Augsburg lädt wieder zum Brechtfestival

Lydia Daher: 01.03. Kurhaus Göggingen, Beginn um 20.00 Uhr (Foto: Gerald von Foris)
 
Ensemble Modern: 02.03. Theater Augsburg (Großes Haus), Beginn um 20.00 Uhr (Foto: Katrin Schilling)
Auch im Jahr 2016 findet vom 28. Februar – 06. März wieder das beliebte Brechtfestival an verschiedenen Orten in und um Augsburg statt, wie beispielsweise dem Augsburger Theater. Auf einer Pressekonferenz wurde jüngst das diesjährige Thema bekanntgegeben, Brecht und Deutschland – „Die Vaterstadt, wie empfängt sie mich wohl?“. Im Zentrum der Veranstaltung stehen dieses Jahr Brechts schwierige Zeiten, die er im Prozess der Teilung Deutschlands und des beginnenden Kalten Krieges durchleben musste. Passend zur aktuellen Flüchtlingslage in Deutschland wird auch Brechts schwieriges Verhältnis zu seinem Heimatland behandelt sowie auf die Aktualität seiner Werke in der weltweiten Flüchtlingsdebatte verwiesen. „Brechts Nachdenken über Deutschland ist gerade heute so aktuell, weil er die Probleme der Flüchtlingsströme und der modernen Massengesellschaft ebenso kannte wie den Missbrauch fundamentalistischer Ideologien“, betont Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel.

Gastspiele und literarische Höhepunkte


Drei hervorragende Gastspiele werden dieses Jahr die Bühne des Theaters betreten: Das Berliner Ensemble spielt „Es wechseln die Zeiten …“ – eine Darbietung von Brechts Stücken in Liedern und Gedichten unter der Regie von Manfred Karge. Natürlich darf auch Brechts bekanntestes Stück „Die Dreigroschenoper“ nicht fehlen. Das Ensemble Modern (Leitung: HK Gruber) bietet eine musikalische Variante dieses Titels dar. Zuletzt spielt das Deutsche Nationaltheater Weimar „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ (Regie: Christoph Mehler).

Nach zweijähriger Pause wird dieses Jahr wieder der Brecht-Preis verliehen, der mit 15.000 Euro dotiert ist. Die Schriftstellerin Silke Scheuermann wird für ihre Lyrik geehrt. Die Jury lobt vor allem die eigenständige Ästhetik und hohe Qualität ihrer Werke. Weitere literarische Höhepunkte sind der Dramatiker Lukas Bärfuß, die Musikerin Lydia Daher, der Performance-Künstler Jürg Halter und der syrische Blogger und Schriftsteller Aboud Saeed.

Konzerte und Vorträge

Einen besonderen musikalischen Höhepunkt stellt das Konzert der Gruppe Element of Crime dar. Die deutschsprachige Band ist bekannt für ihre anspruchsvollen Songs und lyrischen Texte. Fans der Popmusik kommen in der langen Brechtnacht auf ihre Kosten. Eine Besonderheit stellt dabei der Auftritt der Band Woods of Birnam mit Schauspieler Christian Friedel im Theater Großes Haus dar.

Kernthemen der diesjährigen Vorträge und politischen Diskussionen sind Brechts Verhältnis zur Heimat, wie auch aktuelle Deutschlandbilder. Unter dem Titel „Deutschland, schwierig Vaterland“ diskutieren unter anderem die Politiker Anton Hofreiter (MdB Bündnis 90/Die Grünen), Josip Juraovic (MdB SPD) und der Politologe Herfried Münkler (HU Berlin) über zukunftsweisende Themen wie Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Pegida. Auch Brechts familiäre Beziehungen werden beleuchtet. Brecht-Enkelin Johanna Schall portraitiert zum Festival ihren Vater, den berühmten Schauspieler Ekkehard Schall.

Mitmachaktionen

„Ich kann Brecht – Brecht kann mich“, lautet der Titel des Pre-Opening des Brechtfestivals und lädt jeden dazu ein, am Publikumstheater mitzumachen. Auch einen Festivaltreffpunkt für Künstler und Besucher gibt es: Die „Zentrale“: Das Alte Stadtarchiv am Stadtmarkt. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Mitmachaktion „Mein Lieblings-Brecht“. Hierbei können Schüler, Lehrer und Eltern ihr Lieblings-Stück bei einer Aufführung im Theater präsentieren.

Der Kartenvorverkauf zum Festival startet Dienstag, 19.01.2016.
Weitere Informationen unter www.brechtfestival.de
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.