Kirta-Kirchweih

Wenn der „Zachäus“ winkt ist Kirchweih, das rote Fähnlein mit dem Kreuz
Kirchweih
Wenn der „Zachäus“ winkt ist Kirchweih
Bayerisch Land und Leute
Am dritten Sonntag kündigt der Zachäus das rote Fähnlein mit dem weißen Kreuz, vom Kirchturm an das es wieder einmal Kirchweih ist. Der Name der Kirchweihfahne ist gewissermaßen eine Anspielung auf das Evangelium am Kirchweihsonntag, das den Zöllner Zachäus zum Inhalt hat. Der Oktober ist aber nicht nur ein Monat der Andacht und Besinnung, sondern vielmehr eine Zeit der Freude. Selbstverständlich wurde und wird auch heute noch am Kirchtag fleißig getanzt, so daß das Verserl:
Und am Sonntag ist Kirta da geh zum Tanz
Der Anderl führt’s Nannerl und die Gretl den Hans
Nach wie vor stimmt.
Für die Bäuerinnen aber auch für Hausfrauen war es eine Ehre möglichts viel und gute Auszogene oder anderes schmackhaftes Schmalzgebäck auf den Tisch zu bringen. Heutzutage brauchen sich die Hausfrauen mit dem Schmalzgebäck nicht mehr plagen. Sie besorgen sich das Landesübliche Schmalzgebäckauf einen Bauernmarkt oder bei einem Bäcker. Dazu ist vor allem bei den Mannsbildern immer noch einheimischer Obstbrand, sowie ein süffiges Bier von den guten Landbrauereien geschätzt
Verserl:
A richtige Kirta, dauert bis zum Irta (Dienstag)
S’ko si a schicka bis zum Migga (Mittwoch)
Folglich wurde dieses, für das Landvolk so wichtige fest , nach dem anstrengenden Erntemonaten, auf drei bis vier Tage ausgedehnt. Häufig kam die Verwandtschaft zu Besuch. Dann wurden erst recht Schmalzgebackenen Kirtanudeln, Schweinsbraten mit Kartoffelknödel und Blaukraut, sowie junge Ganserl aufgetischt, die eigens für das Kirtafest gemästet worden waren. Schließlich wollte man sich nichts nachsagen oder gar „ausrichten“ lassen. Während sich die Erwachsenen bei Speis und Trank gut gehen ließen, vergnügten sich die Kinder und die Jugend beim Kirtahutsch’n. Das sind Schaukeln aus dicken Brettern, auf gut Bayerisch schware Lad’n die mit Ketten aus Gebälk der Tenne befestigt und von zwei kräftigen Burschen in Längsrichtung bewegt werden. Daß beim Hin und Herrutschen so mancher Schiefer (Spreißel, Span)durch die Hose in das Sitzfleisch drang, oder gar der Hosenboden durchgescheuert wurde, war keine Seltenheit. Um das Kirtahutsch’n noch gemütlicher zu machen, spielte manchmal auch ein Bursche mit seiner „Ziach“ (Ziehharmonika) auf, während die Jugend auf der Hutsch’n dazu sang
Einer der Samerberger Spottvierzeiler
Z’ Lauterbach und z‘ Höhenmoos da hams sau dürre Roß
Könnan eah koan Hoban(Hafer) geb’m
Müaß’ns beim Schwoaf aufhebn

Kirchweihmontag
Nach alter Tradition findet am Kirchweihmontag in Raisting, im Pfaffenwinkel noch immer der betteltanz statt. Von zwei Burschen, den sogenannten Rutenbuam, werden im Vorfeld die Mädchen und Burschen
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3 Kommentare
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Christl Fischer aus Friedberg | 17.10.2013 | 14:21  
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Silvia B. aus Neusäß | 17.10.2013 | 22:56  
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Werner Schneider aus Frasdorf | 18.10.2013 | 05:48  
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