Sparkasse Simmern ruft zur Hilfe für Leukämiekranke auf

Mit diesem Plakat wird zur Typisierung in Simmern aufgerufen.
 
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Simmern (Hunsrück): Handwerkskammer |

"Lebensretter gesucht" heißt der Aufruf der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück in Simmern. Vorstand und Mitarbeiter der Bank organisieren zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, eine Hilfsaktion für Leukämie- und Tumorkranke. Hintergrund ist eine mittlerweile landesweite Aktion für einen erkrankten Sparkassenkollegen in Worms, der dringend auf eine Stammzellspende angewiesen ist. Am Freitag, 6. Dezember, können sich jedoch nicht nur Mitarbeiter und Sparkassenkunden typisieren lassen. Zwischen 15 und 18 Uhr kann jeder im Gebäude der Handwerkskammer, Vor dem Tor 2 / Am Schinderhannesturm, den ersten Schritt auf dem Weg zum potenziellen Lebensretter machen.

Die Stefan-Morsch-Stiftung leistet seit mehr als 25 Jahren schnelle und persönliche Hilfe für Krebskranke und ihre Familien. Denn jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Seit mehreren Wochen begleitet sie einen schwer erkrankten Mitarbeiter der Sparkasse in Worms. Aus den ersten Typisierungsaktionen in Worms und Alzey ist mittlerweile eine fast bundesweite Solidaritätsaktion der Sparkassenmitarbeiter geworden. In Baden-Württemberg und Bayern, aber auch in Kusel und nun in Simmern sind weitere Typisierungsaktionen geplant. Immer mit dem Ziel, nicht nur dem Sparkassenkollegen in Worms zu helfen, sondern das Team der Stammzellspender zu erweitern, um mehr Patienten eine Chance auf Leben zu geben. Denn oft reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt. Deshalb werben die Kreissparkasse Rhein-Hunsrück und die Stefan-Morsch-Stiftung für eine „Typisierung“ – eine Registrierung in der Spenderdatei.
Typisierung bedeutet: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zur Blutabnahme und Registrierung seiner Daten geben. Aus einer Blutprobe oder einem Abstrich der Wangenschleimhaut werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen Labor der Stiftung bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert. Über das Zentralregister in Ulm (ZKRD) stehen die Daten anonymisiert für weltweite Suchanfragen zur Verfügung. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich somit die Chance, dass einem leukämiekranken Patienten das Leben gerettet werden kann.
Klaus Wende vom Vorstand der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück weiß, dass alle Kollegen an einem Strang ziehen, damit der Aufruf viele Menschen anspricht: „Es geht darum, Hilfe zu leisten und vielleicht einem Menschen die Chance auf Leben zu geben.“ Mit Plakaten, mit einer Mitarbeiter-Info und mit einem Aufruf auf Facebook wird über das Thema Stammzellspende aufgeklärt: „Ein Fingerhut voll Blut genügt!“, so Wende.

Jeder kann helfen

Elisabeth Terboven, Koordinatorin der Typisierungsaktionen bei der Stefan-Morsch-Stiftung, erklärt, welche Voraussetzungen ein potenzieller Lebensretter kennen sollte: „Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene registrieren lassen. Das Höchstalter für eine Neuaufnahme liegt bei 50 Jahren.“ Außer schweren gesundheitlichen Einschränkungen, die auch einen Ausschluss von der Blutspende zur Folge hätten, gibt es weitere Ausschlusskriterien, die sich auf der Homepage der Stiftung unter www.stefan-morsch-stiftung.de nachlesen lassen. Ein wichtiger Punkt, der ihr am Herzen liegt, ist: „Frauen, die mehr als zwei Schwangerschaften (auch Fehlgeburten zählen dazu) hatten, werden in unserer Spenderdatei nicht registriert. Denn im Rahmen von Schwangerschaften können Antikörper gebildet werden, die nach heutigem Kenntnisstand den Transplantationserfolg gefährden können.“ Sie weiß, dass viele Frauen hochmotivierte Spenderinnen sind, aber die Registrierung der Gewebemerkmale in der Spenderdatei kostet pro Spender mehr als 50 Euro, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Emil Morsch, Gründer der Stiftung, ergänzt deshalb: „Wir finanzieren diese Typisierungen aus Spendenmitteln. Und mit diesen Geldern müssen wir verantwortlich umgehen.“
Elisabeth Terboven erklärt, was passiert, wenn man später als Stammzellspender ausgewählt wird: „Es wird zu Ihrer Sicherheit ein umfassender Gesundheitscheckup durchgeführt. Die Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung werden Sie kontaktieren. Wir beraten und begleiten Sie während der gesamten Vorbereitung auf die Stammzellspende. Der Verdienstausfall und alle anderen anfallenden Kosten werden von der Stiftung getragen oder der Krankenkasse des Patienten ersetzt.“
Leukämie kann Jeden treffen. Jeder kann helfen, Menschen eine Chance auf Leben zu geben. Deshalb bittet Elisabeth Terboven darum, diese Hilfe zu unterstützen. Wer nicht als Stammzellspender registriert werden kann, hat die Möglichkeit, durch eine Spende die Typisierung eines geeigneten Spenders zu finanzieren. Das Spendenkonto für Lebensretter ist bei der Kreissparkasse Birkenfeld, Kto. 22 22 24, BLZ 562 500 30 eingerichtet.

Die Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die älteste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Helfen – Hoffen – Heilen“ bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Das heißt, Menschen können sich hier als Spender registrieren lassen. Ihre Daten werden anonymisiert in das Zentrale Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland (ZKRD) eingetragen. 30 Dateien – wie die Stefan-Morsch-Stiftung- speisen die Daten der Spender dort ein, damit sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen.
Seit mehr als 25 Jahren plädieren Emil und Hiltrud Morsch, Gründer der Stiftung, aber auch für eine verbesserte Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen. Ihr Sohn, der 16 jährige Stefan Morsch aus Birkenfeld erkrankte Anfang der achtziger Jahre an Leukämie. Als erstem Europäer wurde ihm 1984 fremdes Knochenmark übertragen. Der Junge starb jedoch in der Nachsorge an einer Lungenentzündung. Das ist für Emil und Hiltrud Morsch der Grund, warum die Stiftung nicht nur immer wieder für die Registrierung als Stammzellspender wirbt, sondern auch Patienten ihre Hilfe anbietet. Aus eigener Erfahrung weiß Emil Morsch, welche Komplikationen bei der Therapie auftreten können, aber auch, welche finanziellen und psychischen Folgen die Patienten und deren Angehörige belasten. „Deshalb sind wir als Stiftung auch für die Patienten da – in jeder Frage.“
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