Hans Fallada "Jeder stirbt für sich allein": Wie ein Buch nach 30 Jahren in Großbritannien zum Erfolg wird!

"Alone in Berlin" heißt das Buch des deutschen Autors Hans Fallada, das erstmals 1944 geschrieben wurde. Doch im englischsprachigen Ausland fristete Falladas Werk ein trauriges Dasein. Mehrere Verlage lehnten die Veröffentlichung aus verschiedenen Gründen ab.

Die Wende im vergangenen Frühjahr. Die unter dem Titel „Alone in Berlin“ (in Amerika „Every Man Dies Alone“) erschienene Übersetzung des Lyrikers Michael Hofmann hat sich in der gebundenen Ausgabe gut verkauft. Doch das vor sechs Monaten erschienene Taschenbuch im Penguin Verlag hat alle Erwartungen übertroffen und findet reißenden Absatz. 15 Mal ist die Auflage bisher nachgedruckt worden, was insgesamt eine bisherige Auflage von 220.000 Stück ergibt. Selbst britische Supermärkte wie "Sainsbury" oder "Tesco" stellen "Alone in Berlin" in ihre Regale.

Finden Berichte über die Hitlerjahre über 60 Jahren nach Kriegsende endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdienen?

Worin liegt die Besonderheit von "Alone in Berlin". Ist es vielleicht der Inhalt?
Fallada schreibt in seinem letzten Buch über das Schicksal eines Berliner Ehepaares, das mit Flugschriften einen einsamen, aussichtslosen Widerstand wagte und 1943 hingerichtet wurde. Es wird beschrieben, wie die Widerständler noch von ihrem Erfolg träumen, während den Lesern längst klar ist, dass das Tun der Beiden bei der Gestapo bekannt ist.

Erklärt wird der überraschende Erfolg vor allem mit der veränderten Sichtweise der Briten auf das Dritte Reich und mit dem Thema. Die Briten hätten erst in den letzten Jahren begonnen, sich intensiv mit deutschen Autoren auseinanderzusetzen und das Nazi-Regime aus einer anderen Sichtweise wahrzunehmen.
Außerdem kommen nicht heikle und oft behandelte Themen wie Holocaust zur Sprache, sondern es wird der Alltag im damaligen Deutschen Reich beschrieben.

Ein Effekt hat der Erfolgskurs von Hans Falladas "Jeder stirbt für sich allein" in Großbritannien: das Interesse an Falladas letztes Stück könnte auch in Deutschland steigen!

Was meinen Sie? Wird "Alone in Berlin" nun auch in Deutschland erfolgreich?

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Rosina Obermayer aus Augsburg am 06.08.2010 um 15:02 Uhr  
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