„Hier soll nun tönen Kinderlachen“ Richtfest in der Rudolf-Steiner-Schule Augsburg

Foto: B. Guthmann
Augsburg: Rudolf-Steiner-Schule | Zusammen mit ihren Eltern und den beteiligten Handwerkern feierten im Juli die zwölf Viertklässler der Rudolf-Steiner-Schule das Richtfest für ihr neues Spielehäuschen. „Hier soll nun tönen zwischen Brettern, Kinderlachen bei allen Wettern“ hieß es im Richtspruch, den der Zimmermeister Wolfgang Bradl in traditioneller Zimmermannskluft vortrug. Mit einem lauten Klirren ließ er anschließend sein Glas auf dem Boden zerspringen – zum Segen des Hauses und zum Staunen der Kinder. Über ein Jahr hatten Handwerker und Schüler geplant, den Bauplatz vorbereitet, gemauert und die Balken aufgestellt. „Die Handwerker waren großartig. Sie haben sich so gut auf die Kinder eingelassen und ihnen ihr Handwerk gezeigt“, sagte der Klassenlehrer der vierten Klasse, Bernd Guthmann, “man konnte richtig beobachten, wie die Kinder mit dem Haus gewachsen sind und immer mehr Gefallen am Arbeiten hatten.“
Möglich wurde dieses Projekt dank dem besonderen Engagement von Handwerkern und Eltern. Maurermeister Stefan Schneider aus Kissing besorgte das Fundament und das Mauern. Zimmermann Wolfgang Bradl aus Friedberg/Hügelshart errichtete den Holzbau mit dem Dachstuhl und spendete die Dachziegel. „Zu einem solchen Haus braucht es neben einem Platz und verschiedenen Materialien vor allem Hände, die zupacken. In unserem Fall waren es sowohl kleine als auch große Hände, die fleißig zugepackt haben“ meinte Armin Ambrosch, Geschäftsführer des Förderkreises für Heilpädagogik und Sozialtherapie in Augsburg e.V. und bedankte sich bei allen Unterstützern. Anschließend gab es den obligatorischen Richtschmaus, bevor man sich in die Ferien verabschiedete. Die Schüler, die alle einen unterschiedlich ausgeprägten Förderbedarf im Bereich der geistigen Entwicklung haben, haben noch weitere Pläne: es soll eine Küche ins neue Häuschen, eine Couch und eine Leiter, die auf den Boden im Dachspitz führt. „Aber vorher müssen noch Fenster und Türen rein“, stellte der Viertklässler Patrick fest. „Es ist ein toller Raum für viele Erfahrungen entstanden. Unsere Schüler lernen ganzheitlich. Sie brauchen solche Projekte, um sich die Welt denkend, fühlend und handelnd erschließen zu können“, meinte Bernd Guthmann. „So wie die Handwerker ihre Arbeit in die Schule gebracht haben, waren sie den Kindern dabei eine große Hilfe dabei.“
Die Rudolf-Steiner-Schule Augsburg ist ein privates, staatlich genehmigtes Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, das 1994 gegründet wurde. Sie umfasst zwei Gruppen in der schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) und zwölf Klassen in der Schule, davon vier Jahre Grundschulstufe, fünf Jahre Hauptschulstufe und die letzten drei Jahre als Berufsschulstufenklassen. Die Klassenstärken variieren in der Regel zwischen acht und zwölf Kindern bzw. Jugendlichen. Die Unterrichtsinhalte sind im entwicklungsorientierten Lehrplan der Waldorfschule verankert.
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