„Toni, spann’ dei Ochs’n o“

Der Ochsenkarren war eine Besucherattraktion

Mit dieser Zeile des bayerischen Liedermachers und Mundartdichters Martin Kraft begann eine stimmungsvolle Fahrt im Ochsenkarren am Friedberger Oxenfest. Zusammen mit seinem Akkordeon begleitete er die Strecke, während Kutschenführer Toni die bulligen Ochsen zog.

Die 8-jährigen Tiere, Jakob und Lukas, leisteten beim Transport der vorwiegend jungen Insassen ganze Arbeit, trotz „Brett vor’m Kopf“, wie einige Festgäste scherzten. Die beiden etwa 22 - 23 Zentner schweren Kolosse mit den treuen Knopfaugen zogen den Wagen nämlich allein mit ihrer Stirn auf einem kleinen Feldweg vorbei an idyllischen Wiesen und Maisackern. Schon beim Einspannen lenkten die Bullen mit den biblischen Namen alle Aufmerksamkeit auf sich, als zahlreiche Kinder nach anfänglichem Zögern die ruhigen Riesen bewunderten und begannen, sie zu streicheln. Den Rummel um ihre Person sind sie jedoch schon längst gewohnt. „Die sind schon sogar auf dem Oktoberfest gelaufen und wurden vor allem von den Japanern millionenfach fotografiert“ erzählt der Treiber, der einfach nur Toni genannt wird, stolz. Aber auch auf anderen diversen Volksfesten waren sie schon als „Stars“ unterwegs.
Bei einem kurzen Zwischenstopp auf einer Wiese gab der Dichter Martin Kraft, der ursprünglich aus dem Hopfenanbaugebiet Hallertau kommt, Anekdoten von einem turbulenten, „feuchten“ Jahrmarktbesuch, der für ihn und seine Freunde im Krankenhaus endete, zum Besten und erntete daraufhin schallendes Gelächter und Jubelschreie.
Nach der unterhaltsamen und typisch urbayerischen Fahrt, die kostenlos angeboten wurde, konnte man sich in der Halle des Goldsteinhofes am Friedberger See bei Blasmusik der örtlichen Kapellen zuprosten, Ochsenspezialitäten kosten oder sich an vielen Ständen über Lebensmittel und Naturprodukte, wie Obst, Gemüse oder Nudeln, aus dem Wittelsbacher Land informieren und zulangen.

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Ursula Schriemer aus Greifenberg am 10.09.2007 um 12:51 Uhr  
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