18. Vier-Hübel-Tour - Teil 2

   
Sie begleiteten die Tour.
Wieder einmal hatte ich mit meiner Tochter Manuela im Waldeck Quartier bezogen, nachdem wir am Samstag zunächst mit dem Rad bis Cranzahl und von da mit der Bimmelbahn nach Oberwiesenthal gefahren waren. (Dazu dieser Extra-Beitrag).

Gegen 07:00 Uhr wurden wir am Sonntag früh durch einigermaßen bekannte Geräusche geweckt: dicke Regentropfen prasselten auf die vor unserem Fenster parkenden Autos sowie die Dächer. Erste Frage meiner Tochter: "Bei diesem Wetter willst du fahren?"
Meine ihr bereits bekannte Antwort: "Nur der Tod entschuldigt." Dann allerdings fügte ich noch hinzu: "Bis um zehn ist es noch eine Weile hin, das wird schon."

Also machten wir erst einmal in aller Ruhe Morgentoilette und begaben uns zu einem leckeren Frühstück. Ohne dem geht gar nichts. Kurz vor neun, es regnete noch immer, machte ich mich auf dem Weg zum neuen Starthaus am Parkplatz nahe des Hüttenbach-Viadukts. Dort traf ich einen Kegel-Mannschaftskameraden (Startnummer 551) und ich änderte den Tagesablauf für Manuela per Mobiltelefon. Sie fuhr mit der Familie meines Kegelfreundes mit und machte unterwegs jede Menge Fotos. :-)

Ich hingegen holte meine Startnummer 37 ab. Aber dann: ca. 20 Minuten vor dem Start musste ich mal auf's Örtchen. Dort war etwas Stau, also hieß es warten. Knappe fünf Minuten vor dem Start war auch ich dann wieder draußen und reihte mich ziemlich weit am Ende der 600 Teilnehmer ein. Links neben mir entdeckte ich dann den nächsten guten Bekannten (ehemaliger Kegler, Startnummer 596), den ich am Ende der Tour sogar noch ein ganzes Stück begleiten konnte. Vor uns lagen da noch ca. 90 Kilometer und um die 2.300 Höhenmeter.

Der Start selbst dann verlief nahezu reibungslos. Die Anfahrt hinauf zur Vierenstraße und zum Bärenfangweg blieb ohne Zwischenfälle, dies auf jeden Fall ein Pluspunkt gegenüber den Vorjahren. Ein weiterer kam am Bärenfangweg in der Abfahrt hinzu, denn dort hatte man an der gefährlichen Kurve einen Ordner postiert, so dass es diesmal dort zu keinerlei Stürzen kam.

In der Abfahrt ließ ich mich mit den anderen "treiben", bis kurz vor dem Floßzechenweg zwei Radler von hinten mit aller Macht an dem Pulk vorbei rauschten. fast wäre es da zur Kollision gekommen, aber die etwas "langsameren" hatten aufgepasst. Bis zum Bärenstein "schwamm" ich so in verschiedenen größeren Gruppen mit. Auf dem Berg schnell eine halbe Banane geschnappt und etwas Tee getrunken und es ging weiter. Wieder in einer Gruppe ging es dem Bärenstein runter Richtung Klappermühlenweg. Auch hier fuhr ich einfach nur mit, obwohl ich hätte schneller fahren können. Aber es lief ja auch meine kleine Videokamera mit, so dass ich auch nicht alles riskieren wollte. Einer tat es wohl doch, denn es gab vor mir dann doch einen Sturz an einer der beiden Bodenwellen. Folge: auf dem Klappermühlenweg kam uns ein Rettungswagen entgegen. Bleibt zu hoffen, dass dem Gestürzten nicht allzuviel passiert ist.

Auf dem Weg hoch zur Kerzenwelt konnte ich dann etwas Zeit wettmachen. Die allerdings ließ ich auf dem ersten Stück Richtung Königswalde wieder liegen, da ich die halbe Abfahrt nicht an einem Fahrer vorbei kam. Als ich dies dann schaffte, hatte ich dann meinen Rhytmus. Das half mir allerdings nicht viel, denn auf dem Pöhlberg machte ich die nächste Pause, um Fotos zu machen und die Kamera zu reinigen. :-)

Aber was soll's. Etwas Essen und Trinken nahm ich auch noch mit. Dann ging es mal ohne Unterbrechung und mit etwas Verspätung Richtung Scheibenberg. Aber auch dort wieder... Pause, weil halbe Banane, trinken und Foto. :-)

Es folgte die Abfahrt vom Scheibenberg und ein Lockerschütteln der Muskeln auf der Abfahrt zum Unterbecken. Dort schnell vorüber und dann die Straße zum Oberbecken hoch bis es dann scharf links in den Unteren Lautenweg hinein ging. Dort holte ich dann einen etwas größeren Pulk ein. Den Roßbachweg hinauf hörte ich viele schnaufen und sah bereits einige laufen. Der eine oder andere kämpfte schon hier mit Krämpfen, dabei beginnt erst hier die (Tor)tour so richtig. Oben am Ende des Roßnbachweges angekommen, gab es wie in den Jahren zuvor den leckeren Haferschleim, den wohl nicht jeder mag, wie ich so mitbekam. Und wie im Vorjahr setzte dort ein strammer Regen ein. Ich zog noch die Regenjacke über und es ging nach etwa sieben oder acht Minuten Pause weiter. Glücklicherweise war der Regen vorüber, als ich fast in Richtung Ephraimhaus abbog. Unten am nächsten Kontrollpunkt angekommen, noch einmal eine kurze Zwangspause: Regenjacke wieder aus und ab in den Rucksack, denn die Sonne war wieder da.

Die nächsten 28 Minuten waren ein gleichmäßiges Treten, wobei ich doch einige Radler überholen konnte. Auch dem folgenden Hundsmarterflügel kam ich bestens hinauf und ließ wieder einige Teilnehmer hinter mir. Gut gelaunt ging es Richtung Pfahlberg, wo ich Helmut Bley (Startnummer 596) einholte. Schnell ein Foto von uns und dann fuhr er auch schon wieder los. Ich nahm mir noch etwas Tee und machte mich ca. drei Minuten säter auf die "Verfolgung". Am Grundweg war ich dann wieder neben ihm und wir fuhren bis hin zur Wellenschaukel ziemlich gemeinsam dem Ziel entgegen. Er bog ein paar Meter vor mir in diese ein. Ich wollte wieder die kleine Videokamera am Lenker starten, griff daneben und hatte arg Mühe, nicht in die Büsche zu fliegen. Somit war Helmut nun etliche Meter weg, bis ich wieder in die Gänge kam. Durch meinen Fehlgriff konnte ich leider seinen Zieleinlauf nicht filmen. Macht aber nichts, denn die Zuschauer feuerten auch mich an, so dass ich nach 5 Stunden und 45 Minuten auch im Ziel ankam. :-)

Trotz meines Missgeschicks bei der Einfahrt in die Wellenschaukel hatte ich komischerweise weder keinerlei Schmerzen oder gar Krämpfe. Ich fühlte mich durchweg einfach richtig gut, selbst wenn ich in den Anstiegen Druck in die Pedalen gab. Es reichte immer auch mal für einen flapsigen Spruch. So mussten sich irgendwo auf der Strecke ein paar Zuschauer auch dies gefallen lassen: "So schnell, wie ihr klatscht, kann ich gar nicht fahren."

Im Ziel wurde ich bei Sonnenschein von Manuela empfangen. Kurz darauf jedoch prasselte der nächste Regenschauer herunter. Im Fichtelberghaus traf ich auf den jüngsten Teilnehmer der Tour: Jonas Dicty (10 Jahre jung) hatte diese gemeinsam mit seinem Vater Enrico bewältigt. Leider hatte ich beide auf der gesamten Strecke nicht einmal gesehen, kenne auch deren Endzeit nicht. Dass der Junge aber so eine Tour mitfährt... mein lieber Mann. Ich würde dies meinen Kindern in diesem Alter niemals zumuten wollen.

Wie wir so uns unterhielten, ka dann ein ganz spezieller Freund nach sieben Stunden Fahrzeit auf dem Fichtelberg an: Pfarrer Franz Scharfenberg (Startnummer 183). Er gehört zu dieser Tour wie die Erfinder derselben. Womit ich jetzt einen Bogen zu den organisatoren und Betreuern gefunden habe:

Vorweg erst einmal ein ganz dickes Dankeschön an all jene, welche für das Gelingen der Vier-Hübel-Tour beigetragen haben, ob Organisatoren oder Helfer bzw. Streckenposten. Der Start vom Parkplatz beim Hüttenbach-Viadukt aus hat sich meiner Meinung nach sehr bewährt, da sich das Teilnehmerfeld auf der breiten Straße schön verteilen konnte. Bewährt haben sich auch die Streckenposten an den gefährlichen Stellen wie die Kurve am Bärenfangweg oder oberhalb der Brettmühle in Richtung Königswalde auf der dortigen Schlammpiste, ohne die anderen außen vor lassen zu wollen. Ich denke, dass es durch diese Ordner zu weniger Abflügen kam wie in den Vorjahren. Ebenfalls sehr lobenswert der Rückweg am Flößgraben entlang oberhalb des Radweges. Dies sollte meiner Meinung nach unbedingt beibehalten werden.

Alles in allem wieder eine gelungene Tour, die auch wettermäßig alles bot von Sonnenschein bis Regen, Wind und sogar etwas Hagel.

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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 25.08.2014 | 20:08  
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