Pferde-Fachmann Fred Rai plädiert für gebisslose Zäumung

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Das gebisslose Reiten ist ein gemeinsames Anliegen von Tierärztin Dr. Elke Deininger und Fred Rai, dem Gründer der Dasinger Western-City.

Gemeinsam an einem Strick ziehen wollen Pferde-Experte Fred Rai aus Dasing bei Augsburg und Tierärztin Dr. Elke Deininger, Referentin an der Akademie für Tierschutz in Neubiberg.

Bei einem Fachgespräch waren sie sich einig: „Belohnung ist die bessere Methode als Schmerz und Zwang!“ Deshalb will man nun Wege suchen, um Wander- und Geländereiter verstärkt über die gebisslose Zäumung und das so genannte Rai-Reiten zu informieren.

„Die Frage ist nicht: "Können sie denken?" Oder: "Können sie sprechen?" Sondern: "Können sie leiden?“, zitierte Rai den englischen Philosophen Jeremy Bentham. Dieser war einer der ersten Befürworter von Tierrechten. Grund für die Ausweitung der Rechte auf die Tiere war für ihn die Ähnlichkeit des Schmerzempfindens von Tieren mit dem von Menschen. Bentham sah die Fähigkeit, Schmerz zu empfinden, als maßgeblich für die Behandlung anderer Wesen, nicht den Besitz von Vernunft oder die Fähigkeit zu denken.
Insofern ist Rais Bemühen um tiergerechte Erziehungsmethoden ohne Gewalt keineswegs neu. In Dr. Elke Deiniger hat er eine engagierte Mitstreiterin gefunden, die an der Akademie für Tierschutz tätig ist. Diese hat vor einem Jahr für ihren „außerordentlichen und beharrlichen Einsatz für die Rechte der Tiere“ den Umweltpreis der Gemeinde Neubiberg verliehen bekommen.

Bei dem Gespräch in Dasing ging es vor allem darum, gemeinsam in der Öffentlichkeit ein größeres Verständnis zu schaffen für die Psyche und Verhaltensweise von Pferden, die keinen Schmerzlaut haben. „Es ist nicht nötig, ihnen mit Peitsche, Sporen, Kandare und Trense Schmerz zuzufügen“, sagte Rai aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung. Er verwendet stattdessen eine gebisslose Zäumung: Sein „Bändele“ besteht nur aus einem losen Seil um Nase und Genick und hat angeflochtene geschlossene Zügel.
In mehreren Büchern hat Fred Rai seine Argumente ausführlich erläutert und in Dasing ein Bundesausbildungszentrum gegründet, das seine Methode zum Freizeitreiten lehrt. Weltweit gibt es bereits 25 Reitschulen und Ausbildungszentren mit vielen tausend RAI-Reitern. „In der Regel wird sonst nämlich nur mechanisches Reiten unterrichtet, als hätten wir es mit einer Maschine und nicht mit einem lebenden Tier zu tun“, betont er.

Dass Pferde keinen Schmerzlaut haben, so Deininger, sei kein Grund, sie mit Gewalt gefügig zu machen: „Erwünschtes Verhalten lässt sich durch Belohnung viel schneller erreichen.“ Das hat Fred Rai als Westernsänger auf seinem Pferd „Spitzbub“ auch in der Praxis bewiesen: Bei tausenden von Auftritten in Fernsehstudios und Konzertsälen in ganz Europa gab es nach seinen Worten keinerlei Schäden, sondern nur bewunderndes Staunen darüber, dass der Mensch als für die Sicherheit verantwortliches „Leittier“ mit seinem Pferd in absoluter Harmonie sein kann.

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Zora Jacobeit aus Herford am 29.04.2008 um 13:13 Uhr  
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