JU Aichach-Friedberg: Die Gelbe Tonne muss kommen

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Martin Manhart, Florian Fleig und Stefan Meitinger (von links) fordern die Einführung der Gelben Tonne für den Landkreis Aichach-Friedberg. Alle drei sind in der Vorstandschaft der Kreis-JU aktiv und gehören dem AK Werstoffutzung an.
Verbesserungen für Bürger und Umwelt

Die JU Aichach-Friedberg fordert die Einführung der Gelben Tonne für Wertstoffe, die durch das Duale System verwertet werden.

Dadurch will man mehrere Probleme des jetzigen Bringsystems lösen:
Durch die „Gelbe Tonne“ würden sich die Fahrten zum Wertstoffhof drastisch reduzieren, da nur noch der nicht alltägliche Müll wie Elektroschrott, Batterien oder Sperrmüll dorthin transportiert werden muss. Dies ist nicht nur aus Bürgersicht positiv, da man eine Zeitersparnis hat, sondern auch aus Umweltsicht. Die Summe des Spritverbrauchs der Autos, die wöchentlich zum Wertstoffhof fahren, übersteigt den Verbrauch eines modernen Müllautos bei weitem. „Umweltfreundlich ist die allwöchentliche Fahrt zum Wertstoffhof sicherlich nicht“, bemerkt Vorstandsmitglied Martin Manhart.
Das aufwendige Sortieren in verschiedene Arten von Wertstoffen entfällt, da alles mit dem Grünen Punkt nun in die Gelbe Tonne wandern kann. Das Sortieren und Lagern ist vor allem in Mehrfamilienhäusern ein Problem.
Eine weitere Hoffnung ist, dass durch das nun bürgerfreundlichere Angebot auch mehr Wertstoffe erfasst werden und so die Recyclingquote des Landkreises steigt. Der Kreisvorsitzende Florian Fleig ergänzt: „Die Gelbe Tonne gewährleistet, dass alle Wertstoff, die recycelt werden können, auch recycelt werden und nicht in der Müllverbrennungsanlage verschwinden.“

Deshalb fordert die Kreis-JU vom neuen Landrat und dem neu gewählten Kreistag, sich diesem Thema anzunehmen. Falls dies nicht passieren sollte, wird ein Bürgerbegehren zur Einführung der Gelben Tonne angestrebt.

Die JU hat in ihrem Gesamtkonzept jedoch auch die Möglichkeit eines Gelben Sacks im Bringsystems statt der Gelben Tonne im Holsystem mitberücksichtigt. Damit soll gewährleistet werden, dass die gut funktionierenden Werststoffhöfe im Kreis weiterhin ausgelastet sind und dass der Bürger eine Wahlfreiheit hat. Auch diese Variante bietet eine Verbesserung für den einzelnen Bürger, da damit die Sortierung im eigenen Haushalt entfällt.
„Dadurch kommt man allen Beteiligten entgegen, um weiterhin eine hohe Akzeptanz der Wertstofftrennung zu gewährleisten“, so der stellvertretende Kreisvorsitzende Stefan Meitinger.
Aus Sicht der JU Aichach-Friedberg ist jedoch eine gezielte Information der Bürger erforderlich, um zu verhindern, dass Restmüll in die Gelbe Tonne gelangt. „Es muß der Gefahr vorgebeugt werden, dass Bürger die Gelbe Tonne als Restmülltonne mißbrauchen, um das Volumen der eigentlichen Restmülltonne zu reduzieren und damit Gebühren ein zu sparen“, so Florian Fleig.
So muss das Ziel aller Beteiligten eine „Gelbe Tonne“ sein, in der nur Wertstoffe des Grünen Punkts landen und somit einen Mehrwert für die Umwelt und den Bürger hat.

Bringsystem
Vorteil:
- richtige Sortierung

Nachteil:
- Weg zum Wertstoffhof
- genaues Sortieren im Haushalt


Holsystem

Vorteil:
- kein Fahren zum Wertstoffhof (Zeit,
Benzin)
- weniger Sortieraufwand

Nachteil:
- schlechtere Trennqualität

Rückblende: Anfang der Neunziger wuchsen die Müllberge auf deutschen Abfalldeponien. Als Reaktion führte die Bundesregierung 1991 die Verpackungsverordnung ein, die Handel und Industrie verpflichtet, Verpackungsmüll zurückzunehmen und zu entsorgen beziehungsweise wiederzuverwerten. Dafür wurden bestimmte Quoten festgelegt. Die Hoffnung war, dass Verpackungshersteller angesichts der Kosten weniger davon erzeugen.
Übernommen wurde die Aufgabe der Sammlung und Verwertung - gegen eine von den Herstellern zu entrichtende Lizenzgebühr - von der privaten Firma Duales System Deutschland (DSD), die dafür auch das Symbol "Grüner Punkt" einführte. 2001 wurde der Markt auf Druck der europäischen Kartellbehörde für Wettbewerber geöffnet. Mittlerweile gibt es neun weitere duale Systeme, die die Gelbe Tonne mitnutzen dürfen. DSD ist mit einem Anteil von etwa 50 Prozent aber weiterhin Marktführer.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/gruener-punkt1...
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