„Können Gummibärchen tauchen?“ - Stetten-Gymnasium organisiert Forscherinnentag

Warum geht die Kerze unter dem Glas aus? Paula (links) und Franzi (rechts) erklären Valeria (2.v.l.) und Ora das physikalische Phänomen. Foto: A. Lonnemann
 
Viertklässlerin Amelie am Bi-Okular, begleitet von den Achtklässlerinnen Katja (Mitte) und Hanna. Foto: A. Lonnemann
Augsburg: Stetten-Institut | „Mit einem solchen Andrang hatten wir nicht gerechnet“, erzählt die Oberstudienrätin Ulrike Riedel, Lehrerin für Bio, Chemie, Natur und Technik am Stetten-Gymnasium. Das Stetten hatte Grundschülerinnen zum Forschen eingeladen – und 72 Mädchen aus fünf Augsburger Grundschulen waren, verteilt auf mehrere Tage, der Einladung in den Chemiesaal der Schule gefolgt. Je 14 Viertklässlerinnen wurden von rund einem Dutzend Achtklässlerinnen des Stettens an sechs Stationen mit Versuchen aus der Physik, der Biologie und der Chemie begleitet. Da wurde zum Beispiel untersucht, ob Gummibären tauchen können, wie eine Essig-Backpulver-Kanone funktioniert oder wie ein Libellenflügel unter dem Mikroskop aussieht.

Die 14-jährige Paula erklärt gerade Valeria und Ora, warum soeben die Kerze an ihrer Station erst nach einer Weile ausgegangen ist, als Ora ein Glas darüber gestellt hat. „Im Glas ist Sauerstoff, den die Kerze zum Brennen braucht. Das Feuer verbraucht den Sauerstoff und es entsteht Kohlenstoffdioxyd, ein Gas, das nicht brennt. Deswegen geht die Kerze aus“. Valerie will das gleich auch noch einmal machen. Weil die Kerze in einem Teller mit gefärbtem Wasser schwimmt, steigt auch noch Wasser in das Glas, als die Kerze erlischt. So werden quasi nebenbei auch noch Luftdruck, Temperatur und Dichte thematisiert.

Miriam Brecheisen ist die Klassenlehrerin der 4c in der Elias-Holl-Grundschule. „Ich finde diesen Forscherinnentag eine tolle Idee. Es ist schön, einmal nur mit den Mädchen meiner Klasse etwas zu unternehmen, sie in die Naturwissenschaften hineinschnuppern lassen und ihnen ein Gymnasium von innen zeigen“. Gespannt sei sie gewesen, wie die großen Mädchen mit ihren Schülerinnen arbeiten würden. „Das haben die wirklich super gemacht“, so Brecheisen, „gut erklärt, gut mitmachen lassen und Begeisterung vermittelt“. Auch ihre Schülerinnen waren begeistert: „Alle Stationen waren sehr interessant, aber am besten hat mir das Mikroskopieren gefallen“, sagte die zehnjährige Defne aus der Elias-Holl-Grundschule.

Ein Team der naturwissenschaftlichen Lehrer am Gymnasium hatte die Versuchsreihe, zu der auch eine Untersuchung des Atemvolumens und zur Oberflächenspannung von Wasser gehörte, vorbereitet. Ziel ist es, die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) für Mädchen attraktiv zu machen und zu zeigen, wie viel Spaß das Forschen machen kann. Dann wurden die Versuche mit den Achtklässlerinnen ausgiebig durchgeführt und erklärt, so dass diese dann fit waren, den jüngeren Schülerinnen alles zu zeigen und zu erklären. Spielerisch wurden aus den Achtklässlerinnen auf diese Weise Lehrerinnen für Wissenschaft und Technik. „Ich habe gehört, wie erstaunt die Mädchen an unserer Station reagiert haben, als sie das erste Mal durch das Bi-Okular gesehen haben“, erzählt die Achtklässlerin Katja. „Das war ein richtiges Wow-Erlebnis. Mir hat das heute sehr viel Spaß gemacht. Es war auch interessant, wie unterschiedlich die Mädchen mitgemacht haben“. Stolz nahmen die Viertklässlerinnen beim Abschied ihr eigenes „Forscherinnen-Diplom“ entgegen – und wurden aufgefordert, zuhause noch ein Quiz zu bearbeiten. „Zur Kontrolle findet ihr die richtigen Lösungen auf unserer Homepage“, sagte Ulrike Riedel zum Abschied.

Das Stetten-Institut besteht aus einem Gymnasium mit sprachlicher und naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung und einer Realschule unter einem Dach (Realschulzweige: Wirtschaft, Französisch, Kunst und Soziales). Die Schulen sind staatlich anerkannt und befinden sich in evangelisch-lutherischer Trägerschaft, verstehen sich aber ausdrücklich als offen für Schülerinnen aller Kulturen und Religionszugehörigkeiten. In Tradition ihrer Gründerin Anna Barbara von Stetten werden ausschließlich weibliche Schülerinnen aufgenommen. Heute besuchen rund 1.200 Mädchen und junge Frauen die beiden Schulen, die auf einem weitläufigen Grundstück in der Augsburger Innenstadt liegen. In verschiedenen Projekten können Mädchen an den beiden Schulen forschen, musizieren, debattieren oder Theater spielen.
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