Waisenkitze

Angelburg: Gönnern West | Anfang Juni, sommerliche Hitze und ein Anruf auf meinem Handy: "In einer Wiese liegen zwei Kitze, neben ihnen die tote Ricke - vom Hund gerissen. Kümmere dich mal drum!"
Mit flauem Gefühl im Bauch gingen Hund Max und ich zum Absuchen der Wiese. Spaziergänger hatte sich aber schon der Kitze angenommen und sie aus der prallen Sonne geholt. Sie übergaben mir einen Karton mit zwei erschöpften Wesen, wenige Tage alt.
Nun kam das größte Problem - was tun?
Ich setzte einen Notruf bei einer langjährigen Bekannten aus Schulzeiten ab.
Uta - Tierheilpraktikerin, Schäferin und Profi in der Aufzucht von Tierkindern. Ihre Zusage war die Rettung. Sofort ging es daran, den Kitzen Flüssigkeit zuzuführen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten klappte die Nahrungsaufnahme in Form spezieller Milch in Nuckelflaschen und Jack-Russel-Rüde Jack brachte die Verdauung durch Bauchlecken in Gang. Später wurden Kräuter und Grünzeug zugefüttert und die Kitze gediehen zwischen Gästetoilette und Wohnzimmer prächtig, ohne ihre natürliche Scheu gänzlich zu verlieren und das war auch so gewollt, denn im Oktober sollte die Auswilderung erfolgen. Als dieser Tag kam, verabschiedeten sich die jungen Rehe mit kurzem Verhoffen und einem letzten Blick zurück, bevor sie in der Dunkelheit des Unterholzes verschwanden.

Ende gut - alles gut, sollte man meinen. Doch sei letzlich angemerkt, dass die Aufzucht von Wildtieren äußerst schwierig und zeitaufwändig ist. Nachahmung für jedermann ist absolut nicht empfehlenswert bzw. möglich.
Weiterhin sollten sich Hundehalter, die ihre Hunde unbedingt ohne Leine laufen lassen wollen, darüber im Klaren sein was passiert, wenn ein Haustier mit angeborenen Raubtiereigenschaften auf ein wehrloses und fluchtunfähiges Kitz stößt.
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1 Kommentar
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Elena Sabasch aus Hohenahr | 16.05.2016 | 00:04  
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