„Dillingen gegen Rechts“ klärt auf - Vortragsreihe gegen Rechtsextremismus
Die Vortragsreihe „Dillingen gegen Rechts“ lief am gestrigen Mittwoch gut an. Acht Klassen von Dillinger Schulen haben die Vorträge der Referentin Nicola Hieke von der „Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus“ und dem Referenten der Aussteigerinitiative „Exit“, Matthias Adrian, gestern interessiert zugehört. Danach hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich die Ausstellung „Demokratie stärken, Rechtsextremismus bekämpfen“ der Friedrich-Ebert-Stiftung anzusehen und durch einen Lernzirkel abzurunden. Die Idee zu dieser Veranstaltung kam den Initiatoren nach der Veröffentlichung einer Studie des Innenministeriums, die sagte, dass die Bereitschaft von Jugendlichen zunehme, sich rechtsextremen Gruppierungen anzuschließen.
Hieke klärte auf: über Rechtsextremismus, die Strategien der rechtsextremen Parteien zur Gewinnung Jugendlicher und die Symbolik, die von ihnen verwendet wurde. „Als „Rechtsterrorismus“ bezeichnete sie die Gewaltbereitschaft rechtsextremer Gruppen, die – auch in Bayern – leider immer weiteren Zulauf bekommen. Anhand von Videos verdeutlichte sie wie zum Beispiel die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehende NPD Jugendliche durch die neuen Medien auf deren Seite zu ziehen versucht. Sie zeigte anhand von Bildern die versteckte Symbolik, die in dieser Szene verwendet wird. „Es gibt hunderte Symbole, die verwendet werden, um seine politische Einstellung zu zeigen. Wenn eins verboten wird, finden sie wieder eine neue Symbolik“, so Referentin Hieke zu dieser Problematik.
„Ausweg aus dem Rechtsradikalismus“ war das zweite Thema, zu dem Matthias Adrian referierte: „Ein professionelles Aussteigerprogramm brauchen Menschen, die in den rechten Strukturen verankert waren: in Bands, in rechtsradikalen Parteien oder Gruppierungen.“ Er verdeutlichte den Jugendlichen wie er arbeitet und was man bei „Aussteigern“ beachten muss. Er selbst war Mitglied der NPD und den Jungen Nationalen, hat Wahlkampfplakate anderer Parteien abgerissen und hat Hakenkreuze geschmiert. Aber er hat den Ausstieg aus der Rechten Szene geschafft und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Jugendlichen aufzuklären, damit sie selbst nicht in diese Szene hineingeraten. An Rechtsradikalismus sind nicht nur bildungsferne Schichten betroffen. Das hat er den Jugendlichen klar gemacht. Er war nie in der berühmten Außenseiterrolle. Diese Vorstellungen seien sehr oberflächlich und treffen nicht immer zu, so Adrian, der nämlich als Kind vom Großvater, dessen Bekanntschaft und später von der neonazistischen Propaganda beeinflusst wurde. Seinen eigenen Ausstieg hat er geschafft, indem er zunächst ausgetreten ist, sich dann erst mit der Ideologie selbstständig beschäftigt hat und dann gemerkt hat, „was für ein Schwachsinn ist“. Danach hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche vor solchen Fehlern zu warnen und engagiert sich nun bei „Exit“, um diese Nazi-Ideologie zu bekämpfen. Nachdem er diese Aufklärungsarbeit begann, musste er Drohanrufe, Hass-Mails und Internet-Hetzkampagnen gegen sich ertragen.
Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert von den Referenten, die diese ernste Thematik jugendgerecht rübergebracht haben. Wie uns die Lehrer berichteten, wird das Thema Rechtsradikalismus im Unterricht noch weiter behandelt.
Weiter zu diesem Thema gibt es, organisiert von den Jungen Freien Wählern, am Donnerstagabend um 19:00 Uhr eine Podiumsdiskussion mit MdB Gabriele Fograscher (Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion zum Thema Rechtsradikalismus) und MdL Bernhard Pohl (stellv. Fraktionsführer der FW-Landtagsfraktion) im Dillinger Stadtsaal am Kolpingplatz. Moderiert wird die Diskussion von Alex Kunz von hitradio.rt1 nordschwaben. Politisch Interessierte, egal welcher politischen Gruppierung zugewandt, sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist selbstverständlich frei.



Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .