Beim Pilgern ist der Weg das Ziel

Trudi Renz und Brigitte Tanneberger haben das Pilgern für sich entdeckt und sind gerne unterwegs auf dem Jokobsweg. Das Bild zeigt sie an der Infotafel in Holzen , die vor dem Torbogen zum Klosterinnenhof steht.
 
Eröffnungsfeier: Sitzend v.l. Schwester Gabrielis, Hausgleistlicher Pater Horst, stehend v. l. Kurt Unglert (Vors. der Pilger vom Weg, Donauwörth), Herbert Seitz (Vors. Jakobus-Pilgerfreunde, Augsburg), Joachim Rühl (Präsident der Fränkischen St.-Jakobusgesellschaft), Schwester Ludmilla, Allmannshofens Bürgermeister Manfred Bummer, Wallfahrtspfarrer Hubert Ratzinger, Brigitte Tanneberger (2. Vors. Pilger vom Weg, Donauwörth), Hoteldirektor Philipp Flamm, Schwester Isentrudis, Zenta Sedlmaier, ein Pilger
Allmannshofen: Kloster Holzen | Pilgern ist IN. Die Pfade der Pilger sind alt - sie erleben derzeit eine Renaissance. Immer mehr Menschen in Deutschland gehen wandernd auf Sinnsuche, nehmen sich eine "Auszeit" von Hektik und Stress des schnelllebigen Alltags oder beschreiten diesen Weg, um sich Gott zu nähern. Sie pilgern und sind unterwegs auf leisen Sohlen mit Wanderstock und Rucksack. Zu den bekanntesten Pilgerwegen zählt der Jakobsweg ins spanische Santiago de Compostela. Kloster Holzen ist ein Etappenziel auf dem Bayerisch Schwäbischen Jakobsweg, der von Öttingen über Donauwörth, Kloster Holzen und Biberbach, Augsburg bis nach Lindau führt. Schwester M. Isentrudis kann den Pilgertrend bestätigen. Viele klopften in den letzten Monaten an die Klosterpforte in Holzen, um sich den Jakobsmuschelstempel für ihr "Pilgerbuch" abzuholen. "Meistens ergibt sich ein Gespräch, die Menschen erzählen woher sie kommen und wieweit sie gehen", berichtet sie, "und viele besuchen die barocke Klosterkirche St. Johannes der Täufer". Oft möchten die Pilger im Kloster den Tag ausklingen lassen. So auch Franz und Mathilde Scherer aus Donauwörth - sie sind jetzt auf den Spuren des heiligen Jakobus unterwegs. Die Eheleute sind vor ihrer Haustüre gestartet und haben das Etappenziel Holzen erreicht. Bis nach Augsburg, maximal Oberschönefeld wollen sie pilgern. Wie lange sie dafür brauchen ist den beiden nicht so wichtig. "Der Weg ist das Ziel" sagen sie, "mit Pilgern wollen wir dankend in den neuen Lebensabschnitt `Rente` starten".
Die Abgeschiedenheit und Stille des klösterlichen Ortes, geistliche Impulse und einfache Übernachtungsmöglichkeiten sind bei den Pilgern gefragt. Auf die rege Nachfrage wurde reagiert und so entstanden auf dem Klostergelände acht Pilgerunterkünfte. Die schlichte Herberge im 1. Stock Haus Paulus (frühere Metzgerei) unterteilt sich in zwei 2-Bett-Zimmer und ein 4-Bett-Zimmer. Gegen Vorlage des Pilgerausweises kann die Übernachtung (25 Euro) gebucht werden.
Feierliche Eröffnung des Pilgerzimmers
In einer Feierstunde mit Gästen aus Kirche und Politik sowie Vertretern regionaler und überregionaler Pilgerverbände wurde die Unterkunft nun offiziell seiner Bestimmung übergeben und von Wallfahrtspfarrer Hubert Ratzinger gesegnet. "Aus der Historie waren Klöster schon immer traditioneller Zufluchtsort für Menschen, die sich auf Pilgerreise begeben haben", so Holzens Hoteldirektor Philipp Flamm, "diese Tradition möchten wir weiterführen. Daher war es uns ein sehr großes Anliegen, eine Pilgerherberge zwischen Donauwörth und Augsburg zu schaffen und somit die Infrastruktur des bayrisch-schwäbischen Pilgerweges zu stärken." Auch Sandra Öchslen, Regionalmanagerin bei der Regionalentwicklung Augsburg Land West (ReAL West) begrüßt diesen Schritt: " ReAL West betreut bereits pilgerfreundliche Unterkünfte entlang des Weges und nimmt am LEADER-geförderten bayernweiten Projekt zum Jakobsweg teil - mit dem Ziel, diesen noch stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken und aufzuwerten."



Infos: Der Jakobsweg Bayerisch Schwaben führt durch den nördlichen LK
Donauwörth–Holzen 18 km:
Von Donauwöth über Mertingen (zum Teil auf Resten der römischen „Via Claudia“) erreichen die Pilger den Landkreis Augsburg. Ein erster Höhepunkt im „Augsburger Land“ ist Kloster Holzen mit seiner barocken Wallfahrtskirche.
Holzen–Gablingen 20 km:
Über Kühlenthal kommt man am Fuggerschloss Markt vorbei, in Biberbach lädt die barocke Wallfahrtskirche St. Jakobus und das romanische Kreuzbildnis „Herrgöttle von Biberbach“ zu einem Besuch ein. Über Eisenbrechtshofen geht es nach Gablingen. Der Turm der Gablinger Martinskirche hoch über dem Flusstal ist von weitem zu sehen.
Gablingen–Augsburg 18 km:
Diese Etappe führt vom Schmuttertal an den Lech und nach Gersthofen. Dort lädt die Stadtpfarrkirche St. Jakobus zu einem Besuch ein, seit dem 18. Jahrhundert wird dort auch eine Jakobusreliquie aufbewahrt. Am Lech entlang geht es weiter Richtung Fuggerstadt.
Allgemeines: Der Jakobsweg gehört seit 1 000 Jahren zu den bedeutendsten Pilgerrouten in Europa. Der Europarat hat ihn im Jahr 1987 zum Europäischen Kulturweg erklärt, von der UNESCO wurde er 1993 in der Weltkulturerbe – Liste aufgenommen. Ziel des Jakobsweges ist das Grab des hl. Apostels Jakobus des Älteren in Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens. Jakobus hat als erster Apostel 44 n. Chr. in Jerusalem den Märtyrertod erlitten. Der Legende nach wurde sein Leichnam nach Spanien zurück gebracht und an der Stelle des heutigen Santiago begraben.Die zahlreichen unterschiedlichen Routen des Jakobsweges führen quer durch ganz Europa nach Santiago. Häufig sind Kirchen an diesen Wegen dem Hl. Jakobus geweiht, dessen bekanntestes Atrribut die Jakobsmuschel ist.
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