Ein Tattoo Gottes
Augsburg: Hitradio RT-1 | Liebe Leserin, lieber Leser,
sie saßen mir gegenüber.
Wir sprachen über die Taufe ihres ersten Sohnes.
Alles wurde klar gemacht:
Lieder, Gebet, Paten, Fürbitten, Taufelterngebet
– nur den Taufspruch sollte ich aussuchen.
Zum Schluss ein letzter Herzenswunsch:
Unbedingt eine Einzeltaufe.
„Es ist doch nicht so schlimm,
wenn wir noch einen zweiten Täufling dazunehmen.“
So meine spontane Reaktion.
Jetzt zogen sie ihre Jacken aus.
Über und über waren sie tätowiert.
Mich störte das nicht.
„Wissen Sie, Herr Pfarrer,
wir wollen während der Taufe nicht ständig angegafft werden.“
Jetzt war mir ihr Wunsch klar.
Und ich hatte einen Taufspruch für ihren Jungen:
„Gott spricht: Siehe, ich habe Dich in meine Hände gezeichnet.“
Im Hebräischen: „Ich habe Dich in meine Hände geritzt.“
Hier:
Ich habe Dich in meine Hand eintätowiert
– und zwar unauslöschlich, unvergesslich.
Das wurde eine ungewöhnliche Predigt bei der Taufe.
Liebe Leserin, lieber Leser,
unauslöschlich bin ich in Gottes Hand eingeritzt,
für immer und ewig.
Dieses Bewusstsein wünsche ich Ihnen und mir.
Einen gesegneten Samstag!
Ihr Pfarrer Markus Maiwald aus Meitingen kurz vor 7



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