Der Bund Naturschutz veranstaltete einen Vortrag über die Gefahren von Atomkraft und über alternative Energien.

Zuhörer beim Vortrag vom Bund Naturschutz Aichach-Friedberg
 
Stephan Kreppold,Raimund Kamm,Kreisvorsitzender Helmut Schenke v.re.

Am 6.5. fand im Restaurant Bauernmarkt in Dasing der vielbeachtete und sehr gut besuchte Vortrag des Bund Naturschutz über die Gefahren von Atomkraft, sowie erneuerbaren Energien statt. Die Referenten waren Dr. Bernd Grosche vom Bundesamt für Strahlenschutz und Raimund Kamm vom Bund Naturschutz, der gleichzeitig Vorsitzender vom Verein FORUM. Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortliche Energiepolitik e.V. ist. Dr. Bernd Grosche sprach über die Gefahren und Häufigkeit von Leukämiefällen bei Kindern in der Nähe von AKWs, wobei eine Steigerung dieser Krebsrate mit zunehmender Nähe zu einem Atomkraftwerk signifikant zunimmt. Diese Studie basiert allerdings „nur“ auf dem Normalbetrieb eines Kraftwerks, nicht bei einer Störung und gar nicht davon zu sprechen, bei einem Gau. Raimund Kamm referierte anschließend über das, wovor wir alle bewahrt bleiben mögen, nämlich die Zwischenfälle wie Tschernobyl, oder ganz in unserer Nähe, am 13.1.1977, als der Block A in Grundremmingen havarierte und seit dieser Zeit als Totalschaden stillgelegt wurde. Dennoch, bis heute emittiert dieser Reaktor radioaktive Isotope in beträchtlichem Umfang in die Abluft und in die Donau. Interessant war auch zu erfahren, dass zum Beispiel keine Versicherung dieser Welt bereit ist, ein AKW gegen Schäden zu versichern, unsere privaten PKWs sind da wesentlich besser versichert, gar bis zu unendlichen Deckungssummen. Warum übernimmt denn kein Sachversicherer ein AKW, wenn es doch so sicher ist? Im Wesentlichen erfuhren dann die Zuhörer von Raimund Kamm die erfreulichen Möglichkeiten, wie wir unseren Energiebedarf mit erneuerbaren Energien viel besser und gesünder decken können. Allerdings müssen dafür unsere Landkreise und Kommunen bereit sein, mehr Windräder und Freiflächenphotovoltaikanlagen zu genehmigen. Hierzu wäre ca. 1% der Fläche eines Landkreises ausreichend, zudem wären die Freiflächenanlagen für ca. 30 Jahre zu behalten, danach dürften diese durch bis dahin entwickelte bessere Möglichkeiten wieder rückgebaut werden können. Das Umweltbundesamt stellte 2007 dar, wenn wir alle vernünftigen Einspar- und Effizienzpotentiale nutzen, können wir wohl ab 2040 unseren Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien erzeugen. Tun wir das nicht bald und schalten die AKWs ab, leben wir permanent mit der Gefahr eines Gaus. Gar nicht davon zu sprechen, wohin mit dem Atommüll, denn im Moment stehen die Castorbehälter überall praktisch ungeschützt auf den Geländen der AKWs herum, und täglich werden es mehr.
Wussten Sie eigentlich, dass es in Deutschland 17 AKWs gibt….., dass die Menge Plutonium, die Krebs erregt, nur 0,000001 Gramm beträgt…?
In Deutschland entstehen jedes Jahr 370 Tonnen abgebrannte hochradioaktive Brennelemente…..Weltweit gibt es 435 AKWs…..Kein Sachversicherer kommt für Schäden durch ein AKW auf…..Aus der Region Tschernobyl wurden 350000 Menschen umgesiedelt…. Todesfälle durch Tschernobyl ca. 30.000 bis 60.000….. , 9000 im Uranabbau tätige Arbeiter mit Lungenkrebs…..Im Salzstock ASSE II verrotten ca. 125000 Fässer mit radioaktivem Müll…..Kosten für die Bergung und erneute Entsorgung sind praktisch nicht errechenbar, aber sehr, sehr teuer…. Heute weiß niemand, wohin man dieses und das bislang überall herumstehende radioaktive Material bringen und endlagern könnte… Am 30.3.1988 stürzte ein Mirage Kampfjet nur 2 Kilometer neben dem AKW Isar 1 in einen Wald …..Wir in Deutschland produzieren nur 6 % des Strombedarfs aus Kernkraftwerken …..Heute wird aber schon ca. 18% durch erneuerbare Energien gedeckt, und die Prognose ist bis zum Jahre 2020 leicht auf 47% zu steigern….Bereits 1996 forderte die SPD das 100.000 Dächer-Programm für Solarzellen ….. Der Gewinn der Stromkonzerne beträgt durch die Laufzeitverlängerung der AKWs von einem Jahr ca. 300 Mio. €.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin aichacher | Erschienen am 28.05.2010
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Heinz Fleissner aus Augsburg am 20.06.2010 um 07:43 Uhr  
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