Wichtige Änderungen beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende 2015/2016!

Grundsätzlich können Sie, wenn Sie alleinstehend sind und mindestens ein Kind zu Ihrem Haushalt gehört, einen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende steuerlich geltend machen. Weitere Voraussetzung ist allerdings, dass kein weiterer Erwachsener in Ihrem Haushalt lebt, der sich auch an den Finanzen beteiligt (dies könnte auch ein erwachsenes Kind sein, das bereits seine Ausbildung beendet hat). Diesen Freibetrag gibt es bereits seit 2004, somit ist das nichts Neues. Strittig ist allerdings noch immer, ob die Höhe des Freibetrages angemessen oder verfassungswidrig ist. Bisher galt ein jährlicher Betrag von 1.308 Euro, unabhängig von der Anzahl der Kinder.

Der Entlastungsbetrag wird anteilig – mit je einem Zwölftel – nur für die Kalendermonate gewährt, in denen die in § 24b EStG genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Um Missbräuche zu erschweren, ist der Entlastungsbetrag an die Angabe der Identifikationsnummer des Kindes gekoppelt worden.

Rückwirkend neu ab 1.1.2015 ist, dass der Entlastungsbetrag zukünftig nach der Zahl der Kinder gestaffelt wird.

Der Grundentlastungsbetrag beträgt ab 2015: 1.908 Euro, des Weiteren gibt es für das zweite und jedes weitere Kind, das im Haushalt des alleinerziehenden Steuerpflichtigen lebt, jeweils zusätzlich 240 Euro.

Wie bisher ist der Grundentlastungsbetrag in die Steuerklasse II automatisch mit eingearbeitet. Allerdings, und das ist jetzt das Wichtigste, ist hier nur ein Kind mit berücksichtigt.

Was ist nun für Sie zu tun?

Wenn Sie Alleinerziehend sind und mehr als ein Kind haben, für das Sie auch Kindergeld erhalten, dann haben Sie Anspruch auf einen erhöhten Freibetrag. Sie sollten dann bei Ihrem örtlich zuständigen Wohnsitzfinanzamt (das Finanzamt bei dem Sie Ihre Einkommensteuererklärung abgeben) einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung einreichen. Da dieser allerdings für 2015 noch keine Eintragungsmöglichkeit für den Erhöhungsbetrag vorsieht, ist dem Antrag noch formlos eine Anlage mit der entsprechenden Erläuterung beizufügen. Anschließend wird der Freibetrag bei den elektronischen Lohnsteuer-Abzugsmerkmalen berücksichtigt. Der Freibetrag gilt ab 2016 (das ist neu) für einen Zeitraum von bis zu zwei Kalenderjahren.

Soweit Sie nur ein Kind haben, ist von Ihnen nichts weiter zu veranlassen. Aus Vereinfachungsgründen erfolgt mit der Gehaltsabrechnung im Dezember durch Ihren Arbeitgeber die Berücksichtigung des restlichen Freibetrages.

Sollten Sie allerdings mind. 2 Kinder haben so ist –soweit kein Lohnsteuerermäßigungsantrag gestellt wurde- auf jeden Fall eine Veranlagung für 2015 durchzuführen um somit an Ihre Einkommensteuerüberzahlung zu gelangen.

Foto:copyright Björn Wylezich/Fotolia.com
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.