Claudia Koreck barfuaß um die Welt bis nach Fürstenfeldbruck!

von Rosina Obermayer aus Augsburg | am 01.10.2009 | 1276 mal gelesen | 9 Kommentare | 0 Bildkommentare | 20 Bilder
 
Für das erste Lied, "Dahoam is dahoam", kam sie alleine auf die Bühne

Bayernweit ist sie bekannt und auch das restliche Deutschland durfte die Traunsteinerin Sängerin und Songwriterin Claudia Koreck schon kennenlernen.
Am Mittwoch, den 30. September 2009 war ich in Fürstenfeldbruck auf einem Konzert mit ihr und „ihren drei Jungs“, die dort mächtig einheizten.
Wenn ich mich schon auf den Weg zum Veranstaltungsforum mache, wieso nicht nach einem Interview fragen? Die Interviewanfrage wurde prompt positiv beantwortet und so standen wir zu zweit zwei Stunden vor dem Konzert etwas ratlos auf dem Gelände des Veranstaltungsforums, da der Saal noch nicht geöffnet war. Wer kam da die Treppe heruntergelaufen? Die Sängerin höchstpersönlich. Ohne einen Hauch von Starallüren forderte sie uns mit einem fröhlichen „Kommt doch einfach mit. Wir müssen nur noch kurz den Soundcheck machen, aber dann hab i Zeit für euch!“.

So kamen wir in den Genuss des Soundchecks und konnten uns einen ersten Eindruck von der Band machen. Nach dem Einstellen und Probieren der Instrumente wie zum Beispiel Schlagzeug, E-Gitarre, Konzertgitarre, Keyboard, E-Bass, Kontrabass und noch einigen, beantwortete Claudia Koreck mir einige Fragen. Vor allem ihre Authentizität und ihre lockere Art haben mich sehr beeindruckt.

Claudia, seit 3 Jahren bist du mittlerweile als Sängerin unterwegs und vor allem als „das bayrische Mädl aus Traunstein“ bekannt. Wie würdest du denn deinen Musikstil beschreiben?
- Die Musik, die i mit meinen Jungs mach, würd i als Popmusik mit Einflüssen aus dem Blues und Soul beschreiben. Mit bairischen Texten natürlich.

Könntest du dir vorstellen, wieder in hochdeutsch statt bairisch zu singen?
- Hochdeutsch weniger. Wenn ich die Wahl hätte, würd i mi für englisch entscheiden. Englisch klingt ähnlich wie bairisch und ned so hart wie hochdeutsch, find i. Der Dialekt hat halt einfach a scheene Klangfarbe, den ich toll finde und dazu meine Muttersprache, in der mi am besten ausdrücken kann.

Hat sich der Musikstil in den letzten Jahren verändert oder hast du dich auch verändert?
- Klar verändert man sich und auch der Musikstil wandelt sich mit der Zeit. Aber der Grundstein in sich selbst bleibt gleich und der Stil bleibt im Wesentlichen auch.

Dein zweites Album hat den Titel „Barfuaß um die Welt“. Eine Reise rund um die Welt hast du mit der Band auch gemacht. Wie ist es dazu gekommen?
- I wollt a scho lang mal die Gitarre nehmen und rumreisen. Das Album war gerade fertig und als Belohnung dafür haben wir unsere Sachen gepackt und losgezogen. 6 Stationen in 17 Tagen!

Gab es einen Ort, wo es dir besonders gut gefallen hat? Oder eine besondere Erfahrung?
- Des is schwer zu sagen. Schee wars überall.
In Hawaii auf einer offenen Bühne zu stehen war traumhaft. Hawaii allgemein war ein Traum. Schildkröten bewundern, von Wasserfälle springen…! Ich bin sogar von einem Wasserfall aus vier Meter Höhe gesprungen. Die ganze Reise war ein Riesenabenteuer, bei dem wir offen auf die Leute zugegangen sind und oft was Schönes zurückgekommen is. Das Schönste war halt, Musik zu spielen. In Nashville hab i zum Beispiel in einem Pub zwei Liadl in Mundart gspielt. Nach dem Auftritt is a Frau auf mi zugekommen. Sie hätt zwar nix verstanden und sie wüsst zwar ned, wo Bayern liegt, es muss schee da sein!

Auf deiner Reise bist du auch Roberto Blanco begegnet. Wie kam es dazu?
- Das war reiner Zufall! Bei einer eintägigen Safaritour in Südafrika in an kleineren Nationalpark stand vor einem Alligatorgehege auf einmal Roberto neben mir. I hab ma so dacht, dass ich den doch kenn und es war tatsächlich Roberto, der auch grad auf einer Safaritour war.

Erkannte er dich?
- Ja, er kannte mi auch. Er hatte von mir ghört und hat mir auch glei viel Glück für den Bundesvision Song Contest gewünscht!

Beim Bundesvision Song Contest im Februar bist du auf den 10. Platz gelandet. Wie war es für dich, dort dabei zu sein?
- Als wir hörten, dass wir für Bayern auftreten dürfen, haben wir uns richtig gfreit. In Stefans Raab Sendung „TV Total“ aufzutreten, war für mich wirklich aufregend. Beim Song Contest selbst haben wir einige Bands kennengelernt, die sehr nett waren. Außerdem wollt i mit dem Auftritt die Person erreichen, für die des Liadl „I wui, dass du woasst“ geschrieben ist und des hab i erreicht. Über das Ergebnis haben wir uns gfreit, denn allein mit einem Mundart-Liadl mitmachen zu dürfen, war toll!

Neben „I wui dass du woasst“ ist auch „Dahoam is dahoam“ auf deinem zweiten Album. Das Lied ist dem Ort gewidmet, in dem du aufgewachsen bist, aber du wohnst in München. Hast du vor, wieder nach Traunstein zurückzugehen?
- Nach München bin i damals, um Musik zu machen. Dort hab i dann a Band gesucht und viele Menschen kennengelernt. Doch irgendwann möchte i scho wieder zurück nach Traunstein. Viele Freunde und meine Familie sind dort und vor allem das Wohnen in München ist sehr teuer.

Noch einmal zu deinem jetzigen Album zurück. Ist unter den 12 Liedern eines, das dir besonders gefällt?
- Das ist schwer zu sagen. Es gibt jetzt kein richtiges Lieblingslied. Alles in allem bin i mit dem Album sehr zufrieden, weil es sehr erdig und echt ist. Die Stimmung darin ist etwas melancholisch, auch da ich zu der damaligen Zeit negative Erfahrungen in der Liebe gmacht hab. Doch jetzt geht’s mir gut und i hab wieder a gsundes Herz! Das dritte Album wird auf jeden Fall fröhlicher!

Wie geht’s weiter bei dir?
- Nach der „Barfuaß um die Welt“-Tour gibt es eine längere Pause. Nächstes Jahr mach i mehr für mich und nimm mir Zeit, um neue Liadl zu schreiben und mich inspirieren zu lassen. Und dann gibt es ein drittes Album.

Dann weiterhin viel Erfolg und vielen Dank für das tolle Konzert!

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin fürstenfeldbrucker | Erschienen am 19.10.2009
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