Der große Komponist Werner Egk und seine Würdigung an den Werner-Egk-Tagen 2008
Die Werner-Egk-Tage, die 2008 anlässlich des 25. Todestages des Komponisten stattfinden, sind dafür da, die Erinnerung an diesen großartigen Künstler am Leben zu erhalten. Für die Idee und die Gesamtkonzeption ist Wilhelm-Georg Burkert verantwortlich.
Vielen Menschen, vor allem der jüngeren Generation, ist der Name Werner Egk heute kein Begriff mehr. Ein Grund mehr, ihn gebührend an diesen Tagen zu feiern und der Bevölkerung zu bei dieser Gelegenheit vorzustellen, denn „Sein irdisches Leben ist vollendet, sein künstlerisches kennt weder Zeit noch Tod“ (Dr. Alfred Böswald, Alt-Oberbürgermeister von Donauwörth).
Der Name Werner Egk ist ein Künstlername. Ursprünglich hieß dieser nämlich Werner Meyer. Interessanterweise geht der Künstlername auf die Initialen seiner Frau zurück, die sich ebenfalls der Musik verschrieben hatte: die Geigerin Elisabeth Karl. Erst 1937 wird der Name Egk als bürgerlicher Familiennamen anerkannt.
Werner Mayer ist am 17.05.1901 in Auchsesheim geboren, acht Jahre später siedelte die Familie nach Oberhausen über. Egk hat von 1911 bis 1920 das Gymnasium St. Stephan besucht, bis er dann ein Jahr später nach München zog und unter anderem Unterricht bei Carl Orff genoss. Im darauffolgenden Jahr, 1922, begegnete er seiner zukünftigen Frau, Elisabeth Karl, die er schon 1923 heiratete. Im selben Jahr noch bezogen beide die Wohnung im Spenglergässchen. Schon 1924 wurde sein Sohn Titus geboren. Ab 1927 fand sich die Familie erneut in München wieder, wo Egk Kapellmeister eines Kinoorchesters wurde. Später arbeitete er dann unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, als er auch den Auftrag für eine Funkoper mit dem Namen „Columbus“ erhielt, die 1933 ausgestrahlt wurde. Mit der Arbeit an einer weiteren Oper, „Die Zaubergeige“, begann er 1934. Schon ein Jahr später wird diese in Frankfurt am Main uraufgeführt. 1936 bis 1940 verschlug es ihn dann nach Berlin als Kapellmeister an der Preußischen Staatsoper. Die Oper „Peer Gynt“ wurde1938 an der Preußischen Staatsoper uraufgeführt. 1941 schloss Egk einen Werkvertrag mit der Stadt Frankfurt am Main ab und betätigte sich in der Reichsmusikkammer als Leiter der „Fachschaft Komponisten“. 1949 bekam er endlich die Ehrung für seine Mühen: Er wird mit dem Münchner Kunstpreis ausgezeichnet. Er arbeitete sodann von 1950 an drei Jahre als Direktor der Hochschule für Musik in West-Berlin und erhielt sogar den Vorsitz im Beirat der GEMA, wird Präsident im Deutschen Komponistenverband. Ab 1954 bis 1972 war er an der Bayerischen Staatsoper tätig, wobei er sich in Inning amAmmersee niederließ. In den 60ern schließlich nahm er vielfältige Auszeichnungen entgegen. 1982 wurde die Werner-Egk-Begegnungsstätte in Donauwörth eröffnet, bis Egk nur ein Jahr später, am 10. Juli 1983 in Inning starb.
Auffällig ist, dass Werner Egks Biographie kaum Raum für eine größere Schaffenspause lässt. Doch das ist eine Tatsache, die im Wesen Egks begründet ist, der einmal sagte: „Die Arbeit ist, wenn man arbeitsfähig ist, das einzige Element, in dem ein Mensch gesund und friedlich leben kann.“ Und vor allem ist dazu auch ein großer Wille notwendig. Schon früh in seiner Kindheit hat sich Egk gegen seinen Vater durchgesetzt, der immer wollte, dass er den mittleren Postdienst zu seinem Beruf machte. Entgegen den Wünschen seines Vaters, riss Egk für seinen Traum, an die Akademie der Tonkunst in München zu gehen, von zu Hause aus.
Schon als Kind war alles Musik für ihn, „was vom Leben selbst gepfiffen, gesungen oder gedonnert war.“
Richtig berühmt geworden ist der deutsche Komponist und Vertreter des Neuklassizismus sowie des modernen Musiktheaters durch das Stück „Abraxas“, welches seine erfolgreichste Ballettkomposition darstellt und großes Aufsehen erregte. Es sorgte nämlich für den Münchner Ballett-Skandal von 1948. Nach fünf ausverkauften Vorstellungen kam es zu einem Verbot des Stücks durch den Bayerischen Kulturminister Hundhammer wegen der angeblichen Gefährdung der öffentlichen Moral. Jedoch hat dies Werner Egks Popularität nicht geschadet – im Gegenteil! Das Stück selbst basiert auf Heinrich Heines „Doktor Faust“ aus dem Jahre 1948. Der von Egk ausgewählte Titel „Abraxas“ sollte möglichst keine Assoziationen zu Goethes „Faust“ evozieren. Egk ist in den 1940ern auf den Stoff gestoßen und ließ sich dabei vom russischen Ballett inspirieren, vor allem was den expressionistischen Ausdruckstanz angeht. Außerdem handelte es sich bei dem Stück um die erste zeitgenössische Premiere eines Handlungsballetts.
Auch das Oratorium „Furchtlosigkeit und Wohlwollen“ (1931) zählt als Schlüsselwerk des Humanisten. Darin kämpft das Recht im moralischen Sinn gegen die Macht im politischen Sinn. Ein Oratorium, das gegenüber seiner NS-Vergangenheit heute völlig unerwähnt bleibt.
Außerdem komponierte Egk zahlreiche Opern, wie z.B. die „Zaubergeige“ oder die „Irische Legende“, die ihre szenische Uraufführung der Neufassung am 26. Februar 1975 im Stadttheater Augsburg hatte. Des weiteren schrieb er verschiedene Orchesterwerke, Vokalmusik, Singspiele und Filmmusik. Zudem verfasste er einige Essays.
Die Werner-Egk-Tage wurden bereits 2007 ins Leben gerufen. Anlässlich des 25. Todestages von Werner Egk werden 2008 nun zum zweiten Mal die Werner-Egk-Tage stattfinden. Sie sind schon am 7. Februar 2008 in der Innenstadt im Domviertel mit der Enthüllung des Wappenschildes im Spenglergässchen eröffnet worden. Die Gedenktafel wurde dabei auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion und auf Initiative von Wilhelm Georg Burkert bestellt. Der Initiator war höchstpersönlich bei der Enthüllung des Wappenschildes anwesend. Doch nach eigenen Angaben sei er nicht der Einzigste gewesen, der sich für den Musiker eingesetzt hatte. Mitbeteiligte waren der noch amtierende OB Dr. Paul Wengert, der Stadtdirektor Dr. Heinz Münzenrieder, das Baureferat unter Dr. Karl Demharter, Bischof Dr. Walter Mixa sowie der emeritierte Weihbischof Rudolf Schmid. Burkert selbst bezeichnete diesen Tag als einen „erfolgreichen Beginn einer Werner Egk-Renaissance in Augusta“. Der Künstler, so Burkert, sei wieder dort angekommen, wo er mit seiner jungen Frau Elisabeth sein erstes Zuhause gefunden hat. Außerdem wurde auf Vorschlag von Wilhelm Burkert eine kleine Straße in Oberhausen, der Werner-Egk-Weg, nach dem großen Künstler benannt. Die Namensgebung wurde am 25.10.2007 vom Stadtrat beschlossen und die Begründung lautete so: „Mit Werner Egk und Joseph Dantonello kann der Augsburger Stadtteil Oberhausen zwei herausragende Musiker vorweisen. Beide Persönlichkeiten sollen mit dieser Straßenbenennung in der Nähe der Werner-Egk-Volksschule in Oberhausen gewürdigt werden.“ Außerdem haben beide Komponisten laut Burkert bei St. Peter und Paul ihre „spirituelle Heimat“. Die Beziehung von Burkert zu dem Komponisten Egk ist eine ganz besondere, denn seine Musik habe ihn nie losgelassen.
Die Planung für die Werner-Egk-Tage für dieses Jahr sehen folgendermaßen aus: Am Freitag, den 16. Mai wird es eine ökumenische Orgelnacht geben. Es handelt sich dabei um ein vielfältiges Programm um die Sandtner-Orgel und danach, um 22 Uhr ist noch Jazz Musik im Pfarrkeller zu hören. Die Leitung an diesem Tag hat Helmuth August Ott inne. Die Komponistenwege „Werner Egk“ und „Joseph Dantonello“ werden am 18. Mai eingeweiht. Am 10. Juli wird es dann einen Festakt der Stadt Augsburg geben und am 11. Juli wird eine Veranstaltung der Werner-Egk-Grundschule mit Führung stattfinden. Schließlich ist am 12. Juli ein Kirchenkonzert mit Lesung in der St. Peter und Paul Kirche. Gleichzeitig handelt es sich hier auch um den Todestag von Egks Schwester Edeltraud Mayer. Diese Dame ist erstaunliche 101 Jahre alt geworden und hat Zeit ihres Lebens im Augsburger Josefinum als Hebamme gearbeitet und war Sportlehrerin. Kaum vorstellbar, wie vielen Müttern die Ordensschwester schon geholfen hat, ihr Kind auf die Welt zu bringen! Das Josefinum wurde übrigens von dem Vater der beiden gegründet.
Was das Programm für die Werner-Egk-Tage für die nächsten Jahre angeht, so sieht die Planung dafür, deren Idee und Gesamtkonzeption ebenfalls auf den leidenschaftlichen Werner Egk-Anhänger Wilhelm Burkert zurückgeht, schon ziemlich detailliert aus. 2009 wird gefeiert werden, dass Werner Egk 100 Jahre in Augsburg bewundert wird (1909-2009). Unter anderem werden wir Kammermusik im Kleinen Goldenen Saal, eine Ökumenische Orgelnacht und ein Kirchenkonzert mit Lesung in St. Peter und Paul hören. Aber auch für die Jüngeren unter uns wird etwas geboten sein, denn es soll ein Lesewettbewerb und Schultheater veranstaltet werden, wie auch ein Literaturpreis für Kinder in der Werner-Egk- Schule in Oberhausen vergeben werden wird.
2010 wird dann die100jährige Eingemeindung der Marktgemeinde Oberhausen und das 100jährige Bestehen der Stadt Augsburg gefeiert. Es soll dann ein richtiger Festakt in Oberhausen veranstaltet werden. Dies soll mit Konzerten, Führungen, Lesungen und Begegnungen in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zelebriert werden. Geplant sind auch diverse Vorträge, ein Straßen- und Schultheater und eine Lesung im Sudhaus. Schließlich wird überlegt, eine Fahrt zur Werner Egk Begegnungsstätte in Donauwörth durchzuführen, Werner Egk in der Region vorzustellen, wie diverse Sportveranstaltungen, z.B. ein Fußballturnier, anzubieten.
Auch für 2011 und 2012 hat Herr Burkert schon Visionen: 2011 wurde vor hundert Jahren mit dem Bau der Kapellenschule begonnen, und 2012 ist es hundert Jahre her, dass die Kapellenschule besteht, d.h. dort damals der Unterricht begonnen wurde. In diesem Zusammenhang soll auch ein Ski-Museum in einer der Oberhauser Schulen eröffnet werden, denn Oberhausen hatte über 75 Jahre lang eine Skifabrik. Das Sportgeschäft in der Brandnerstraße gibt es ja noch heute. Burkert sieht dies als etwas „Bodenständiges“ in Oberhausen an, da es um das Thema Prägung und Identität gehe, um Tradition und Kultur, die „stets getragen von der Kirche und den Repräsentanten aller demokratischen Parteien“ wurde .

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