VON WÖLFEN UND LUCHSEN IN HEIMISCHEN WÄLDERN SOWIE "ALIENS" IN UNSEREN GEWÄSSERN

Luchs, Wolf und Co. erobern ihre alte Heimat Bayern langsam wieder zurück. "Aliens" in Form von fremden, invasiven Arten, wie dem Signalkrebs oder dem Sonnenbarsch, verdrängen massiv unsere heimischen Fische, Muscheln und Krebse. Aufklärung und Anstöße zum Umdenken sind Themen der Messe JAGEN UND FISCHEN vom 16. bis 19. Januar 2014 in Augsburg, beispielsweise in Dr. Christine Millers Vortrag über den Wolf, aber auch in der Sonderschau der Fischereifachberatung Schwaben, die in ihrer Aquarienausstellung verschiedenste "Außerirdische" präsentiert.

Wolf und Luchs in Bayern

Die Gregor Luisoder Umweltstiftung informiert über das Projekt "Bayern wild" auf dem gleichnamigen Messestand. Der Nachbau einer kleinen Wurfhöhle, in welcher Bilder von jungen Luchsen, Wölfen und Bären über den Bildschirm ziehen, lädt vor allem die Kinder zum Reinkrabbeln ein. Lebensgroße Holzsilhouetten dieser großen Beutegreifer helfen beim Erfassen der echten Dimensionen und ein Touchscreen-Monitor klärt zusammen mit ausgebildetem Personal über alle Fragen zu Bär, Wolf und Luchs auf.
Der Wolf wird wieder Alltag in Bayern werden und in ihrem Vortrag im Jägerforum wird Dr. Christine Miller aufzeigen, wie sich die Wildtiere, aber auch die Jäger auf diese Veränderung einstellen können und müssen. Erfahrungswerte aus anderen Alpengebieten zeigen, dass ein Zusammenleben möglich ist und dass auch die Jagd hierdurch nicht unmöglich, sondern eventuell sogar spannender wird. Ist der Wolf im Revier, dann sind altes Fachwissen und waidmännische Handwerkskunst wieder hoch gefragt. Pirschen gegen den Wind, genaue Kenntnisse über Einstände, Wildwechsel und das Zugverhalten des Rehwildes helfen, weiterhin erfolgreich zu jagen. "Mittlerweile gibt es in der Schweiz, in Italien, in Slowenien und in Sachsen reproduzierende Wolfspopulationen", zählt Dr. Miller auf. Grundsätzlich können deshalb jederzeit und überall in Deutschland Wölfe auftauchen, denn die Jungtiere wandern auf der Suche nach neuen Gebieten hunderte von Kilometern. Wichtig sind deshalb ein flächendeckendes Monitoring und das Wissen, wie man mit diesen Beutegreifern umgeht. Am Alpenrand muss zudem immer mit bärigem Besuch gerechnet werden. Männliche Jungbären, die sich auf ihrer so genannten Kavalierstour, einer großen Wanderung, befinden, fragen nicht nach Staatsgrenzen, bevor sie wieder in ihre Kerngebiete im Trentino oder in der Slowakei zurückkehren. Der Luchs ist ein Spezialist für Rehwild und eventuell Gamswild, aber auch er macht die Jagd auf diese Wildarten nicht unmöglich. "Wer im Alpenraum schon in Gebieten mit diesen großen Beutegreifern gejagt hat, weiß, dass die Erlebnisse dort mindestens genauso schön, ja vielleicht sogar noch ein bisschen urtümlicher und deshalb außergewöhnlicher sind", beschreibt die Jägerin und Wildbiologin.

Heimische Fische und fremde Arten

Die Ausstellung heimischer Fischarten aus schwäbischen Gewässern, die in großen Aquarien innerhalb der Sonderschau der Fischerei gezeigt wird, ist für Jung und Alt absolut beeindruckend, da diese Vielfalt in freier Natur so kaum mehr erlebt werden kann. Allerdings werden die Ökosysteme heimischer Gewässer mittlerweile massiv von fremden, teilweise invasiven Arten beeinträchtigt, die unsere Fische, Muscheln und Krebse verdrängen. "Dies ist mittlerweile leider zu einem sehr wichtigen Thema geworden und nur die konkrete Aufklärung kann helfen, weitere negative Folgen abzuwenden", erklärt Dr. Oliver Born, Leiter der Fischereifachberatung Schwaben. Ein Teil dieser "Aliens" kommt aus Aquarien, Gartenteichen und dem Feinkosthandel. Oft werden die Tiere aus Unwissenheit ausgesetzt, obwohl dies verboten ist. Zum üblen Mitstreiter ist der nordamerikanische Signalkrebs geworden. Er überträgt die Krebspest, eine Pilzerkrankung, gegen die unsere heimischen Edel- und Steinkrebse nicht resistent sind. Zudem dominiert diese Krebsart durch ihr aggressives Verhalten und ringt im wahrsten Sinne des Wortes die heimischen Bestände nieder, um danach deren Lebensräume zu besiedeln. Sonnenbarsche haben ihre ursprüngliche Heimat in Südkanada, USA und Texas. Heute betätigen sie sich gerne als Bruträuber in Baggerseen und langsam fließenden Gewässern, wo sie den Bestand heimischer Fischarten massiv dezimieren. Auch die Quagga-Muschel gehört zu diesen "Aliens". Sie hat es geschafft, in den Rhein, den Main, die Donau sowie in verschiedene Schifffahrtskanäle und den Bodensee zu gelangen. Ob der Weg dorthin aus dem asiatischen Feinkosthandel oder über den Schiffsbug führte, wird sich nie abschließend klären lassen. Über die Bundeswasserstraßen gelang es drei Grundelarten, sich aus dem Schwarzmeergebiet bis nach Deutschland zu verbreiten. "Diese extremen Räuber haben sich inzwischen millionenfach vermehrt und fressen alles, was in ihr Maul passt. Wenn diese Arten erst einmal in unsere Gewässer gelangt sind, bekommen wir sie, so ist zumindest der momentane Stand der Dinge, nie wieder los", bedauert Dr. Born, dem deshalb die Darstellung dieser Zusammenhänge und Schwierigkeiten, aber auch die Vorstellung dieser "Aliens" in verschiedenen Aquarien sehr wichtig ist.

Sportlich wird es in der Sonderschau auf der Castingfläche des Fischereiverbands Schwaben e.V., wo kleine Gewichte mit der Angel ausgeworfen werden, um möglichst "ins Schwarze" zu treffen. Zielwerfen mit der Angelrute ist in England eine eigene Sportart, in Deutschland wird diese Disziplin laut Ulrich Krafczyk, Geschäftsführer des Fischereiverbandes Schwaben, vor allem in der Jugendarbeit eingesetzt. Wer lieber nur den Profis über die Schulter schaut, macht dies am besten bei den Rutenbauern: Hier wird gesplittetes Bambusholz geleimt, abgerundet und gehobelt, um am Ende zu einer idealen Fliegenfischerrute zu werden. Ideen für leckere Karpfen- und Forellengerichte, inklusive Rezeptheftchen, gibt es in der Fischküche von Petra Wagner und Isabelle Vollmann-Schipper, die beide eine eigene Fischzucht betreiben. Gleich nebenan werden im Ortlfinger Fischerstüble leckere Gerichte von heimischen Fischen angeboten.

Jagd und Leben der Indianer

Roberto Heindl, Halbblut-Arapaho-Indianer und auch als Robby Two Hawks sowie Darsteller der Sat.1-Dokumentation "Die weiße Komantschin" bekannt, zeigt indianische Waffen wie Pfeil und Bogen, traditionelle Dachsmasken und originalgetreue Lederhemden. In einem kostenlosen Workshop bringt er die alte indianische Kultur nicht nur den Jüngsten unter den Besuchern näher. Wer möchte, darf sich auch einen Medizinbeutel aus echtem Leder basteln, der dann zum Aufbewahrungsort persönlich wertvoller Gegenstände werden kann und die negativen Einflüsse anderer Menschen fernhalten soll.

Großes Messe-Gewinnspiel

Jede Menge attraktive Preise warten auf die Besucher der JAGEN UND FISCHEN beim Gewinnspiel, zu welchem verschiedenste Aussteller bereits spannende Events und hochwertige Produkte gesponsert haben: Beispielsweise ein Wochenende mit einem 147 PS starken Subaru SUV oder ein Training mit dem Fahrsicherheitsexperten-Team von Suzuki International Europe. Einen wasserabweisenden, mit Hightech-Materialien ausgestatteten Jagdrucksack von Blaser, hochwertige Angelruten, Jagdleinen, eine Holzeule und noch viel mehr gibt es zu gewinnen.

Gute Koordination ist beim Bogenschießen mit dem Bogensimulator oder auch ganz traditionell – mit Pfeil und Bogen – sowie in den beiden Schießkinos gefragt. Der mobile Off-Road-Parcours "4x4 Roadeo" von Suzuki sorgt für echten Nervenkitzel. Noch mehr Abwechslung, aber auch jede Menge praktischer Tipps, versprechen die spannenden Vorträge echter Profis und Experten im Jäger- und im Anglerforum. Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm bietet wieder echte Highlights wie beispielsweise die Greifvogelpräsentationen oder die Pfostenschau der Jagdgebrauchshunde. Über 200 Aussteller aus den Bereichen Jagen und Fischen sorgen mit ihren teilweise neuen Produkten für ein echtes Einkaufserlebnis.

Schulklassen heißt die Messe JAGEN UND FISCHEN am Donnerstag und Freitag herzlich und kostenlos willkommen. Die Anmeldung hierfür erfolgt über die Internetseite www.jagenundfischen.de. Die Partner der Messe freuen sich schon jetzt, den Schülern die spannenden Themen der Natur nahezubringen.
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