Die Moschee kommt- aber ohne Minarett: Die Ahmadiyya Muslim Jamaat lud zur Grundsteinlegung in Oberhausen
Am 13. November vorigen Jahres fand in der Donauwörther Straße, schräg gegenüber vom FCA-Gelände, eine feierliche Zeremonie statt: Die Grundsteinlegung der Baitul-Naseer-Moschee (zu deutsch: „Haus des Helfers“) der Augsburger Ahmadiyya-Gemeinde. In einem Jahr soll dann die Moschee erbaut sein. Das rund 300 Quadratmeter große Gebäude mit einer vier Meter hohen Kuppel bietet Platz für 140 Gläubige, laut Herrn Asif Mahmood, dem Leiter der Jugendabteilung Augsburg.
Dass die Moschee nun ohne Minarett gebaut wird, basiert auf einem Kompromiss. Im Juli 2008 veranstaltete die ARGE OBERHAUSEN als Multiplikator auf Bitten der Stadt Augsburg und der Ahmadiyya-Gemeinde eine erste öffentliche Informationsveranstaltung im Hotel Alpenhof zum Thema Moscheebau. Hier wurde noch ein Modell mit Minarett von der Gemeinde vorgestellt. Doch nach zahlreichen Widerständen entschied man sich für einen Bau ohne Türme.
„Die Moschee wird ein Ort des Friedens, der Liebe und der Harmonie sein, nicht aber eine Quelle für Unannehmlichkeiten“, so Asif Mahmood. Bürgermeister Peter Grab dankte im Namen der Stadt Augsburg für die gute Zusammenarbeit und der Ahmadiyya-Bundesvorsitzende, Abdullah Uwe Wagishauser, betonte, dass die Gemeinde nach 30 Jahren in Augsburg mit der Moschee den interreligiösen Dialog und das gegenseitige Verständnis fördern wolle. „Wir wollen zeigen, dass man als muslimischer Bürger zu Deutschland stehen kann“, so der Bundesvorsitzende.
Nach den Ansprachen im Festzelt legten Abdullah Uwe Wagishauser, Bürgermeister Peter Grab und der Integrationsbeauftragte der Stadt Augsburg, Robert Vogl, vor Fernsehen und Presse die ersten Grundsteine und die Kinder der Ahmadiyya-Gemeinde hatten ein Lied einstudiert. Danach gab es ein Festmahl - hervorragendes Lammcurry mit Gewürzreis – und anschließend wurde das Jumma (traditionelles Freitagsgebet ) verrichtet, an dem auch Herr Maulana Haider Ali Zafar, Leitender Imam der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland, teilnahm. Den Schlusspunkt setzte Imam Hazrat Mirza Masroor Ahmad mit der Freitagsansprache.
Die Zukunft wird zeigen, ob sich Augsburg als eine tolerante und weltoffene Friedensstadt mit gelebter Religionsfreiheit darstellt. Viele andere Beispiele in Deutschland zeigen, dass ein Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen kein Nachteil sein muss. Wenn nicht hier, im multikulturellsten Stadtteil Oberhausen, wo dann, kann mit einer modernen Moschee, die sich laut Plan gut in das Stadtbild einfügt, der Anfang eines guten Verhältnises zwischen den Oberhauser Bürgerinnen und Bürgern und ihren muslimischen Mitbürgern gemacht (gelebt) werden.



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