Sandra Lehmann, Fernseh-Schauspielerin aus Friedberg im Portrait

Sandra Lehmann ist eine Frohnatur. (Foto: Acting with People)
 
Sandras Rollen sind meist taffe Frauen.
Kleiner Familienmensch mit Hang zur Friedberger Sagenwelt

Die Schauspielerin Sandra Lehmann ist in Friedberg geboren und hält auch heute noch den Kontakt zu ihrer Heimat. Seit vier Jahren wohnt sie im Augsburger Stadtteil Hochzoll. Sandra Lehmanns bekannteste Rolle war wahrscheinlich die der Petra Ambacher in der Pseudo-Doku-Soap „Abschlussklasse 03“, in der sie eine intrigante Abiturientin spielte. Das Konzept und ihre Rolle wurden mit „Freunde – das Leben beginnt“ und „Freunde – das Leben geht weiter“ bis 2006 von PRO7 fortgesetzt. Sandra besuchte das Münchner Schauspielstudio und im Anschluss noch eine Schauspielschule. Inzwischen hatte sie Auftritte in der Soap „Marienhof“ und den Serien „Alles außer Sex“, „Um Himmels Willen“ und „K11 – Kommissare im Einsatz“.

Sandra Lehmann ist kleiner als erwartet. Schauspieler wirken auf Fotos oder im Fernsehen immer größer. Sie misst knappe 1,56 Meter. Völlig unverkrampft mit einer mädchenhaften Note verhält sich die Blondine ganz anders als die Zicken und Intrigantinnen, die sie sonst spielt. Sie ist eine Frohnatur, unvoreingenommen und aufgeschlossen mit einem aufmerksamen Blick für die Dinge im Leben.
Auf dem Weg zu ihrer Wohnung grüßt sie die Leute mit Namen – eine Tugend, die im Stadtleben häufig verloren geht. Sie schottet sich nicht ab, sondern pflegt den Kontakt zu ihrer Wohngegend.
Als 2003 die Semi-Reality-TV-Sendung „Abschlussklasse 03“ entstand, waren viele an diesem Projekt interessiert. „Als die Castings liefen, kam die Frage: Willst du die Schlampe spielen?“, erzählt Sandra fröhlich. „Ich spielte gerade im Augsburger Stadttheater eine Hure in Brechts Dreigroschenoper – da dachte ich, klar kann ich das spielen.“ Fast alle sonstigen Darsteller haben eigentlich sich selbst gespielt und wurden von Straße direkt zu Vorsprechen gelotst. „Das war ganz schlimm – aber klar, am einfachsten zu spielen.“
Ihre Einzimmerwohnung in Hochzoll ist gemütlich und aufgeräumt – auch wenn sie betont wie unordentlich alles bei ihr ist. „Ich bin wie mein Vater, voll das Ordnungstier“, lacht sie, während sie an einem gar nicht faltigen Vorhang zupft. In einer großen Vitrine steht ihre Drachensammlung. Sie interessiert sich sehr für Sagen und Fabeln, besonders für jene, die mit Friedberg in Verbindung stehen. Über die Blutföhre, die als Beweis für die Unschuld eines Grafs wuchs, erzählt sie mit regelrechter Begeisterung.
Die Schauspielerei ist ihre Leidenschaft, doch vieles läuft in der Fernsehwelt zufällig ab. „Als die Hauptdarstellerin der Serie K11-Komissare im Einsatz ausfiel, wurde ich um 8 Uhr in der früh angerufen, um für sie einzuspringen“, berichtet sie begeistert. „Ich lehnte erst ab, weil mir das zu kurzfristig war. Dann dachte ich mir, dass ich vielleicht eine Chance verpasse. Na gut, angerufen und Glück gehabt. Den Text lernte ich dann erst vor Ort.“
Ihre andere Leidenschaft gilt dem Gesang. Derzeit singt sie bei der Band ChariVari – einer erfolgreichen Bierzeltband mit bajuwarische Musik. „Ich bin aber eher die Rock`n`Roll- und Jazz-Fraktion“, erzählt Sandra fröhlich und lenkt von der Vorstellung Sandra in Tracht gleich wieder ab. „Vor etwa sechs Jahren hab ich bei einer Falco-Revival-Show ein Konzert vor 33.000 Leuten gesungen“, erzählt sie stolz. „Da bekam ich schon etwas weiche Knie.“ Sie stand auch schon für Aufnahmen im Tonstudio von Thomas Rabitsch, der früher mit Falco zusammengearbeitet hat.
Der Kontakt zu Friedberg bleibt durch die Band und den alten Stammkneipen wie der Weinstube „Weinnest“ erhalten. „Da hab ich auch damals meine Kommunion gefeiert“, fügt sie an. Die Familie ist natürlich der wichtigste Grund im Kontakt mit Friedberg zu bleiben. „Ich bin ein richtiger Familienmensch“, gibt sie zu.
Sie verbindet mit ihrem Geburtsort Friedberg viel: „Friedberg ist halt meine Heimatstadt – da bin ich aufgewachsen und da hat man halt ganz viel Blödsinn gemacht.“ Um Ruhe zu genießen macht Sandra gern lange Spaziergänge. „Wenn mir alles zu viel wird, laufe ich nach Friedberg rauf oder durch Augsburg – bis zu fünf Stunden.“ Auf die Frage, wo sie sich zu Hause fühlt, antwortet sie: „Mein Herzblut schlägt für Friedberg und Augsburg. Zum Shoppen ist Augsburg besser, aber wenn ich gemütlich was trinken gehen will, dann ist Friedberg die richtige Adresse.“
Sie mag ihre Heimat Friedberg, aber als Schauspielerin sieht sie ihre Zukunft woanders. „Friedberg und Augsburg sind schon süß und lieb, aber zu klein, um Kontakte für meine Branche zu knüpfen. Köln, Berlin und München sind die drei wichtigen Metropolen fürs deutsche Fernsehen.“ Sie bereitet sich schon darauf vor, demnächst länger weg zu sein. „Meine Traumrolle wäre eine Mörderin zu spielen, da könnte ich viele verschiedene Fassetten zeigen.“ Sie selbst besitzt auch mehrere Seiten.
Sie bezeichnet sich als Autofreak, was sich durch ihre Clique und durch ihre Familie ergeben hat. Ihr Vater hat in Friedberg eine Werkstatt, wo ihr Bruder und manchmal sogar ihr 85jähriger Opa mithelfen. Sie selbst durfte nicht in die KfZ-Lehre, weil es ihr Vater verbot – er warnte vor Vorurteilen von Männern. Ihre ganze Familie ist sehr froh, dass sie sich für das Schauspielern entschieden hat. Für eine Frau hat sie dann aber doch noch ein eher untypisches Hobby: Sie restauriert Oldtimer. Seit einem Jahr macht sie einen englischen Morris Minor wieder straßentauglich.
Zwar ist noch nichts offiziell, aber wir werden Sandra Lehmann bestimmt bald im Fernsehen wieder sehen können. „Momentan stehen drei Projekte an, auf die ich echt gespannt bin. Ich kann aber noch nicht darüber reden“, erzählt sie aufgeregt und würde gerne mehr ausplaudern. Wir bleiben gespannt.
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Daniel Erlinger aus Diedorf am 19.05.2008 um 10:41 Uhr  
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Juan Carlos Oliver-Vollmer aus Augsburg am 19.05.2008 um 14:11 Uhr  
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