Die Kids von der Straße holen
Streetwork schafft Beziehungen zwischen 28 Nationalitäten
Augsburg (kjf) In der Schule schließen sie Freundschaften, die Buben und Mädchen. Nachmittags treffen sie sich. Wo? Und was sollen sie machen?
In der kalten Jahreszeit ist Streetworker Philipp Schaffner mit ihnen in der Turnhalle der Centerville-Schule. An jedem Freitag Nachmittag kommen rund 40 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren in die Turnhalle der Centerville-Volksschule. Diplom-Pädagoge Schaffner, der vor sechs Jahren die Sportprojekte im Bereich der Streetwork in den Stadtgebieten Centerville/Cramerton übernahm, kennt seine Schützlinge. Er teilt die Turnhalle und kann so gleichzeitig zwei Altersgruppen zum Spiel anleiten. "Die meisten kennen sich von der Schule, ein paar Jungs aus der Umgebung kommen mit dazu", berichtet der Streetworker der Katholischen Jugendfürsorge. Viele der Jugendlichen kennen kein "richtiges" Zuhause, entweder weil beide Elternteile arbeiten gehen oder weil sie lieber mit Gleichaltrigen unterwegs sind. "Wir versuchen ihnen Möglichkeiten zu geben, sich einmal gezielt auszutoben und auch ihre Aggressionen geordnet abzubauen. Dazu ist Sport ein idealer Ansatz, weil beispielsweise das Fußballspiel Kraft und Ausdauer kostet und gleichzeitig die soziale Kompetenz im Teamspiel fördert", so Schaffner.
Augsburgs Sozialreferent Dr. Konrad Hummel machte sich vor Ort ein Bild über die Situation und zeigte sich den Anliegen der Streetwork gegenüber sehr aufgeschlossen. Mit dabei war auch Schaffners Kollegin vom Stadtjugendring, Streetworkerin Regina Reim, die im angrenzenden Pfersee arbeitet.
Für Dr. Hummel ist Streetwork gezielte Schnittstellenarbeit: Schule und Jugendarbeit sollen verbunden und die hier lebenden 28 Nationalitäten vernetzt werden. Sozialpotential sieht Hummel insbesondere in Gegenden mit verdichtetem Wohnungsbestand wie in dieser Region der ehemaligen amerikanischen Kasernen. Hummel lobte den Einsatz der Streetworker, die den Jugendlichen ein Stück Halt und den Anwohnern ein Stück Sicherheit geben würden. Aus all diesen Gründen unterstützt die Stadt dieses Angebot auch mit einem Zuschuss.
Das Angebot in der Turnhalle sei ein Glanzpunkt im Wochenablauf, stimmten ihm die anwesenden Jugendlichen vorbehaltlos zu. Die Jugendlichen kämen pünktlich und es sei eigentlich in jeder Woche "ein Kampf" um 18 Uhr die Halle für den nachfolgenden Verein räumen zu müssen.
Im Sommer nutzen sie die Frei-Sportflächen.



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