Musikverein Bobingen bringt Videospielmusik auf die Bühne – Wiederholung geplant

Auditorium des Zentrums für Kunst und Musik: Gemeinsam mit dem Uni-Chor Augsburg begeisterte das Sinfonische Blasorchester Bobingen das Publikum mit Videospielmusik. (Foto: Peter Neidlinger)
Augsburg: Zentrum für Kunst und Musik der Universität Augsburg | Klassik aus der Spielekonsole: Gemeinsam mit dem Chor der Universität Augsburg lud das Sinfonische Blasorchester des Musikvereins Bobingen Anfang Juli zu einem musikalischen Ereignis der besonderen Art: zu „Game Music in concert – von Angry Birds bis Final Fantasy“.

Im restlos ausverkauften Auditorium des Zentrums für Kunst und Musik der Uni präsentierten die Protagonisten unter der Leitung von Franz Bader Highlights aus der Welt der Videospiele. Die Resonanz war so gut, dass das Konzert wiederholt wird: am 4. Oktober um 18 Uhr in der Singoldhalle Bobingen.

Neben den Sounds von Spieleklassikern wie Tetris, Super Mario, Angry Birds oder Pokemon boten die Musiker Kompositionen moderner Videospiele wie Halo, Final Fantasy, World of Warcraft oder Call of Duty dar. Mit den brummigen Soundchip-Tönen aus der Anfangszeit der Konsolen haben die Soundtracks dabei nichts mehr zu tun, die Videospielmusik ist heute ein eigenes musikalisches Genre vergleichbar der Filmmusik, das das junge Publikum in Scharen in den Konzertsaal lockt.

Klassik für die Generation PlayStation

„Was die Generation PlayStation schon immer wusste, lernen jetzt auch deren Eltern: Die spannendste neue Musik ist Klassik aus der Konsole“, erklärt Franz Bader, der Leiter des Sinfonischen Blasorchesters, den Reiz der Musik auch für seine Generation.

Besonders spürten die Zuhörer die Wucht des Orchesters bei dem mächtigen Werk „Summoner's Call“ des Spielehits League of Legends. Gregorianisch düster wurde es bei „Invincible“ aus World of Warcraft, wo die Mezzosopranistin Franziska Bader als Solistin brillierte. Ihr Können zeigte sie nicht zuletzt auch bei der russischen Volksweise „Korobeiniki“, dem Publikum besser bekannt als Tetris-Melodie. Zurück in die Zeiten des Kalten Krieges ging es mit dem „Soviet March“ aus Command & Conquer. Komisch-parodistisch wurde es bei der „Star Wars“-Edition von Angry Birds, für die der Komponist Melodien des bekannten Weltraum-Epos adaptierte.

Wie kam der Dirigent zur Videospielmusik?

Das kurzweilige Programm moderierte Bader charmant wie anekdotenreich. Für den 59-Jährigen stellte „Game Music“ absolutes Neuland dar – bis vor zwei Jahren. Da las er in einer Konzertkritik von einer Geigerin, die nach Brahms und Beethoven ein Games-Thema als Zugabe spielte und dafür vom Publikum gefeiert wurde. Nun begannen ihn die Kompositionen, die den Plot der Videospiele akustisch untermalen, zu interessieren. In der Folge arrangierte er ausgewählte Werke für seine Bläser und gewann den Uni-Chor (Einstudierung Dr. Andreas Becker) mit seinen zirka 100 Mitwirkenden als wirkungsvollen Partner.

Wer das Konzert verpasst hat, bekommt nun Anfang Oktober eine zweite Chance. Weitere Informationen dazu gibt es in Kürze auf der Internetseite des Musikvereins Bobingen.
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