Wenn zwei Welten aufeinander treffen

Musikakrobaten „Gogol & Mäx“ sorgen als ungleiches Paar für Lachanfälle im Bürgersaal

Ein ungleiches Paar hat im Bürgersaal die Herzen des Publikums erobert: Die Musikakrobaten „Gogol & Mäx“ - der eine ein arrogant wirkender Maestro im Frack und mit adrettem Scheitel, der andere ein hämischer Diener in Hochwasserhosen und mit langen Haaren – lieferten sich dort ein tempo- und geistreich ausgefochtenes musikalisches Duell und sorgten dadurch für Lachanfälle bis die Bauchmuskeln weh taten. Besonders kurios: Die unglaubliche Instrumenten-Vielfalt, in der sich klassische Exemplare wie Klavier und Gitarre ebenso einreihten wie skurile Gerätschaften, darunter eine Säge, mehrere Kuhglocken und gewagte Trichterkonstruktionen.
Gewürzt wurde das Ganze durch beinahe haarsträubende artistische Einlagen, wozu eine „Drahtseil-Nummer“ gehörte. Dabei tauschte der sonst so ernste Maestro seinen schwarzen Frack gegen einen rosaroten Ballettrock ein, um mit gelbem Schirmchen in der Hand über eine schmale Stange zu balancieren. Nach solchen Eskapaden drängte es den strengen „Meister“ jedoch immer wieder in sein seriöses Fach, einem klassischen Klaviersolo, zurück. Dann entriss er seinem grinsenden Gegenüber dessen Zubehör und steckte den Störenfried zur Strafe in eine Tonne oder stülpte ihm einen Weidenkorb über. Den so Gefangenen beeindruckte dies herzlich wenig. Er heckte gleich den nächsten Schabernack aus. Schnell warf er seinem überraschten Bühnenpartner ein paar Porzellanteller zu. Dabei landete, oh Schreck, ein Schwung im Publikum, das erst nach einem entsetzten Wegducken bemerkte, dass das Geschirr aus Plastik war.
Auf der Bühne entspann sich eine turbulente Szenerie, die durch die Konkurrenzsituation der beiden Akteure geprägt war, zugleich aber auch Momente enthielt, in denen die gegensätzlichen Welten auf wunderbare Weise miteinander verschmolzen. Gegen Ende der Vorstellung griffen die beiden Kabarettisten in trauter Zweisamkeit zu mit Wasser gefüllten Gläsern, denen sie fast schon überirdisch wirkende Klänge entlockten. Das Programm kam im Übrigen fast ohne ein gesprochenes Wort aus. Stattdessen wurde ein artistisches und musikalisches Kabinett der Kuriositäten präsentiert, das sehr viel Beifall erhielt.

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myheimat-Stadtmagazin neusässer | Erschienen am 30.10.2009
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