„Ein Sommernachtstraum“ im Herbst
Das Aichacher Volkstheater inszeniert Shakespeare-Komödie
Er ist der meistgespielte Autor der Welt, und gibt man seinen Namen in eine bekannte Internet-Suchmaschine ein, erhält man 67 Millionen Treffer. Er hat Sonette, Tragödien, Historiendramen, aber auch Komödien verfasst, und von ihm stammt die wohl berühmteste Bühnenfrage aller Zeiten: „Sein oder nicht sein?“ Die Rede ist von keinem Geringeren als William Shakespeare, dem Barden aus dem englischen Stratford-on-Avon.
Das Aichacher Volkstheater hat sich heuer dessen Komödie „Ein Sommernachtstraum“ vorgenommen. Sie gilt als eines der meistgespielten Shakespeare-Stücke überhaupt, sowohl auf Profibühnen als auch im Amateurbereich. Und es ist ein wahrlich dankbares Werk, denn es erlaubt, alle Register der Theaterkunst zu ziehen. Elemente aus der Märchen- und Feenwelt kommen darin ebenso vor wie die Irrungen und Wirrungen der Liebe. Auch das Theaterspielen selbst wird thematisiert, wenn eine derb-dilettantische Handwerkertruppe ein Stück im Stück inszeniert und dabei einige humoristische Effekte erzielt. Das Thema „Hochzeit“ zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk und es heißt, dass Shakespeare den „Sommernachtstraum“ aus Anlass einer tatsächlich stattgefundenen Vermählung in den oberen Kreisen geschrieben hat. Literaturwissenschaftler vermuten, dass die Komödie um die Jahre 1595 und 1596 entstanden ist und Königin Elisabeth I. selbst bei der Uraufführung anwesend war.
Viele Lustspiele leben ja von der Tatsache, dass die Liebe oft nicht die einfachsten Wege geht, und so ist es auch im „Sommernachtstraum“. Es ist halt immer das Gleiche: Die, die sich mögen, dürfen einander (zunächst) nicht kriegen, weil andere Pläne mit ihnen verfolgt werden. Herzschmerz kann da nicht ausbleiben. Wer nun mit wem – das verlangt dem Zuschauer bisweilen die ganze Aufmerksamkeit ab. Man leidet förmlich mit, wenn man die Figuren auf der Bühne sieht, wie sie von ihren Liebeswirren gebeutelt werden. Da ist ein „comic relief“ hie und da gerade recht. Daran hat Shakespeare sehr wohl gedacht und einige drollige Passagen eingebaut. Sogar handfeste Keilereien sorgen für „Action“. Doch es wird auch immer wieder romantisch, besonders dann, wenn der Autor sein Publikum in einen Zauberwald entführt, in dem es vor Elfen und Kobolden nur so wimmelt. Kommen dann noch Liebestropfen und andere Zaubereien ins Spiel, wird man vollends in eine Märchenwelt entrückt.
Wie zu erahnen ist, hat sich das Aichacher Volkstheater damit ein großes Stück Arbeit vorgenommen. Unter der Regie von Claudia Flassig-Prommersberger proben die Akteure bereits auf Hochtouren. Unlängst begab man sich sogar in Klausur ins „Haus Bergsee“ am Spitzingsee, um unter Anleitung der Profi-Schauspielerin Daniela Nering von der Augsburger Theatergruppe „S’Ensemble“ an Dialogen und Szenen zu feilen. Die Ideen sprühten nur so bei diesem Workshop, der allen Beteiligten viel Spaß machte, aber auch einigen Körpereinsatz abverlangte. Einer der inszenierten Kämpfe endet dabei sogar mit einer handfesten Ohrfeige, welche ebenfalls mehrfach geprobt wurde. Dem bedauernswerten Schauspieler glühte danach die Wange! Doch nicht immer geht es so grob zu, im Gegenteil: schließlich handelt das Stück ja von der Liebe mit all ihren Facetten, angereichert mit einem Schuss Erotik.
Neben den altbewährten Gesichtern sind wieder einige neue Schauspieler dabei, die aber bereits über Erfahrungen aus Auftritten in den Schultheatern der Gymnasien in Aichach und Schrobenhausen verfügen. Bühnen- und lichttechnisch wird das Volkstheater mit ein paar Überraschungen aufwarten, man darf also schon gespannt sein. Auch an der passenden musikalischen Untermalung wird es nicht fehlen. So fiebern alle Beteiligten der Premiere entgegen, die am Samstag, den 22. November in der TSV-Turnhalle an der Donauwörther Straße in Aichach stattfinden wird. Danach gibt es an den folgenden Wochenenden, jeweils an den Freitagen und Samstagen, sechs weitere Vorstellungen (28. und 29. November, 5., 6., 12. und 13. Dezember). Der Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Der Vorverkauf startet Anfang November, der genaue Termin wird noch in der Tagespresse bekannt gegeben. Die Eintrittskarten können wie immer bei der Stadtsparkasse Aichach in der Donauwörther Straße erworben werden oder im Internet unter www.aichacher-volkstheater.de. Dort finden sich auch weitere Informationen zum Stück. Es wird sehr empfohlen, vom Vorverkauf Gebrauch zu machen, da an der Abendkasse nur Rest-Billets vorhanden sind.



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