Sind Sie ehrenamtlich bei der Feuerwehr tätig? Dann interessiert Sie sicherlich der nachfolgende Beitrag!

Ehrenamtliche Tätigkeiten werfen auch Fragen zum Thema Besteuerung auf.

Heute: Wie erfolgt die Besteuerung für ehrenamtliche Feuerwehrleute?

Das Finanzministerium Bayern hat zum 13.11.2013 ein ausführliches Informationsschreiben zur Höhe der Vergütungen herausgegeben.

Besteuerung nach den Regelungen des Einkommensteuergesetzes:

Für die pauschalen Entschädigungen kommen die Steuerbefreiungen nach § 3 Nr. 12 Satz 2 Einkommensteuergesetz – EStG – (Aufwandsentschädigungen aus öffentlichen Kassen für öffentliche Dienste) und nach § 3 Nr. 26 EStG (so genannter Übungsleiterfreibetrag) in Betracht, soweit die Feuerwehrtätigkeit eine begünstigte Nebentätigkeit (wie Ausbildungstätigkeit und Sofortmaßnahmen gegenüber Verunglückten und Verletzten) darstellt und der Freibetrag nicht bereits für begünstigte Nebentätigkeiten in einem anderen Dienst- oder Auftragsverhältnis ausgeschöpft wird. Entschädigungen für Brand- und Sicherheitswachen gemäß Art 11 Abs. 2 BayFwG iV. mit § 11 Abs. 4 AVBayFwG sind bis zu einem Betrag von 720 Euro steuerfrei gemäß § 3 Nr. 26a EStG.


Rechenbeispiel:


Ein ehrenamtlicher Feuerwehrkommandant erhält auf Grundlage des Art. 11 Abs. 1 BayFwG ganzjährig eine Entschädigung von monatlich 390 EUR. Der Feuerwehrkommandant hat keine weiteren begünstigten Nebentätigkeiten.


Der steuerfreie Betrag errechnet sich wie folgt:

Monatliche Grundvergütung 390 EUR
hiervon steuerfrei nach § 3 Nr. 26 EStG 60 Prozent (höchstens 200 EUR monatlich)
./. 200 EUR
verbleiben: 190 EUR

Vom verbleibenden Restbetrag von 190 EUR steuerfrei
nach § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG (höchstens 200 EUR): ./. 190 EUR
verbleibt steuerpflichtiger Anteil: 0 EUR

Die Entschädigung in Höhe von 390 EUR ist im Beispielsfall in voller Höhe steuerfrei.



Weiteres Rechenbeispiel:

Ein Kreisbrandinspektor erhält auf Grundlage des Art. 20 BayFwG ganzjährig eine Entschädigung von monatlich 570 EUR. Da der Kreisbrandinspektor noch andere begünstigte Nebentätigkeiten ausübt, für die er den so genannten Übungsleiterfreibetrag beansprucht, erklärt er, dass der Übungsleiterfreibetrag bei seiner Tätigkeit als Kreisbrandinspektor im Beispielsfall nur mit einem Jahresrestbetrag von 1.200 EUR (= 100 EUR monatlich) zu berücksichtigen ist.


Der steuerfreie Betrag errechnet sich wie folgt:

Monatliche Grundvergütung 570 EUR
hiervon steuerfrei nach § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG
(ein Drittel, mindestens 200 EUR) ./. 200 EUR
verbleiben: 370 EUR

Vom verbleibenden Betrag von 370 EUR steuerfrei nach § 3 Nr. 26 EStG
60 Prozent von 370 EUR; höchstens 100 EUR monatlich 100 EUR
verbleibt steuerpflichtiger Anteil: 270 EUR


Von den pauschalen Entschädigungen bleiben somit folgende Anteile steuerfrei gemäß § 3 Nr. 12 S. 2 EStG:

Feuerwehrkommandanten und Stellvertreter - 200 Euro monatlich

andere Feuerwehrleute, die regelmäßig über das übliche Maß hinaus Feuerwehrdienst leisten - 200 Euro monatlich

Kreisbrandräte, Kreisbrandinspektoren und Kreisbrandmeister

ein Drittel, mindestens 200 Euro monatlich

Gemäß § 3 Nr. 26 EStG

Kommandant - 60 Prozent

Stv. Kommandant - 65 Prozent

andere Feuerwehrleute, die regelmäßig über das übliche Maß hinaus Feuerwehrdienst leisten - 50 Prozent

Kreisbrandrat - 40 Prozent

Kreisbrandinspektor - 60 Prozent

Kreisbrandmeister - 70 Prozent


Gerne berate ich Sie hierzu.

Bitte beachten Sie: Hierbei handelt es sich um keine steuerliche Beratung sondern lediglich um eine Information.
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