Brunnenschüler spielen Theaterklassiker

Schauspielerin Daniela Nehring (Mitte) war begeistert, wie die Schüler sich die Texte von Shakespeares Sommernachtstraum merken konnten und hatte viel Spaß beim Umschreiben der Sätze in Einfache Sprache.
Die Theatergruppe der Brunnenschule gibt es – mit Unterbrechungen – seit 2007. Da war die Zeit reif, sich an einen Klassiker des Schultheaters, William Shakespeares Sommernachtstraum, zu wagen.
Können wir das mit Förderschülern spielen und dann auch noch als Freiluftinszenierung? Eine Liebesgeschichte mit all den Herausforderungen für die jugendlichen Akteure? Die LehrerInnen der Brunnenschule nahmen die Herausforderung an und starteten zu Schuljahresbeginn mit dem wöchentlichen Schauspieltraining. Die klassische deutsche Übersetzung des Stücks wurde dabei in einfache Worte gepackt. Ab Dezember ging es weiter mit den Szenenproben und alle tasteten sich gemeinsam an die Materie heran. Auch wenn das Stück letztendlich auf eine halbe Stunde Spielzeit zusammenschrumpfte, sollte der charmante Witz dieser Komödie zum Tragen kommen. Die Mitspieler der Theatergruppe stolperten trotz Schauspieltraining gleich zu Beginn über schwierige Namen: Puck, der Kobold von Oberon und Titania, das Königspaar und Helena waren noch die einfacheren, bei Lysander, Demetrius und Hermia wurde es schon schwieriger. Die Proben verlangten den SchülerInnen viel ab. Zum ersten Mal wurde ein Liebesstück gespielt, in dem starke Emotionen im Mittelpunkt der Handlung standen. Die Schüler taten sich anfangs schwer, sich umarmen zu lassen und Zuneigung zu zeigen. Viel Mut brauchte es für die jugendlichen Akteure, sich an all die verzwickten Liebesgeschichten zu wagen. Gar nicht so einfach zu seinem Mitschüler „Schatzi“ und „Ich liebe dich“ zu sagen, jemandem dem man gar nicht liebt – aber das ist das Schauspielerhandwerk, das erlernt werden will. Für Daniela Nehring, Schauspielerin am s‘ensemble Theater Augsburg und zum vierten Mal als fachkundige Begleitung dabei, war es auch schwierig, den Überblick zu bewahren. Wer liebt wen, wann, wo, wie, welche Sätze sind wichtig…? Ohne Erzählerpart ging hier gar nichts und Betreuungslehrer Martin Ritter übernahm diese Aufgabe. Nehring wählte diesmal nicht, wie in den vergangenen Jahren, eine tragende Rolle, sondern dirigierte „ihre“ Schauspieler im Hintergrund.
Nach vielen intensiven Nachmittagen war es endlich soweit – der Sommernachtstraum kam auf die Bühne – in 6 Vorstellungen vor 560 Zuschauern. Der Ort war mit Bedacht gewählt worden. Daniela Nehring: „Da das Wetter mitgemacht hat, konnten wir erstmals im Freien, im Schulatrium, auftreten. Was gleich mal eine völlig andere Atmosphäre schafft.“ Alles klappte wunderbar und die Schüler gingen in ihren Rollen voll auf. „Im Theater geht es anders zu als im normalen Schulalltag. Unsere Schüler haben sich wunderbar darauf eingestellt.“ Die Schauspielerei gibt ihnen Selbstsicherheit und ist ein wichtiges Rüstzeug für das spätere Berufsleben.
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