Konjunktur: Erfolg im schwierigen Umfeld

Augsburg: IHK Schwaben | Zum Jahreswechsel 2015/2016 kann die bayerisch-schwäbische Wirtschaft den positiven Aufwärtstrend des letzten Jahres konstant weiter beschreiten. Trotz eines teilweise schwierigen Umfelds im In- und Ausland zeigen sich die Unternehmen mit der aktuellen Situation sehr zufrieden. Die Auftragsvolumina steigen leicht an und die Sorgen bezüglich einer langfristigen Entwicklung halten sich in Grenzen.

Dies sind die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage zur Jahreswende, bei der für Bayerisch-Schwaben die Antworten von über 580 Unternehmen aus den Branchen Industrie, Bau, Transportgewerbe, Handel und Dienstleistung ausgewertet werden konnten.

„Jedes zweite schwäbische Unternehmen freut sich über eine gute Geschäftslage. Dies spiegelt eine leichte Verbesserung verglichen mit den vorangegangenen Umfragen wider und basiert auch auf weiter wachsenden Auftragseingängen“ kann der Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben, Dr. Andreas Kopton zufrieden berichten. Die Aufträge aus dem In- wie auch aus dem Ausland haben sich ähnlich gut entwickelt wie im letzten Jahr und erneut leicht zugenommen. Bei den Auslandsmärkten haben sich insbesondere die Euro-Zone und Nordamerika als stabile Märkte erwiesen und die Talfahrt auf dem russischen Markt hat etwas an Brisanz verloren. Die Einschätzungen bezüglich des China-Geschäftes sind unterschiedlich, in der Summe bleiben die Aufträge dort stabil.
Die gute Auftragslage macht sich auch in der Auslastung bemerkbar. Über 40 Prozent der Unternehmen gaben an ihre Kapazitäten voll auszuschöpfen.

Für die kommenden Monate erwartet ein Viertel der Unternehmen eine weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Situation, knapp zwei Drittel rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Damit ist der Optimismus leicht gewachsen. Es wird erwartet, dass sowohl aus dem In- wie auch aus dem Ausland sich die Aufträge weiterhin positiv entwickeln werden. Hoffnungen setzen die Unternehmen vor allem auf die Euro-Zone und weiterhin auch auf Nordamerika. Trotz bekannter Probleme erwarten fast 30 Prozent auch von dem chinesischen Markt eine Aufwärtsentwicklung.

Die Verunsicherungen, die in den letzten Umfragen die Aussichten getrübt haben, scheinen etwas geringer geworden zu sein. Bei den Investitions- und Beschäftigungsplänen zeigt sich ein leichter Positivtrend. 30 Prozent der Unternehmen möchten ihre Investitionsausgaben im Inland steigern. Als Hauptmotiv für die Investitionen stehen immer noch Ersatzbeschaffungen an erster Stelle aber auch das Thema Kapazitätserweiterung gewinnt wieder an Bedeutung. Vor dem Hintergrund der optimistischeren Einschätzung planen 18 Prozent der Unternehmen ihren Personalbestand zu erweitern, etwas mehr als die Umfragen zuvor.



Ein Blick in die Branchen:


Industrie: Volle Auftragsbücher sorgen für gute Stimmung
Die schwäbische Industrie ist weiterhin sehr zufrieden. 51 Prozent beurteilen die aktuelle Lage als gut. Die Auftragssituation aus dem Inland bewegt sich weiterhin auf einem guten Niveau und aus dem Ausland konnten sogar noch ein paar Zuwächse verzeichnet werden. Gerade die Aufträge aus Nordamerika aber auch aus dem europäischen Ausland stützen die gute Entwicklung. Russland und auch China bleiben die Sorgenkinder der Exporteure.
Die gute Auftragssituation sorgt für eine erfreuliche Kapazitätsauslastung, 37 Prozent der Unternehmen arbeiten an der oberen Auslastungsgrenze.
Die Erwartungen für die Zukunft sind optimistisch. Gestützt von der Inlandsnachfrage und dem Nordamerikageschäft erwartet ein Viertel eine weitere Verbesserung der Geschäftslage, nur sehr wenige Unternehmen rechnen mit einer Verschlechterung. Das beeinflusst auch die Investitionspläne. 35 Prozent werden in den nächsten Monaten mehr investieren. Beim Personalbestand sind allerdings keine großen Veränderungen geplant.


Unternehmensbezogene Dienstleistungen: Weitere Umsatzsteigerungen
Die Stimmung im schwäbischen Dienstleistungsgewerbe ist fantastisch. Knapp 57 Prozent beurteilen die aktuelle Lage mit gut. Vier von zehn Unternehmen freuen sich über einen gestiegenen Inlandsumsatz und auch für das Auslandsgeschäft sind es nur etwas weniger.
Die Auslastung ist dementsprechend weiterhin auf einem sehr guten Niveau. 43 Prozent sind voll ausgelastet.
Die Einschätzungen für die zukünftige Entwicklung haben sich im Vergleich zu den Vorumfragen noch einmal verbessert. Knapp 30 Prozent rechnen noch einmal mit einer Verbesserung der Geschäftslage und steigenden Inlandsumsätzen. Aus dem Ausland erwarten fast 40 Prozent mehr Aufträge. Die optimistischen Zukunftseinschätzungen machen sich auch in den längerfristigen Plänen bemerkbar. Über ein Fünftel der Unternehmen wird zusätzliches Personal einstellen und ein Drittel wird die Investitionsausgaben steigern.


Baugewerbe: Weiterhin gut ausgelastet
Nach einer außerordentlich guten Beurteilung im Vorjahr büßt das Baugewerbe zwar etwas an Euphorie ein, bewegt sich aber weiterhin auf einem sehr guten Niveau. 45 Prozent der Unternehmen beurteilen die Geschäftslage mit gut, kein Unternehmen urteilt negativ. Zwar muss ein Viertel der Unternehmen von weniger Bauaufträgen in den letzten Monaten berichten, aber dennoch ist der aktuelle Auftragsbestand größtenteils saisonüblich und die Kapazitäten im letzten halben Jahr bei fast 60 Prozent der Bauunternehmen voll ausgelastet.
Für die nächsten Monate rechnen die Unternehmen mit einer weitgehen gleichbleibenden Situation mit kaum Veränderungen im Auftragsvolumen und daraus folgernd einer anhaltend guten Kapazitätsauslastung.
Dass erst mal nicht von weiteren Steigerungen ausgegangen wird, macht sich auch bei den Investitions- und Beschäftigungsplänen bemerkbar. Die überwiegende Mehrheit möchte weder die Investitionsausgaben noch den Personalbestand in den nächsten sechs Monaten verändern.


Transportgewerbe: Leichte Erholung bei unsicheren Perspektiven

Im Transportgewerbe ist die Stimmung zufriedenstellend und hat sich im Vergleich zu den Vorumfragen verbessert. Ein gutes Drittel beurteilt die aktuelle Geschäftslage mit gut. Die Umsatzentwicklung entspricht in etwa den Einschätzungen aus dem Herbst, mit einer leichten Tendenz nach oben. Mit der Auslastung sind die Unternehmen mehrheitlich zufrieden.
Für die nächsten Monate sind die Aussichten aber eher verhalten. Ein Fünftel der Unternehmen erwartet sogar einen Rückgang der Inlandsumsätze und rechnet dementsprechend mit einer geringeren Auslastung. Insbesondere im Bereich der Ersatzbeschaffungen sind aber scheinbar Investitionen nicht mehr aufschiebbar und so plant ein Drittel der Unternehmen in den nächsten Monaten mehr zu investieren. Auch bei den Beschäftigungsplänen gibt es einen leichten Impuls nach oben.


Einzelhandel: Verhalten optimistisch
Auch im schwäbischen Einzelhandel blickt man mehrheitlich in zufriedene Gesichter. 47 Prozent der Händler beurteilen die Geschäftslage mit gut, mehr als bei der Vorumfrage. Die Umsätze im Inland bleiben auf einem guten Niveau, von den Auslandsmärkten gibt es zusätzliche positive Impulse und eine deutliche Verbesserung in den letzten Monaten.
Die Erwartungen an die Zukunft sind ähnlich wie im Herbst. Etwas mehr als ein Fünftel rechnet mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, knapp zwei Drittel erwarten keine Veränderung. Die Einschätzungen zur Umsatzentwicklung sind im Vergleich zum Herbst leicht zurück gegangen aber noch immer rechnet fast ein Viertel der Unternehmen mit steigenden Inlandsumsätzen. Das ermuntert ein paar Unternehmen mehr als bei den Vorumfragen ihre Investitionsausgaben in den nächsten Monaten zu erhöhen. Am Personalbestand möchten jedoch drei Viertel der Unternehmen keine Veränderungen vornehmen.


Großhandel: Auslandsgeschäft dämpft die Stimmung
Etwas verhaltener aber dennoch positiv schätzt auch der Großhandel die aktuelle Geschäftslage ein. 37 Prozent beurteilen die Lage mit gut, weniger als im Herbst und auch der Anteil der Unternehmen mit gestiegenen Inlandsumsätzen ist leicht zurückgegangen und liegt aber bei immer noch guten 38 Prozent. Geringer fallen die Umsatzsteigerungen im Ausland aus.
Drei von zehn Großhändlern in Schwaben sind jedoch davon überzeugt, dass sich die Lage in den nächsten Monaten verbessern wird und zeigen sich damit optimistischer als zur Vorumfrage. Aus dem Inland werden dabei mehr Umsatzsteigerungen als aus dem Ausland erwartet. Die Investitionstätigkeiten bleiben auf einem ähnlichen Niveau wie im letzten Jahr und bei den Beschäftigungsplänen ist ein leichter Positivimpuls zu erkennen.
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