Fotografieren aus Leidenschaft: Christian Menkel

Christian Menkel - Fotografieren aus Leidenschaft. myheimat-Reporterin Sabina Scherer sprach mit dem sympathischen Augsburger
 
Christian Menkel - Fotografieren aus Leidenschaft. myheimat-Reporterin Sabina Scherer sprach mit dem sympathischen Augsburger
Augsburg: Grenzenlos-Festival |

Die Fotografien des Augsburgers Christian Menkel erzählen von Ereignissen in der Stadt und dem Umland. Menkels Fotografie fängt Momente des täglichen Lebens ein. Seine Bilder erzählen jedem Betrachter individuelle Geschichten. myheimat-Reporterin Sabina Scherer sprach mit dem sympathischen Künstler.

Sabina Scherer: Gibt es einen bestimmten Anlass der dich antrieb, deine Eindrücke und Empfindungen mit dem Handwerk der Fotografie zu "erzählen"?

Christian Menkel: Mit meinen Bildern vermittle ich Einblicke in die Kultur unseres Augsburger Lebens. Was ist los, was passiert, welche Veranstaltungen gibt es zu welchen Anlässen. Diese Life-Fotografie, das "Festhalten" der täglichen Lebensmomente ist mein Antrieb.

Sabina Scherer: Gerade habe ich Vater und Sohn beim Betrachten eines Deiner Werke beobachtet. "Ich weiß es nicht, da müssten wir den Fotografen fragen", war die Antwort eines Vaters zu seinem Jungen auf dessen Frage, was die Bildkomposition (Person, Taube, Bäume und Tierskelett) ausdrücken soll. Wäre hier eine Gegenfrage des Vaters "Was denkst du?" nicht besser gewesen? Was hättest Du geantwortet?

Christian Menkel: Meine Bilder sollten in jedem Betrachter seine individuellen Emotionen wecken. Die von Dir erwähnte Bildfolge zeigt den Soldaten, welcher seinen Marschbefehl aus dem Fenster wirft und vermittelt die sinnlosen, dramatischen Folgen von Kriegen.

Sabina Scherer: Lebensbejahend, zuweilen melancholisch und dann wieder heiter und farbenfroh. Deine Werke zeigen oft die "Kehrseiten" zwischen den Dingen. Deine Arbeiten "Orte und Unorte" auf deinen Webseiten bringen das treffend zum Ausdruck. Ist Christian Menkel ein sehr sensibler Mensch?

Christian Menkel: Ja, ich sehe mich durchaus als sensible Person. Nicht das starre Gegeneinander, sondern das harmonische Miteinander, das positive Miteinander ist mir angenehm. Ich liebe das Unkomplizierte, das "sich sein lassen können". Ich weiß sehr wohl, dass in der Echtzeit selten der Grundsatz "Love, Peace and Harmony" umgesetzt werden kann. Wenn auch meine "Buntstifte" im Kopf am liebsten solche Bilder malen. Für meine Person und für mein Umfeld bin ich aber immer auf der Suche nach diesen schönen Momenten.

Sabina Scherer: Warum hast Du für die Ausstellung im SWA-Atelier beim Grenzenlos-Festival in Augsburg bewusst diese Bilder ausgewählt?

Christian Menkel: Heute gibt es, gerade mit der "Handy-Fotografie" eine wahre Bilderflut. Viele Motive haben sich für die Menschen als immer wiederkehrende "Bildschirmschoner" eingeprägt. Meine Bilder im SWA-Atelier waren bewußt gewählt um die Betrachter mit aussergewöhnlichen Bildausschnitten und Motiven zum Nachdenken und Interpretieren zun animieren.

Sabina Scherer: Bist Du eher ein Freund der narrativen Fotografie oder ist es der Moment selbst, der aus deinen Bildern spricht?

Christian Menkel: Zum einen mache ich mir schon gerne Gedanken, was ich mit dem Bild "erzählen" will. Da spielen dann neben dem Haupmotiv auch Hintergründe, kleine Accessoires und das Licht eine große Rolle. Ich liebe zum Beispiel die Silhouetten-Fotografie. Aber zum anderen sind es auch die Momente, die sich im täglichen Leben einfangen lassen. Momente die nicht mehr zu wiederholen sind und im Bruchteil der Sekunde der Aufnahme manchmal ein ganzes Leben erzählen.

Sabina Scherer: Christian Menkel ohne seine Kamera. Ist das ein Dir eher unangenehmer Zustand?

Christian Menkel: Ich brauche natürlich die Momente ohne Kamera - aber bestimmt nicht in der Öffentlichkeit. "Hab die Kamera immer dabei", sagt eine alte Fotografen-Regel, "Du weißt nie, wann Du den Millionenschuss machst!" Ohne meine Kamera habe ich nicht das Gefühl der Harmonie, welches ich mit Kamera in mir habe. Ich fürchte oft den Moment, den ich nicht einfangen könnte, weil die Kamera zuhause geblieben ist.

Sabina Scherer: Christian, danke für das interessante Gespräch.

Redaktion und Interview: Sabina Scherer
Text und Fotos: Franz Scherer

Information:
Christian Menkel im Internet
Lifetime-Fotos von Christian Menkel
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin friedberger | Erschienen am 06.09.2014
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Fred Hampel aus Fronhausen | 02.08.2014 | 17:58  
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