Das Stadtmuseum Aichach zieht Bilanz

Ausstellungsarchitekten Hermann und Werner Plöckl, Hans Wohlmuth und Bürgermeister Klaus Habermann
 
Bürgermeister Habermann und Traudl Well

Wenngleich etwas weniger als im Jahr 2009 war auch das vergangene Jahr im Stadtmuseum Aichach von einer Vielzahl verschiedener Aktionen geprägt.
Schon Ende November 2009 war die Sonderausstellung „Kostbares Wachs – Wachsstöcke aus drei Jahrhunderten“ eröffnet worden, in deren Zentrum die umfangreiche Wachsstocksammlung von Andrea Hillar stand. Zudem erläuterten Exponate anderer Leihgeber und aus dem Depot des Stadtmuseums weitere Bereiche rund um das Thema Wachs und stellten das ehedem hoch angesehene Handwerk der Lebzelter vor. Höhepunkt und Besuchermagnet der Ausstellung war eine Aktion mit Traudl Well, in der die Neunzigjährige die Kunst des Wachsstocklegens vorführte.
Während in Aichach noch die Wachsstöcke gezeigt wurden, gastierte das Stadtmuseum Aichach auf der Augsburger Frühjahrsaustellung (afa) mit der Ausstellung zu Leben und Werk des Heini Baronner (1909-1972). Sie war unter dem Titel „Heini Baronner – Volksmusik im Aichacher Land“ bereits 2009 im Stadtmuseum Aichach zu sehen gewesen und wurde auf Wunsch von Volksmusikberatungsstelle und Bezirksheimatpflege noch einmal gezeigt.
Parallel dazu baute der Kunstverein Aichach e.V. seine Mitgliederjahresausstellung im Stadtmuseum Aichach auf. Die ausstellenden Künstler hatten sich dazu mit der Geschichte des Aichacher Landes auseinandergesetzt.
In der Hochphase der Diskussion um das verschärfte Rauchverbot in Bayern eröffneten Anfang Juli Bürgermeister Klaus Habermann und Museumsleiter Christoph Lang die Sonderausstellung „Starcker Tobackh“. Sie zeigte die umfangreiche Pfeifensammlung, die Hans Wohlmuth vor einigen Jahren dem Stadtmuseum Aichach übergeben hatte. Darüber hinaus gab sie spannende Einblicke in die Geschichte von Tabakanbau, -handel und -konsum im Aichacher Land.
Wie alle Sonderausstellungen im Stadtmuseum Aichach war sie von den ehrenamtlichen Arbeitskreismitgliedern Franz Friedl, Horst Lechner und Hermann Plöckl erarbeitet und von Ausstellungsarchitekt Werner Plöckl konzeptioniert und umgesetzt worden.
Neben den Sonderausstellungen belebten auch einzelne Aktionen wie der Internationale Museumstag Mitte Mai das Stadtmuseum. Bei der mittlerweile fest etablierten Aichacher Museumsnacht im Oktober hatten rund 270 Besucher die Gelegenheit genutzt, zu nächtlicher Stunde durch das hell erleuchtete Museum zu schlendern und bei Musik und Getränken einen Blick in die Geschichte der alten Stadt an der Paar zu werfen.
Nicht nur bei solch herausgehobenen Ereignissen sind es die ehrenamtlichen Mitglieder des Freundeskreises Stadtmuseum, die an über 100 Tagen im Jahr (donnerstags, sonn- und feiertags jeweils 14.00-17.00 Uhr) für den reibungslosen Betrieb des Stadtmuseums sorgen und die Kassen- und Aufsichtsdienste stellen. Auch die Führungen für Schulklassen und Erwachsenengruppen werden vom Freundeskreis Stadtmuseum übernommen. Zum Dank für diese Leistung lud das Stadtmuseum seine rund 40 Ehrenamtlichen zu einem Ausflug ins heuer eröffnete Staatliche Textil- und Industriemuseum (tim) nach Augsburg ein.
Insgesamt knapp 3.000 Besucher werden es bis zum Jahresende gewesen sein, die den Weg ins Aichacher Stadtmuseum gefunden haben. Derzeit laufen schon die Vorarbeiten und Planungen für die nächsten Sonderausstellungen und Aktionen.
Im Mittelpunkt der noch bis Anfang Februar 2011 laufenden Sonderausstellung „Und es begab sich…“ steht die sog. Kapfhamer-Krippe. Sie war Mitte des 19. Jahrhunderts von der Brauerei- und Gutsbesitzerin Therese Reithmair angeschafft und im Saal der Garausbrauerei aufgebaut worden. Vor rund 80 Jahren hatte sie ihr Erbe Fritz Kapfhamer dem Heimatmuseum Aichach zur Verfügung gestellt. Nun ist sie – erstmals wieder seit rund 40 Jahren – in vollem Umfang zu sehen.

Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin aichacher | Erschienen am 10.12.2010
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