Nur eine Nummer auf dem OP-Tisch
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"Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt."
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"Au, das tut weh." sagt das Opfer zur Mittäterin, aber da ist es schon zu spät.
Jetzt hilft kein Klagen und kein Jammern mehr, das Organ ist heraußen, die Wunden sind da und zurückgeblieben bin ich: HILFLOS und AUSGELIEFERT.
Angefangen hat alles mit einer gewollten, geplanten und gewünschten Schwangerschaft. Kaum hat sich da ein männlicher Samen in eine weibliche Eizelle hinein gefressen, da beginnt die Galle zu spucken. Was soll denn das nun wieder? Was soll das denn nun wieder heißen? Ein böses Omen?
Nur ein bisschen Grieß, nicht schlimm, und wenn Sie Diät halten, dann kann man damit noch lange leben. Toll, „Diät halten“! Neun Monate Schwangerschaft, kein Kaffe, keine Eier, wenig Fett… nichts hat geholfen. Kolik, Kolik, Kolik, Kolik, Gott weiß wie viele, ich nicht mehr. Jeden Monat mindestens eine, mal kleiner, mal größer. Der Gynäkologe sagt das so einfach: „Wir können auch während der Schwangerschaft operieren.“ ABER ich will nicht, ich will nicht, ich will NICHT!!!
Die neun Monate sind rum, die Stillzeit auch, und der Ultraschall sagt: GALLENSTEINE!!! Horrornachricht! Jede Menge, ganz viiiele, ganz viiiele kleine Steine. Die Hiobsbotschaft vom Doc: „Sie können sich noch eine Weile plagen, oder gleich dem Ganzen ein Ende setzen. Raus muss sie auf jeden Fall, so oder so. Diät halten hilft da nichts mehr, aber das weiß ich ja eh schon lang.
Eingewiesen, Blut gezapft, Herz geprüft, Stuhl erfragt, hungern gelassen, Schlaf- und Sch(m)erzmittel zum 'Wegbeamen' eingeflößt.
„Ihr schneeweißer Busen war halb nur bedeckt“, fällt mir ein, als ich nur mit einem weißen Hemdchen, Thrombosestrümpfen und einem schicken Netzhöschen in den OP geschoben werde.
„Jetzt zählen Sie mal schön“, ich komme bis 13, dann will ich schreien, „NEIN ich will NICHT“, aber schon zu spät, Mit der Injektionsnadel in der Ellenbeuge und der Sauerstoffmaske vor dem Gesicht haut‘s mich weg. Jetzt werde ich eingepinselt 'mit sexy orangener Farbe', ich werde wehrlos gemacht: gefesselt, mir wird der Atem genommen, ein Beatmungsschlauch in der Lunge gesteckt, der Bauch aufgeblasen und vier Öffnungen in den Bauch geschnitten. Ich krieg nichts mit, weiß es aber trotzdem, schließlich kriegt man vorher ein Aufklärungsgespräch, obwohl ich weiß doch schon,
wie man Kinder macht‘.
In die vier Öffnungen werden eine Kamera, und das ‚Mordswerkszeug‘ gesteckt, ich werde ausgeschlachtet, zu genäht, und zum Aufwachen gezwungen.
Ich will noch schlafen, aber im Hintergrund die Stimme der OP-Schwester im Aufwachraum kennt kein Erbarmen „Frau Goßner, Frau Goßner…“. „Ist es schon rum, wie lange hat es gedauert, ist alles gut gelaufen“, meine ersten und auch erst mal einzigen Fragen.
„Ja, alles vorbei, gut gelaufen, 35 min.“




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