Deutsch-islamische Begegnung unter Jugendlichen in Nordafrika

Foto: U. Geier
 
Foto: U. Geier
Augsburg: Freie Waldorfschule Augsburg | Hammerschmiede. Im Anschluss an die siebte Begegnung zwischen deutschen und marokkanischen Schülern präsentierten die Mitwirkenden in der Freien Waldorfschule Augsburg die Erfahrungen ihrer Reise. Für die 16 Schüler, die in diesem Jahr mit im marrokanischen Had Kourt waren, war das gemeinsame Lernen, Spielen und Arbeiten eine ganz besondere Erfahrung. „Mir wurde klar, wie unwichtig Geld ist“, erzählte etwa die 16-jährige Schülerin Simone Bjelland. „Egal wie reich oder arm eine Familie war, alle waren glücklich. Überglücklich. Wir sollten die Dinge, die uns selbstverständlich vorkommen, schätzen lernen!“.
Die Projektleiterin Isabella Geier, unter anderem Französisch-Lehrerin an der Waldorfschule, hatte den Austausch initiiert, um nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 eine Begegnung der Toleranz zwischen der deutschen und der islamischen Kultur zu schaffen. Das Projekt wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet.
„Wie immer, wenn wir nach Marokko kommen, wurden wir auch in diesem Jahr als Töchter, Söhne, Brüder und Schwestern wärmstens aufgenommen. Unsere Schüler mussten sich erst daran gewöhnen, immer und überall wie Stars angeschaut, angesprochen und um Fotos mit ihnen gebeten zu werden“, so Isabella Geier. Am Sonntag machte die Gruppe einen Ausflug ans Meer, am Montagabend debattierten sie im Jungeninternat über Toleranz und Offenheit, am Dienstagabend mit Hunderten von Mädchen über Umweltprobleme, am Mittwochmittag machten sie eine große Säuberungsaktion im Umfeld der Partnerschule und am Donnerstag besuchten wir eine kleine Grundschule auf dem Land, pflanzten Rosmarin, strichen Wände, spielten mit den Kindern und wurden an den Schultischen im Freien bewirtet. Weil gleichzeitig mit ihrem Aufenthalt in Had Kourt dort eine kulturelle Woche stattfand, konnten sie einen Koran-Rezitier-Wettbewerb, Fußball-Wettkämpfe, Ausstellungen zu den Menschenrechten oder über die Bekleidungstraditionen Marokkos besuchen. Gemeinsam mit den marrokanischen Schülern gab es Pflanzaktionen, Kompostoptimierung und Tröpfchenbewässerung, es wurde ein Unterstand für die Schüler gebaut, es wurde ein Theaterstück einstudiert und es gab Kaligraphie- und Kunsthandwerk-Workshops.

Marokko – Projekt der Waldorfschule fand das siebte Mal statt

„Ich bin unendlich froh, dass ich an diesem spannenden und faszinierenden Projekt teilnehmen durfte, bin sehr dankbar für diese tolle Zeit und werde sie für immer in meinem Herzen tragen“, sagte die Zehntklässlerin Hanna Nolde rückblickend. Der ehemalige Waldorfschüler Richard Schnell, der als Theaterleiter die Gruppe begleitet hat, sagte: „Wenn man gemeinsam so ein Abenteuer erlebt, dann hat man der Atmosphäre der Angst und der Sorge etwas entgegenzusetzen. Da wurde in der Erde gegraben, und es wurde gespielt, gestritten, und es wurde zusammen auf der Straße gelaufen, und die Polizei hat eingegriffen, weil man zwar gemeinsam den Sonnenuntergang beobachten darf, aber aus Sicherheitsgründen nicht außerhalb der Stadtgrenzen!“
Die Freie Waldorfschule Augsburg wurde 1981 gegründet. Sie ist einzügig, rund 400 Schüler besuchen die Schule. Als Abschlüsse werden Mittlere Reife und Abitur angeboten. Teil der Waldorfpädagogik sind zwei Fremdsprachen ab Klasse eins, Leistungsförderung ohne Noten, Selektion und Sitzenbleiben, ein gemeinsamer Klassenverband während der gesamten Schulzeit, Ausbildung von individuellen sozialen und kreativen Fähigkeiten. Die Schule bietet eine flexibel buchbare Ganztagsbetreuung an.
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