Die Siedlung Dessau-Törten von Walter Gropius – Gastvortrag an der Hochschule Augsburg
Augsburg: Campus am Brunnenlech | In der Reihe „Vorträge zur Architekturgeschichte 8“ referiert Dr. Andreas Schwarting am 30. Juni über „Die Siedlung Dessau-Törten von Walter Gropius. Rationalität als ästhetisches Programm.“
Die Siedlung Dessau-Törten
Die von 1926 bis 1928 entstandene Reihenhaussiedlung Dessau-Törten wurde von Walter Gropius, dem Begründer der Kunst-, Design- und Architekturschule „Bauhaus“, entworfen. Sie gilt als Musterbeispiel für die Vorfertigung von Bauteilen und für eine nach tayloristischen Prinzipien rationalisierte Baustellenorganisation. Vor dem Hintergrund dieser vorherrschenden Interpretation, die sich zumeist auf die von Gropius veröffentlichten Pläne und Fotografien stützt, wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, um Informationen zum ursprünglichen Zustand der Häuser zu erhalten.
Ästhetische Kriterien spielen wichtige Rolle
Schwarting vertritt die These, dass weder die Konstruktion und Materialität der einzelnen Häuser, noch die städtebauliche Anlage der Reihenhaussiedlung ausschließlich nach rationellen Gesichtspunkten geplant worden seien. Vielmehr hätten auch ästhetische Kriterien eine grundlegende Rolle gespielt: „Die Rationalisierung war für Gropius keine wissenschaftliche Methode zur ‚Entzauberung der Welt’ im Sinne Max Webers, sondern vielmehr eine umfassende künstlerische Herausforderung“, so der Referent.
Zur Person
Nach dem Architekturstudium an der Universität Karlsruhe arbeitete Andreas Schwarting von 1998 bis 2002 als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau. Seine Dissertation zum Thema „Siedlung Dessau-Törten“ schloss er 2007 ab. Gegenwärtig widmet er sich an der Technischen Universität Dresden in Forschung und Lehre der Konstruktionsgeschichte und Historiografie der Architektur des 20. Jahrhunderts.
Interessierte sind herzlich zum Vortrag von Andreas Schwarting, am 30. Juni 2010, 18.30 Uhr, am Campus am Brunnenlech, Baumgartnerstraße 16, Raum G1.10 eingeladen.

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