200 Jahre Kaspar Hauser - Wer war er wirklich ?

Ansbach: Kaspar-Hauser-Platz 1 | War er ein badischer Prinz, der "letzte der Zähringer", der von der zweiten Frau seines Urgroßvaters gegen einen sterbenskranken Säugling ausgetauscht worden ist ?

Wurde tatsächlich von deren Schwiegertochter, der badischen Großherzogin Sophie, seine Ermordung in Auftrag gegeben?

Fragen über Fragen, die bis ins heutige Jahrtausend Wissenschaftler, Kriminologen, Historiker und die Medien beschäftigen. Selbst der "Spiegel" befasste sich einst mit dem Mythos Kaspar Hauser. Sein Fall gehört zu den berühmtesten der deutschen Kriminalgeschichte des 19. Jahrhunderts und hat schon zu seinen Lebzeiten für ungeheures Aufsehen gesorgt. Bereits damals hieß es, dass er im Frühjahr 1812 als Erbprinz des Hauses Baden zur Welt gekommen sei und schon kurze Zeit nach seiner Geburt im Auftrag der Gräfin Hochberg entführt wurde, die so die Erbfolge ihrer eigenen Linie sichern wollte.

Wer ist der geheimnisvolle Fremde, der 1828 in Nürnberg auftauchte?
Am Pfingstmontag, den 26. Mai 1828, gegen 16.30 Uhr, tauchte ein junger Bursche in Nürnberg auf. Mit stotternder Stimme, spricht er zwei Schuhmacher an. Eine Konversation mit ihm war nicht möglich, da er sich nicht richtig verständlich machen konnte. Der Schuhmacher Leonhard Weickmann kümmert sich um ihn. Er landet auf Umwegen dann schließlich bei der Polizei. Dort konnte er jedoch auf die Fragen der Polizisten keine antworten geben. Einem Papier zufolge, welches er bei sich trug, sollte er am 7. Oktober 1812 als Sohn eines armen, kinderreichen Taglöhners geboren worden sein. Schließlich gab man ihm ein Blatt Papier sowie eine Feder und sofort schrieb er seinen Namen darauf „ Kaspar Hauser“.
Er wurde im Nürnberger Gefängnisturm eingesperrt, der auch als „Narrenhaus“ genutzt wurde. Auf weiteres befragen wiederholte er dann immer wieder nur einen einzigen Satz:

"Ein Reiter will ich werden, wie mein Vater einer war."

Aus diesem Grund nahm sich der Präsident des Appellationsgerichts Ansbach, Anselm Feuerbach, persönlich des Falles an. Er sorgte dafür, dass Kaspar Hauser in Nürnberg Unterricht von dem Professor Georg Friedrich Daumer erhielt und so das korrekte Lesen und Schreiben erlernte. Am 17. Oktober 1829 wurde Kaspar Hauser dann im Hause des Professor Daumer von einem unbekannten Mann angegriffen und verletzt. Deshalb nahm sein Vormund, Gerichtsassessor Gottlieb Freiherr von Tucher ihn bei sich auf. Dort lernte Hauser den englischen Lord Philip Henry, 4. Earl of Stanhope kennen, der nach kurzer Zeit zu seinem Pflegevater bestellt wurde.
Ende 1831 kam Hauser dann nach Ansbach in das Haus des Volksschullehrers Johann Georg Meyer. Von dem er weiter Unterricht wurde. Alle Kosten hierfür übernahm Lord Henry.
Am 14. Dezember 1833 wurde Kaspar Hauser im Hofgarten in Ansbach mit einem Messerstich tödlich verletzt. Drei Tage später starb er. Bis heute wird darüber gestritten, ob es Mord oder Selbstmord war.

Sein Grabstein auf dem Ansbacher Stadtfriedhof trägt die Inschrift:

"Hier ruht Kaspar Hauser, ein Rätsel seiner Zeit, unbekannt die Geburt, geheimnisvoll die Umstände seines Todes."

Und erst vor kurzem wurde bekannt, dass der Sarg des vermeintlich gegen Kaspar Hauser „ausgetauschten“ badischen Erbprinzen zusammen mit dem des 1817 gestorbenen Bruders Alexander verschollen sind . Diese waren in der Pforzheimer Fürstengruft aufgestellt (Quelle: FAZ Bericht "Kaspar Hauser, des Rätsels zweiter Teil v. Winfried Klein erschienen im August 2012)

Wenn auch Sie Interesse an seiner Geschichte gefunden haben, begeben sich auf Spurensuche und machen Sie sich mit den damaligen Lebensumständen ebenso vertraut wie mit den Rätseln, die Kaspar Hauser heute noch anhaften.
Möglichkeit dazu haben Sie derzeit in einer Sonderausstellung aus Anlass des 200.Jahrestages seiner Geburt im Nürnberger Stadtarchiv. Die Ausstellung im Nürnberger Stadtarchiv (Marientorgraben 8, Eingang Norishalle) dauert bis 10. Oktober 2012. Der Eintritt ist frei.
Aber auch in Ansbach gibt es die Möglichkeit sich näher zu informieren. Seit Oktober 1998 sind im Markgrafenmuseum, am Kaspar-Hauser-Platz 1, im Erdgeschoß des ehemaligen Schnitzleinshofes drei Räume zum Thema Kaspar Hauser eingerichtet.
Näheres hierzu unter: http://www.kaspar-hauser-ansbach.de/rg_01.html


Quellen: u.a. Wikipedia / Franken-Wiki
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Erika Bf aus Neusäß am 30.10.2012 um 17:42 Uhr  
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