Informieren - erleben – unterhalten: Am Schwabentag 2016 begegneten sich Menschen mit und ohne Behinderung

Augsburg, Bezirk Schwaben, Messehalle 7, Schwabentag, Tag der Begegnung (Foto: Bezirk Schwaben)
 
Augsburg, Bezirk Schwaben, Messehalle 7, Schwabentag, Tag der Begegnung (Foto: Bezirk Schwaben)
Rund 2500 Besucher kamen zum „Tag der Begegnung“ nach Augsburg

„Inklusion geht uns alle an - sie ist nicht nur eine Sache der Politik oder des Geldes, sondern vor allem eine Angelegenheit der Bewusstseinsbildung“, dies antwortete Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert bei der Eröffnung des diesjährigen Schwabentages auf eine Frage von Maria Hütter. Die Prüferin für Leichte Sprache führte beim „Tag der Begegnung“ in Augsburg die Interviews mit dem Gastgebern und den prominenten Schirmherren, auch dies ein Baustein einer inklusiven Veranstaltung. Denn, so Reichert, „der Tag der Begegnung soll zeigen, wie man - beispielsweise in der Politik, im Sportverein, im Arbeitsleben, in der Freizeit - Inklusion leben und oft auch mit ganz wenig Aufwand und Mitteln umsetzen kann“.

Eine fröhliche Stimmung herrschte beim Schwabentag 2016, den der Bezirk Schwaben dem Thema Inklusion widmete. Rund 90 teilnehmende Gruppen informierten zum Thema Behinderung und Inklusion - und etwa 2500 Besucher nahmen das Angebot an Mitmach-Aktionen, Sport, Information und Kultur an.
Es gab viele Aktionen zum Mitmachen und Ausprobieren sowie ein buntes Bühnenprogramm. Es war das erste Mal, dass sich der Schwabentag des Bezirk Schwaben ausschließlich einem sozialen Thema, der Inklusion von Menschen mit Behinderung, widmete. „Das war auch für uns ein Experiment“, betonte Gastgeber und Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. „Wir wussten nicht, ob die Idee ankommt und wie groß die Bereitschaft zur Teilnahme ist. Von den vielen Mitwirkenden und dem großen Engagement, das alle gezeigt haben, sind wir richtig überwältigt“, so Reichert weiter.

Die Schirmherrschaft hatten die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, Irmgard Badura, und der Staatssekretär im Bayerischen Ministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, Johannes Hintersberger übernommen. Beide zeigten sich beim Rundgang beeindruckt von der Fülle der inklusiven Aktivitäten, die sich in Schwaben entwickelt haben.

Auch für Staatssekretär Johannes Hintersberger liegt das Hauptaugenmerk auf der Bewusstseinsbildung: „Ein Bewusstseinswandel ‚pro Inklusion‘ kann nur gelingen, wenn die Zielsetzung der Inklusion von allen gesellschaftlichen Ebenen und von der breiten Bevölkerung mitgetragen wird. Menschen mit und ohne Behinderung, die ganz selbstverständlich miteinander leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen – so stellen wir uns eine inklusive Gesellschaft in Bayern vor.“

Dass sich in Sachen „Inklusion“ in Schwaben und in Bayern was bewegt, davon weiß auch Irmgard Badura, die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, zu berichten. Trotz Fortschritten: Bayern barrierefrei 2023 bleibe ein wichtiges Ziel.
Ganz besonders freut sich Johannes Hintersberger, dass die Initiatoren des Schwabentages die Ausstellung „Miteinander“ des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration nach Augsburg geholt haben. „Barrieren abzubauen hat nicht nur etwas mit der Beseitigung von Stufen oder dem Bau von Rampen zu tun. Es geht immer auch um die Barrieren in den Köpfen. Mit der Ausstellung wollen wir allen Besuchern zeigen: So kann Inklusion funktionieren, so kann mehr Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung entstehen“, so der Staatssekretär. Zugleich wurde auch auf den Miteinander-Preis 2016 aufmerksam gemacht - damit werden besondere inklusive Projekte ausgezeichnet, Bewerbungsschluss ist am 19. August 2016. Mehr Information gibt es unter www.inklusion.bayern.de

Vielleicht kommen dafür auch einige der Projekte in Betracht, die beim Schwabentag mit dabei waren: Die Veranstaltung hat viele gute Beispiele aus den Bereichen Arbeit, Freizeit, Sport und Kultur zusammengebracht. Wie können behinderte Menschen eine Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden? Wie müssen Ämter und Behörden sein, um auch den Bedürfnissen beispielsweise von Rollstuhlfahrern oder Blinden gerecht zu werden? Welche Unterstützung benötigen Gehörlose und Schwerhörige in der Freizeit - beispielsweise, wenn sie eine Veranstaltung wie den Schwabentag besuchen wollen?

Ein Schwerpunkt lag auf Aktionen, bei denen die Besucher selbst Erfahrungen machen konnten: Vor einer Autismus-Erlebnis-Kabine standen die Besucher Schlange, auf einem überdimensionierten Stuhl konnte man die Hürden im Alltag für kleinwüchsige Menschen an einem Beispiel nachvollziehen oder auch erfahren, wie Hindernisse mit dem Rollstuhl überwunden werden können.
Aus ganz Schwaben und aus ganz unterschiedlichen Bereichen kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Augsburg. Den weitesten Weg hatte eine Gruppe aus der rumänischen Bezirkshauptstadt Suceava aus der Partnerregion Bukowina. Acht behinderte Kinder und Jugendliche und ihre Begleiter waren extra zum Schwabentag 2000 Kilometer angereist.
Am Ende der Veranstaltung konnte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert konstatieren: „Auf dem Schwabentag wurde greifbar, wie Inklusion gelebt werden kann.“
Viele Bilder und Eindrücke von dem Tag lassen sich auf der Internetseite www.schwabentag2016.livestory.jetzt nacherleben.

Bild (von links): Sie warben am Schwabentag 2016 gemeinsam für den Miteinander-Preis: Achim Friedrich vom Mehrgenerationenhaus Königsbrunn, das 2014 aus dem Regierungsbezirk Schwaben ausgezeichnet worden war, Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Irmgard Badura und Staatssekretär Johannes Hintersberger.

Die Besucher konnten an zahlreichen Sportaktivitäten, die auf Menschen mit Behinderung zugeschnitten sind, eigene Erfahrungen machen - Tischtennis für Sehbehinderte, Schießsport für einen blinden Schützen sowie eine Fahrt mit einem Rollfiets, auf dem Beifahrer mit dem Rollstuhl mitgeführt werden können.
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