Almabtrieb, Kirchweih und Leonhardiritte: Oberbayerns Traditionen im Herbst
Auch wenn es für andere Regionen Deutschlands komisch erscheint, was die Oberbayern im Herbst so treiben, der Oberbayer an sich liebt diese uralten Traditionen: Almabtrieb, Kirchweihfest und Leonhardiritte.
Im Herbst verwandeln sich die oberbayerischen Berge in Laufstege. Die Models heißen Zenzi, Alma, Rosa oder Liesl, wiegen um die 500 Kilo und führen ihre neuesten Natur-Kollektionen vor. Zum Almabtrieb verzieren die Bauern ihre Kühe vor dem Einzug ins Heimatdorf mit blumigen Kronen und buntem Zaumzeug, ein Zeichen für einen unfallfreien Sommer auf der Alm.
Am dritten Sonntag im Oktober feiert Oberbayern traditionell Kirchweih, auch Kirta genannt. An diesem Tag wird dem Schutzpatron der örtlichen Kirche gedacht. Zu den Festlichkeiten gehört neben dem Kirchweih-Tanz auch die fast in Vergessenheit geratene Kirtahutschn –eine Schaukel, bestehend aus einem drei bis fünf Meter langen Holzbrett, das mittels zwei Ketten an Scheunenbalken befestigt wird. 15 Personen finden Platz auf der Hutschn.
Ein Schaulaufen der besonderen Art findet im Herbst im südlichen Oberbayern statt: die Leonhardiritte. Bei diesen Prozessionen zu Ehren des Schutzpatrons der Arbeitstiere, dem Heiligen Leonhard vom Limoges, schmücken sich Mensch und Tier ganz besonders: Pferde gehen zum Frisör und Menschen legen ihre schönsten Trachten an. Die oberbayerischen Bauern bitten alljährlich bei den Ritten um seinen Segen.
Falls ein Nicht-Oberbayer mal ein so traditionsreiches Fest erleben will, der sollte sich an den Tourismusverband München-Oberbayern e.V. wenden.
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