Deutschlands beste Retter kommen aus Schwaben

Die Jugendretter der Johanniter helfen einem Patienten, der von einem Baumhaus gestürzt ist.
 
Der Jugendmannschaftleiter erhält die Urkunde für Platz 8 von Johanniter-Präsident Hans-Peter von Kirchbach.

Johanniter-Jugend aus Marktoberdorf hat besten Rettungsnachwuchs, aus Augsburg kommt die deutschlandweit drittbeste Rettungsdienstmannschaft

Leipzig / Augsburg / Marktoberdorf - Mehr als 2.000 Johanniter aus ganz Deutschland sind am vergangenen Wochenende in Leipzig zusammengekommen, um sich in den Erste-Hilfe-Disziplinen und Rettungstechniken zu messen. Die jüngsten Teilnehmer bei der „Olympiade der Retter“ waren sechs Jahre alt, die ältesten ehrenamtlichen Lebensretter bei den Johannitern haben das Rentenalter bereits seit Langem erreicht. Aus Schwaben waren auch insgesamt vier Mannschaften aus Augsburg und Marktoberdorf dabei, die in ihrer Kategorie die Spitzenplätze in die Heimat holten. Die besten Nachwuchsretter im Alter von sechs bis elf Jahren kommen aus Marktoberdorf, die ehrenamtliche Rettungsdienstmannschaft aus Augsburg sind Dritter im Bundesvergleich der Rettungskräfte.

„Bei unserem Bundeswettkampf geht es nicht nur um Erste Hilfe und Lebensrettung“, betont der Marktoberdorfer Johanniter-Ortsbeauftragte Hermann Seifarth. „Es ist ein Fest für die ganze Johanniter-Familie und jetzt feiern wir alle gemeinsam den ersten Platz unserer Kindermannschaft.“ Die Mannschaften der Johanniter-Regionalverbände Allgäu und Schwaben qualifizierten sich im vergangenen Jahr als Sieger des bayerischen Landeswettkampfs in Regensburg:
Aus Augsburg erreichten die Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren den ersten Platz in ihrer Altersgruppe, punktgleich mit einer Mannschaft aus Marktoberdorf. Daher waren beide Jugendmannschaften in Leipzig angetreten. Außerdem war noch eine Rettungsdienstmannschaft aus Augsburg für den Wettkampf der Lebensretter qualifiziert.
Aus Marktoberdorf erreichten zudem die jüngsten Ersthelfer von sechs bis elf Jahren den ersten Platz in ihrer Kategorie.

Neben einem Theorie-Test standen vor allem die praktischen Wettkampfdisziplinen in Leipzig im Vordergrund:
Ein Trageparcours musste möglichst rasch, aber zugleich sicher bewältigt werden. Auf der Krankentrage war kein Patient, sondern eine Schale mit Wasser. Keinen Tropfen sollte man verlieren, keine Sekunde Zeit aber ebenso wenig. In der Alltagspraxis des Rettungs- oder Schulsanitätsdienstes ist die Sicherheit für den Patiententransport unabdingbar.
Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung wurde geprüft, ob alle Richtlinien exakt umgesetzt werden. Mit einem Computer wurde festgestellt, ob der Rhythmus der Herzmassage passt, der Druckpunkt auf der Brustbeinmitte genau stimmt und tief genug gedrückt wird; auch zeigt die Auswertung, ob bei der Beatmung die richtige Luftmenge die Lunge der Übungspuppe erreicht.
Weitere Herausforderungen waren verschiedene Diagnose-Tests, bei denen die Mannschaften bei simulierten Verletzungen oder Erkrankungen herausfinden mussten, welche Ursache vorlag. In diesen Tests zählte es lediglich, die notwendigen Behandlungsansätze den Schiedsrichtern zu erklären.
Beim aufwendigen Fallbeispiel hingegen mussten die Rettungskräfte ihr ganzes Können unter Beweis stellen: Auf einem Fluss ist ein Ausflugsboot explodiert, ein Mann wurde schwer verletzt und erlitt starke Verbrennungen. Die Retter mussten schnell handeln, um den Mann optimal zu versorgen. Zeitgleich mussten die Rettungskräfte eine zweite Patienten aus dem Boot retten und versorgen.
Die jungen Nachwuchsretter im Alter von sechs bis elf Jahren mussten als Fallbeispiel zwei verletzen Skateboard-Fahrern helfen, die Jugendretter mussten zwei Jugendlichen helfen, die aus einem Baumhaus gestürzt waren.
Außerdem mussten die Kinder bis elf Jahre ein Banner in einem Kreativ-Test gestalten, auf dem sie ihr Gruppengefühl, ihre Stärken und ihre Gemeinsamkeiten als Johanniter-Jugend darstellen mussten.

„Mit vollem Stolz haben wir den dritten Platz der deutschen Rettungsprofis in die Heimat gebracht“, freut sich Johanniter-Regionalvorstand Gertrud Streit-Doderer aus Augsburg. Die Augsburger Jugendmannschaft belegte den 8. Platz in ihrer Kategorie, die Marktoberdorfer Jugend den 5. Rang. Und die Kinder erreichten Rang 1 in Deutschland.

Der nächste bayerische Johanniter-Landeswettkampf findet 2010 in Kempten statt.

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