibien-Wanderung dort in diesem Jahr deutlich früher begann als in Nordbayern. Bayernweit ideales „Wanderwetter“, also regnerische, warme Nächte, gab es aber praktisch gar nicht, so dass die Wanderungen in diesem Jahr ohne die sonst üblichen ein, zwei Nächte mit massenhaftem Andrang der Tiere abliefen.

Die Anzahl der geretteten Tiere schätzt der BUND Naturschutz mit rund 650 000 rückläufig ein, wobei es auch hier regionale Unterschiede gab. Aus einigen Regionen, zum Beispiel Pfaffenhofen und Lindau, melden die Helfer seit Jahren deutlich sinkende Zahlen, anderorts wie zum Beispiel im Raum Traunstein steigen die Zahlen der „Hochzeitsrei-senden“ an den Amphibienzäunen an. Die „Top Five“ der Amphibien, die sich auf den Weg zu ihren Laichplätzen machen, waren:
Erdkröte
Die braune Erdkröte ist mit bis zu elf Zentimetern eine der größten heimischen Amphibienarten und an vielen Gewässern zuhause. Zu schaffen machen ihr vor allem die Zerstörung ihrer Lebensräume und die Gefährdung während der Wanderung zu den Laichplätzen. (Status: „besonders geschützt“)
Grasfrosch
Auch der gelbliche, rotbraune oder schwarzbraune Grasfrosch besiedelt viele Lebensräume am Wasser, vom kleinen Tümpel bis zum Bachlauf. Nicht selten wandern die Tiere schon im Herbst zu ihrem Laichgewässer, wo sie dann unter Wasser überwintern. (Status: „besonders geschützt“)
Bergmolch
Für die Damenwelt macht das Bergmolchmännchen sich schick: In der Paarungszeit bekommt es eine blaue Rückenfärbung. Wen die Laichzeit zu Ende geht, nimmt es wieder eine unscheinbarere Farbe an. Zu Hause ist der Bergmolch, der bis zu zwölf Zentimeter groß wird, in gewässerreichen Wäldern. (Status: „besonders geschützt“)
Teichmolch
Die braun gefärbten Tiere sind oft schon früh, gleich nach dem Ende der Frostperiode, zu ihren Laichgewässern unterwegs. Die in Deutschland häufigste Molchart lebt in stehenden Gewässern und fühlt sich in allen Teichen und Tümpeln wohl. (Status: „besonders geschützt“)
Feuersalamander
Die Amphibie des Jahres 2016 fühlt sich in feuchten, von Quellbächen durchzogenen Wäldern des Berg- und Hügellandes wohl. Erwachsene Tiere werden 14 bis 18 Zentimeter groß. Die Hauptnahrung sind Schnecken, Käfer und Regenwürmer. Seit kurzem sind die Tiere durch eine Pilzerkrankung, den „Salamanderfresser“, bedroht. (Status: Rote Liste, Stufe 3, das heißt im Bestand gefährdet)
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