Mit Mark Tiktiner begann die neue Spielzeit des Stadtbergener Bürgersaals
Ein junger und begabter Geigenspieler namens Mark Tiktiner hat die neue Saison im Stadtbergener Bürgersaal eröffnet. Der Träger vieler internationaler Preise, der in vielen großen Konzertsälen der Welt zu Hause ist, spielte zusammen mit Olga Salogina (Klavier) Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Pjotr Iljitsch Tchaikowski, Henryk Wienjawski und César Franck – und erhielt dafür bewundernden Beifall.
Den Auftakt des anspruchsvollen klassischen Konzerts bildete die unbeschwerte und heitere „Sonate G-Dur KV 301“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Federleicht führte Tiktiner seinen Bogen über das kostbare Instrument und zauberte dadurch schöne Momente in den Raum. Etwas schwerere, aber immer noch gut verdauliche Kost wurde dem Publikum mit der „Sérénade Mélancolique, op. 26“ von Pjotr Iljitsch Tchaikowski serviert. Geiger und Pianistin, beide russischer Herkunft, tauchten tief in die ebenfalls russische Seele des Komponisten ein. Sie wussten, wo die musikalischen Akzente liegen, und konnten daher die Spannungspunkte und ihre folgenden Dissonanzauflösungen packend interpretieren.
Höchste Virtuosität und Konzentration der Interpreten – und ein fundiertes Musikverständnis der Zuhörer - erforderte die „Fantasie brillante sur les motifs de l'Opera Faust de Gounod, op. 20“ von Henryk Wienjawski. Mit Barvour meisterte das Duo jedoch das von schwermütigen Melodien durchzogene Stück, in dem sich die Tempi abwechseln. Durchs Publikum ging ein Raunen der Bewunderung.
Nach der Pause knüpften die Musiker mit der Sonate A-Dur von César Franck genauso leistungsstark an. Beide ließen keinen Zweifel darüber offen, dass sie die nötige Erfahrung haben, um diese tiefsinnig angelegte Komposition spannungsreich darbieten zu können. Zugleich rundete das Stück den Abend ab. Das Publikum entließ die beiden Musiker allerdings nicht ohne Zugabe. Zu Gehör gebracht wurden daraufhin unter anderem Lazare Saminskys „Hebräische Rhapsodie“ und als besonderer Liebesbeweis fürs Publikum Edward Elgars „Salut d‘amour“.


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