Aktuelle Situation der Asylbewerber im Wittelsbacher Land

Aichach: Landratsamt Aichach-Friedberg | Landkreis ist in Schwaben vorne dabei.

Derzeit haben etwa 650 Asylbewerber im Landkreis Aichach-Friedberg ein neues, wenn auch zunächst vorübergehendes Zuhause gefunden. Allein seit Ende Dezember sind etwa 80 Personen hinzugekommen und die Zahl wird weiter deutlich steigen. Bis Jahresende werden voraussichtlich mehr als 1.000 Asylbewerber im Wittelsbacher Land sein. In einer Rangliste der „Erfüllungsquote“ liegt der Landkreis Aichach-Friedberg unter den Landkreisen und kreisfreien Städten in Schwaben damit auf Platz vier.

Zuständig für die Unterbringung der Asylbewerber in den Gemeinschaftsunterkünften ist grundsätzlich die Regierung von Schwaben. Wenn dies aus Kapazitätsgründen nicht mehr möglich ist, erfolgt die Unterbringung in dezentralen Unterkünften durch die Landkreise. Wie in fast ganz Bayern ist auch im Wittelsbacher Land die dezentrale Unterbringung durch die Landkreise die Regel geworden. So sind nur 95 Personen in den Gemeinschaftsunterkünften der Regierung von Schwaben in Unterwittelsbach und Aichach untergebracht. Mehr als 500 Personen verteilen sich dagegen auf die zwischenzeitlich mehr als 50 Unterkünfte, die das Landratsamt Aichach-Friedberg über den gesamten Landkreis verteilt angemietet hat.

„Trotz dieser Vielzahl von Unterkünften und dem erheblichen organisatorischen Aufwand für den Landkreis, insbesondere in Bezug auf die Anmietung, Ausstattung und Betreuung der Unterkünfte und natürlich auch der dort lebenden Personen, funktioniert das Zusammenleben weitestgehend gut“, erklärt Sachgebietsleiterin Simone Losinger. Das liegt zum einen an der Vielzahl ehrenamtlich engagierter Personen, Vereine und Gruppierungen, die sich einbringen und ihren Beitrag leisten. Zum anderen ist dies aber auch dem großen politischen Konsens im Kreistag und den Stadt- und Gemeinderäten zu verdanken. Unabhängig von parteipolitischen Ansichten ist man sich laut Landrat Dr. Klaus Metzger hier einig, dass „die Herausforderung Asyl nur im Schulterschluss aller gemeistert werden kann“. So hat der Kreistag bereits im Herbst 2012, als die ersten Asylbewerber in den Landkreis kamen, beschlossen, auf Landkreiskosten die Asylsozialberatung auch in den dezentralen Unterkünften sicherzustellen, in denen es anders als in den Gemeinschaftsunterkünften weder eine Heimleitung noch einen Hausmeister gibt. Damit war er einer der ersten und einer von nur wenigen Landkreisen. Durch eine Leistungsvereinbarung mit dem Caritasverband Aichach-Friedberg wird diese Betreuung und Beratung der Asylbewerber in den dezentralen Unterkünften gewährleistet. Je nach Bedarf wurde diese immer wieder angepasst und ist auch aktuell wieder im Umbruch, denn seit Kurzem gibt es hierfür eine staatliche Förderung.

Grundsätzlich ist die Asylsozialberatung Aufgabe der Wohlfahrtsverbände, die auch über die Anzahl der Stellen entscheiden. Nur auf Antrag der Wohlfahrtsverbände übernimmt der Freistaat einen Großteil der Personalkosten für eine Vollzeitstelle pro 150 Asylbewerber . „Da dem Landkreis die große Bedeutung dieser Asylsozialberatung bewusst ist, hat der Kreisausschuss zusammen mit dem Sozialausschuss erst vor einigen Wochen in seiner Haushaltsberatung beschlossen, für die zusätzliche Unterstützung auch weiterhin Geldmittel in Höhe von bis zu 68.000 Euro bereitzustellen“ erklärt Landrat Dr. Klaus Metzger. Das sind Mittel, die nur in wenigen Landkreisen zur Verfügung gestellt werden. Zudem sieht der Landkreis im Stellenplan für das Jahr 2015 vier weitere Stellen vor, die in der Ausländerbehörde, insbesondere für den Bereich Asyl, eingeplant sind.

„Neben der tollen Arbeit der Ehrenamtlichen leisten auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landratsamt Enormes für die Asylbewerber und die Ehrenamtlichen, weit über ihre Verwaltungsaufgaben hinaus“, betont Amtsleiter Dr. Metzger. Das zeige sich an den Überstunden ebenso wie an der engen Zusammenarbeit mit allen beteiligten Stellen. Dieser Zusammenarbeit ist es zu verdanken, dass im Wittelsbacher Land Vieles möglich wird, was sonst nicht möglich wäre. So werden beispielsweise durch die Freiwilligenagentur des Landkreises Seminare, Supervisionen und Austauschtreffen organisiert. Behördenvertreter sind hier immer präsent, um die Fragen zu beantworten und auf die verschiedenen Bedürfnisse einzugehen. „All das zeigt deutlich, dass der Landkreis bei seinem Engagement im Bereich Asyl weit mehr tut, als nur „seine Hausaufgaben“ zu erledigen“, so der Landrat.
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